Smart Investor Weekly 6/2011: Die Freiheit – nehm´ ich mir!

Die nächste Stufe des Crack-up-Boom
An den Börsen geht dieser Kampf einstweilen scheinbar spurlos vorbei. Die Leitindizes erklimmen zum Teil Zwei-Jahres-Hochs. Der Ölpreis durchbricht die 100 USD-Marke. Industriemetalle steigen in Erwartung weiter anziehender Weltkonjunktur, aber Gold und Silber legen keine neuerliche Rally hin. Echte Besorgnis an den Märkten sieht anders aus. Oder ist es so, dass die immense Liquidität nichts anderes zulässt? Schließlich kann kein Player nicht „nicht-investieren“. Die Ruhe an den Märkten verwundert um so mehr, da ein viel größerer Zusammenhang zwischen der Erhebung der Massen und der wieder in Gang gekommenen Party an den Börsen besteht als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Liquidität sorgt für Spekulation und Inflation, und am Ende der Kette um Warenterminkontrakte für Weizen und vielen kleinen Teuerungsschritten steht ein Brotpreis, den sich viele Menschen nicht mehr leisten können. In den üblichen Zukunftsszenarien der üblichen Verdächtigen ist allenthalben nachzulesen, dass die weitere Verteuerung von Energie, Rohstoffen und Lebensmitteln zuerst und vor allem die Armen treffen wird. Dieses Szenario ist nicht mehr Zukunft, sondern Realität. Wenn man so will wird damit die nächste Windung in der Crack-up-Boom-Spirale erreicht.

Tiefgreifende Umbrüche

Um zu Sartre zurückzukommen: Jeder Mensch strebt danach, seinem Leben einen Sinn zu geben und Sinnhaftigkeit in seinem Da-Sein zu entdecken – völlig unabhängig von Glauben und Religion. Wer bislang glaubte, dies gelte nur in einem als aufgeklärt geltendem, abendländischen Kulturzusammenhang, sieht sich spätestens seit Tunesien eines Besseren belehrt. Insofern deutet alles darauf hin, dass wir uns am Beginn tiefgreifender Umwälzungen befinden, deren Ausmaß derzeit kaum abzusehen sind.

Plan- und Willenlosigkeit

Es ist an dieser Stelle und im Smart Investor mehrfach dargelegt worden, dass die politische und wirtschaftliche Elite in Europa und Nordamerika keinen Plan und auch keinen Willen zu besitzen scheinen, in monetären und ökonomischen Fragen endlich dem System-Crash entgegen zu steuern. Selbst der jüngste, in seinem Kern höchst dramatische Einwurf von Fed-Chef Bernanke, wenn die USA ihr gigantisches Defizit nicht in den Griff bekämen, seien irgendwann Refinanzierungsprobleme zumindest nicht auszuschließen, hatte praktisch keinen Nachhall. Hinzu kommt nun eine politische Null-Leistung: Die Ratlosigkeit, mit der die Spitzenpolitiker während der Münchner Sicherheitskonferenz an den aktuellen Entwicklungen scheiterten – ja sogar komplett überrascht bis überrumpelt wurden – lässt nicht eben große Hoffnungen keimen. „Die Freiheit nehm´ ich mir“ – dieser Slogan ist scheinbar nur gut, wenn er als Werbung für ein Kreditkartenunternehmen dient. Für Menschen, die Jahrzehnte unter korrupten Regimes darben, gilt er offensichtlich weniger.

Smart Investor hat in der vorvergangenen Ausgabe (01/2011) auf die zu erwartenden gesellschaftlichen Verwerfungen hingewiesen. Bei den vorgestellten Thesen für die Entwicklungen in 2011 handelte es sich um These Nr. 9 (bitte nachlesen!). Die Spirale des CuB dreht sich also weiter, das ist an den jüngsten Entwicklungen klar abzulesen, und nirgends ist eine Abkehr überholter Vorgehensweisen zu erkennen. Für uns bedeutet dies: am vorgestellten mittelfristigen Szenario (CuB während der kommenden 2 bis 3 Jahre) müssen wir (leider) nichts ändern.

Die Märkte

Dass der Crack-up-Boom nun in eine neue Runde geht, lässt sich auch an den Märkten ablesen. Der Dax hatte seine Korrekturphase ja bereits im Oktober des vergangenen Jahres beendet. Inzwischen hat der Index sogar ein neues 2-Jahres-Hoch markiert.

Es gibt wenig Grund anzunehmen, dass nun das Ende der Fahnenstange erreicht wäre. Der Dow Jones ist ebenfalls seit einigen Wochen ausgebrochen und viele andere Märkte schicken sich nun ebenfalls an, ihre Korrekturphasen abzuschließen. So beispielsweise der französische Aktienindex CAC-40. Es zeigt sich also einmal mehr, dass am Ende die (Liquiditäts-)Flut doch alle Boote hebt.

Musterdepot
Unser Musterdepotwert Solarworld (WKN: 510 840) legte am gestrigen Montag ganz hervorragende Zahlen vor. Der Umsatz erreichte einen neuen Rekordwert und der Gewinn stieg um rund 50%. Die Börse honorierte dies selbstredend und die Aktie stieg um 10%. Noch sind allerdings mit dem Titel im Minus. Mehr dazu lesen Sie im kommenden Heft.

Hinweis in eigener Sache

Am 18. und 19. März 2011 findet im Holiday Inn in München-Unterhaching der 1. Perspektive-Zukunftskongreß 2011 statt. Unter dem Motto aktiv in die Zukunft werden mögliche Szenarien und die bestmögliche Vorbereitung auf selbige vorgestellt und diskutiert. Neben Smart Investor Chefredakteur Ralf Flierl spricht unter anderem Jürgen Spahl, der parteilose Bürgermeister von Deutschlands einziger schuldenfreier Gemeinde, Rednitzhembach. Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier. Es besteht natürlich auch die Möglichkeit jeweils einen Einzeltag zu buchen.

Exklusivseminar in Fulda

Eine Woche später, am 26. und 27. März findet in Fulda ein hochkarätig besetztes Seminar statt: „Erfolgreiche Vorbereitung auf die Weltwährungsreform“. Vortragende sind u.a. Wilhelm Hankel, Max Otte, William Engdahl und Johann Saiger. Ausführliche Informationen können Sie hier erfahren.

Fazit
Wir werden weiterhin durch die weltweiten Ereignisse in unserer Ansicht bestätigt und bestärkt: Der Crack-up-Boom läuft und die Weichen sind wohl schon dauerhaft festgestellt, so dass alternativ Szenarien kaum mehr wahrscheinlich erscheinen.

Ralf Flierl, Fabian Grummes

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Die Charts wurden erstellt mit TradeSignal von www.tradesignal.de und Tai-Pan von Lenz+Partner. Diese Rubrik erscheint jeden Dienstagnachmittag