Smart Investor Weekly 37/2010 – Weitere Staatseingriffe – diesmal heißen sie Basel III

Staatswirtschaft

Basel III fordert nun von den europäischen Bankinstituten, dass sie ihre Eigenkapitalquote stärken sollen. Das ganze dient natürlich mal wieder einem hehren Ziel: Stabilisierung der Finanzmärkte. Tatsächlich ist es ein weiterer Schritt in Richtung Staatswirtschaft bzw. Kommunismus! Die immer tiefer in die Geschäftstätigkeiten der Unternehmen eingreifende staatliche Regulierung dient mitnichten dem Wohle der Märkte – im Gegenteil! Der Staat schleicht sich durch die Hintertür in die Unternehmen, in diesem Fall, die Banken ein: er bestimmt den Handlungsspielraum der Geldhäuser und schreibt ihnen immer direkter vor, wie sie am Markt zu agieren haben. Dafür aber werden die hoch gepäppelten Institute im Neusprech „systemrelevant“ genannt, und dafür jederzeit mit Kapital versorgt, wenn es brennt. Und wenn Kapitalerhöhungen am freien Markt nicht mehr möglich sind, dann wird eben direkt verstaatlicht, siehe Hypo Real Estate (HRE).

Apropos HRE

Dem schwarzen Loch der deutschen Bankenlandschaft werden mal wieder schnell 40 Mrd. EUR an zusätzlichen Garantien gegeben, um eine Implosion zu verhindern. Jedes Institut wird eben gerettet…jedes Institut? Nein, nicht ganz – die kleinen, unbedeutenden „Schmuddelkinder“, die es nicht geschafft haben sich das Prädikat systemrelevant zu verdienen, werden links liegen gelassen. Wer staatliche Gängelei und neuen Spielregeln mitten im Spiel nicht verkraftet, der muss verschwinden. Unabhängig davon, ob er seine Risikostruktur im Griff hatte oder nicht. Alles zum Wohle der Systemrelevanz. Schöne neue (Banken)Welt!

Darauf steuern wir zu

Letztendlich wird Basel III abermals zu weiterer Konzentration im Bankgewerbe führen – wie es übrigens auch schon Basel II tat. Die Regel lautet ganz einfach: Jeder Staatseingriff fördert die Großen und macht den Kleinen zu schaffen. Im Endergebnis erhalten wir irgendwann nur noch ein paar wenige große Too-Big-Too-Fail-Banken. Der Wettbewerb wird dann außer Kraft gesetzt sein. Dann werden sich die Leistungen der Banken verschlechtern, bei ständig steigenden Preisen/Zinsen. Das ist es, worauf wir zusteuern!

Die Folge dieser falschen Politik

Wie der Fall HRE zeigt, ist staatlicherseits genügend Geld vorhanden. Und wenn es doch nicht vorhanden ist, dann druckt man es eben nach. Jede vom Staat ausgesprochene Garantie hierzulande, z.B. für HRE oder Griechenland usw. basiert letztendlich auf zukünftigem Gelddrucken. Das ist zwar im Moment recht bequem, weil die Politiker sich dadurch um die harten Entscheidungen drücken können. Langfristig muss dafür aber ein hoher Preis bezahlt werden: Die Teuerung wird anziehen! Und zwar nicht zu knapp. So rechnet Smart Investor innerhalb der kommenden fünf Jahre mit hyperinflationären Zuständen hierzulande.

Das halten Sie nicht für möglich? Dann sehen Sie sich mal an, was derzeit bei den Nahrungsmitteln und Immobilien los ist. Die Preise steigen rapide – und das ist erst der Anfang! Letztendlich läuft es wieder auf unser Szenario „CuB“ hinaus. Wie man in einer solchen Zeit Kapital erhält oder gar vermehrt, das zeigt Ihnen unsere Titelgeschichte „Kapitalschutz“ im nächsten Heft (10/2010). Dort werden wir uns auch sehr stark um das Thema Edelmetalle kümmern. Falls Sie den Smart Investor noch nicht kennen, können Sie hier ein Test-Abonnement bestellen.

