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Smart Investor Weekly 17.07.2007, 17:49  
„Diesmal alles anders“ oder: - Verdrängung pur!?

Prinzipiell ist derzeit an der Börse zwischen zwei Argumentations-Lagern zu unterscheiden. Die eine Seite – wie sollte es anders sein – rechtfertigt die derzeitige Situation, die andere Seite spricht dagegen.

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Diesmal alles anders!?
Wie ich bereits am letzten Freitag in einem Interview mit der n-tv-Telebörse anlässlich des neuen Allzeithochs beim DAX ausführte, befindet sich derzeit eine Vielzahl der weltweiten Aktienindizes an oder in der Nähe ihrer historischen Hochs. Dies allein ist unter Marktstruktur-Gesichtspunkten positiv zu werten. Insbesondere die Indizes in den Emerging Markets wie z.B. Indien, Indonesien oder Thailand, aber auch die NASDAQ zeigen sich von ungebremster Stärke.



Auch unter Sentimentgesichtspunkten lässt sich derzeit keine Euphorie ausmachen, d.h. eine Überinvestierung bzw. Heißlaufen der Märkte scheint derzeit noch nicht gegeben zu sein. All diese Punkte geben den Optimisten derzeit (noch) recht. Und in der Tat: Die derzeitige Phase ist mit derjenigen des Frühjahrs 2000, als der DAX ebenfalls im Bereich der 8.000er Punkte-Marke notierte, in keiner Weise vergleichbar – auch wenn dieser Vergleich in den Medien derzeit sehr stark strapaziert wird.

Verdrängung pur!?
Auf der anderen Seite gibt es unter dem nicht-technischen Blickwinkel doch einige Punkte, die stutzig machen sollten und die wir an dieser Stelle und im Heft schon seit Wochen regelmäßig benennen. Denn die Intermarket-Analyse, also die Interpretation von Zusammenhängen zwischen einzelnen Asset-Klassen bzw. Märkten, gibt derzeit Warnsignale en masse. Ein steigender Ölpreis, ein steigender Euro (gg. USD) und steigende Zinsen sind allesamt und tendenziell nicht förderlich für die Aktienbörse, der Volksmund spricht hier auch gerne von „Gift für die Börse“. All diese Punkt scheinen die Aktienbörsen derzeit zu verdrängen bzw. nicht ernst zu nehmen. Und das gibt uns wiederum zu denken.

Eher 1987 denn 2000
Wie im aktuellen Heft auf S. 50 ausgeführt besteht derzeit nämlich eine gewisse Ähnlichkeit mit der Entwicklung im Jahre 1987. Auch damals zeigten sich die Aktien unbekümmert, obwohl die Zinsen über einige Monate deutlich anzogen. Das „Finale grande“ des ganzen war dann der 87er Crash, der diese „Divergenz“ wieder ins Lot brachte. Von der Konstellation her erscheint uns die derzeitige Situation also eher mit 1987 als mit 2000 vergleichbar zu sein.

Smart Investor Umfrage
Einige Leser des Smart Investor Weekly fragten bei uns an, wo sie denn das Passwort für die derzeit laufende Umfrage bekommen können. Antwort: Das haben Sie schon, aber nur wenn Sie Abonnent des Heftes sind. „Mitleser“ beim Weekly sind von der Umfrage ausgeschlossen, und das aus gutem Grund. Schließlich geht es dabei in erster Linie um die Ermittlung der Zufriedenheit mit dem Heft. Denn es sollen einige Neuerungen eingeführt werden, und es liegt uns viel daran, unsere Abonnenten vorab um ihre Meinung zu fragen. Selbstverständlich erhalten die neuen Probe-Abonnenten auch das Passwort, mit dem sie Zugang zum Umfrage-Bereich auf unserer Homepage haben. Falls Sie noch nicht teilgenommen haben, hier der Link dazu: http://www.smartinvestor.de/leserbefragung/. Jedem Teilnehmer winkt ein kleines Dankeschön in Form einer historischen Aktie.

Musterdepot
Der Sell Stop für das Short-Hebelzertifikat mit der WKN CB5PGT bei 7.840 DAX-Punkten am vergangenen Mittwoch wurde zwar innerhalb des Tages unterschritten, aber nicht zum Tagesschlusskurs. Letzteres aber wäre die Bedingung für den Kauf dieses Zertifikates gewesen. Wir belassen den Stop weiterhin auf 7.840 DAX-Punkte, d.h. sollte der DAX auf Schlußkursbasis (17.30 Uhr in Frankfurt) unter 7.840 Punkten notieren, erwerben wir 1.500 Stück dieses Zertifikates.

Unser Musterdepot-Schwergewicht Arques Industries* kam in den letzten Tagen deutlich unter Druck. Einige Leser sorgen sich bereits um ihre aufgelaufenen Gewinne. In Anbetracht der überaus starken Kursentwicklung während der letzten Wochen (Arques war die stärkste Aktie innerhalb der DAX-Familie) sind die jüngsten Rückgänge unserer Ansicht nach als „normal“ zu bezeichnen. Allerdings gibt es doch auch einen kleinen Wermutstropfen: Gestern kündigte der Finanzvorstand der Minderheitsbeteiligung Arquana aus „persönlichen Gründen“. Hier etwas hinzuinterpretieren wäre aus unserer Sicht zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh, wenngleich der dramatische Kursverfall bei Arquana doch zu denken gibt. Vorstand Wachs äußerte sich gegenüber Smart Investor dahingehend, dass Hedgefonds Leerverkäufe tätigen. So richtig zufriedenstellend ist diese Antwort für uns allerdings nicht. Dennoch: Wir stehen weiterhin zu Arques, welche uns bislang schon mehr als 2.000% Performance gebracht  hat.


Ab morgen legen wir ein Kauf-Limit für 4.000 Aktien der Metis Capital (WKN: 936 734) bei 2,49 EUR, womit wir etwa 3,5% des Depots investieren wollen. Die Aktien notiert derzeit bei 2,63 EUR und sie stellt unserer Ansicht nach eine relativ Markt-unkorrelierte Anlage dar, weswegen wir sie trotz unserer eher verhaltenen Gesamtmarkteinschätzung erwerben wollen. Alle weiteren Informationen hierzu entnehmen Sie bitte dem aktuelle Heft auf S. 65.

Bemerkung in eigener Sache
Falls Sie den Smart Investor Weekly automatisch per eMail zugestellt bekommen, so haben Sie vergangene Woche vermutlich vergeblich darauf gewartet. Ein technischer Defekt war schuld daran. Daher folgender Tip: Sollten Sie bis Mittwoch morgen den SIW nicht in Ihrem eMail-Postfach vorfinden, so haben Sie auch die Möglichkeit, ihn ab Dienstag abend direkt auf unserer Homepage www.smartinvestor.de zu lesen.

Fazit
Die Märkte bleiben weiterhin in Warteposition und wir vorsichtig!

Ralf Flierl

Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte:
Eine mit “*“ gekennzeichnete Aktie wird zum Zeitpunkt der Erscheinung dieser Publikation von mindestens einem Mitarbeiter der Redaktion gehalten.

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Die Charts wurden erstellt mit TradeSignal von www.tradesignal.de und Tai-Pan von Lenz+Partner. Diese Rubrik erscheint jeden Dienstagnachmittag.

 


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