Irrlehrer Keynes

Wir schreiben es ja immer wieder: Unsere Politiker machen nahezu alles falsch. Das liegt insbesondere daran, dass deren Verständnis von Wirtschaft und vor allem von Geld auf falschen Prämissen beruht, insbesondere auf denen von John Maynard Keynes. Der nach ihm benannte Keynesianismus sieht den Markt als unperfekt und daher muss der Staat eingreifen. Aber warum schaukeln wir uns dann von einer Krise zur nächsten, wobei die Krisen immer dramatischer werden? Der Staat greift doch laufend immer stärker in den Markt ein! Oder beläuft sich die Staatsquote nicht inzwischen auf 50%, wohingegen es vor 100 Jahren nicht einmal 20% waren? Die Vertreter der Austrians haben darauf die Antwort: Nicht der Markt, sondern der Eingriff des Staates in den Markt bzw. ins Geldsystem ist das Urübel.

Am 1. und 2. Oktober trifft sich in Wien eine ganze Reihe von Vertretern dieser Denkrichtung der Österreichischen Schule und diskutiert über die Krise. Und, sie halten auch Lösungsvorschläge parat – allerdings keine ganz bequemen. Auch der Chefredakteur von Smart Investor wird auf diesem Kongress vertreten sein und dort über die „ideale österreichische Welt“ referieren. Wir würden uns freuen, wenn wir Sie dort treffen um über verschiedenste Themen zu sprechen. Als Abonnent von Smart Investor können Sie übrigens zu einem vergünstigten Vorzugspreis teilnehmen. Alle wichtigen Infos zum Kongress finden Sie hier: www.go-ahead.at/go-ahead-business-summit

Märkte & Musterdepot

Nach wie vor bewegen sich die meisten Börsen in ihrer Seitwärtsrange der letzten Monate, auch unser heimischer DAX. Allerdings glauben wir, dass die Korrektur bald beendet sein wird und die Börsen weiter nach oben streben werden. Davon werden gut positionierte Unternehmen sehr wohl profitieren. Der Telematik-Ausrüster für den öffentlichen Nahverkehr init* beispielsweise notiert seit heute schon wieder auf einem neuen Allzeithoch. Die Karlsruher Firma ist schließlich Profiteur von immer weiteren Staatseingriffen in die Wirtschaft. Genau aus diesem Grunde auch haben wir diese Aktie vor fast zwei Jahren in unser Musterdepot aufgenommen. Und seither hat sich die init-Aktie verdreifacht. Klar, solche Treffer gelingen uns nicht immer. Aber dies zeigt, wie man mit einem richtigen Szenario (CuB) und der richtigen Umsetzung (Kauf der init-Aktie während den Wirren der Krise Ende 2008) an der Börse Erfolg haben kann.

An der Ausrichtung des Musterdepots, welche sich sehr stark am Crack-up-Boom-Szenario orientiert, werden wir auch diesmal nichts ändern.

Ressourcenkonferenz in München

Die CM-Equity AG veranstaltet am 30. September in München die Ressourcenkonferenz, die einmal jährlich eine Informations- und Networking-Plattform für zukunfts- und rohstofforientierte Investoren, Unternehmer und Fondsmanager anbietet. Sie erhalten aktuelle Geldanlage-Tipps und Erfahrungen von hochkarätigen Kapitalmarkt-Referenten und internationalen Repräsentanten der weltweiten Ressourcenindustrie. Auf www.ressourcenevent.de können Sie sich ab sofort für eine kostenlose Teilnahme anmelden.

Fazit

Es sind solche Entwicklungen wie Basel III, die uns weiter fest an den CuB glauben lassen. Daher können wir getrost weiter an unserer Strategie festhalten. Natürlich wissen wir, dass die Wirtschaft und das gesamte Geldsystem irgendwann an der eingeschlagenen Politik des leichten Geldes leiden oder gar zugrunde gehen werden. Unsere Aufgabe sehen wir dabei darin, die sich daraus ergebenden Trends an den Börsen so gut als möglich zu prognostizieren. Und weiterhin auf die Missstände hinzuweisen und konstruktive Verbesserungen vorzuschlagen. Mit unserer Ausgabe zur „idealen österreichischen Welt“ (Heft 8/2010) haben wir dies getan – und wir werden diesbezüglich weiter am Ball bleiben.

Ralf Flierl, Fabian Grummes

 

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Die Charts wurden erstellt mit TradeSignal von www.tradesignal.de und Tai-Pan von Lenz+Partner. Diese Rubrik erscheint jeden Dienstagnachmittag.