Smart Investor Weekly 21/2011: Von Bürgern in Wut – im Crack-up-Boom

Eviva España?
Die Demonstrationen der „Indignados“, also der Empörten, in Spanien geben einen kleinen Vorgeschmack auf die politischen Unruhen, die Europa nicht nur an der Peripherie treffen, sondern bald auch auf die vergleichsweise noch wohlhabenden Staaten wie Deutschland übergreifen werden. Und wie geht die Politik in Spanien mit den Protesten um? Richtig, sie werden einfach verboten. Da bleibt den Herrschenden halt nur die von Bert Brecht vorgeschlagene Lösung, dass sich die Regierung einfach ein neues Volk wählen soll. Wie auch immer, die weiter an Fahrt gewinnende Inflationierung wird zu einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft in arm und reich führen. Schaut man nach Griechenland sind eben nicht die so genannten wirtschaftlichen und politischen Eliten des Landes von den Sparmaßnahmen betroffen, sondern die „kleinen Leute“, deren mühsam Erspartes immer mehr an Kaufkraft verliert. Die „Indignados“ sehen sich in einer Linie mit den nordafrikanischen Protestierern. Im Übrigen, nicht der Hunger nach Demokratie – wie es die Mainstream-Presse gerne verbreitet , sondern schlicht die Verteuerung der Lebensmittel und damit der Hunger nach Brot hat die Menschen in Nordafrika gegen die Machthaber auf die Straßen gebracht. Neue Regime werden dort das Problem der Inflationierung und damit des Hungers allerdings ebenfalls nicht lösen.

Die Logik des Crack-up-Boom (CuB)
Diese aktuellen politischen und wirtschaftlichen Ereignisse ergeben sich völlig logisch aus dem Crack-up-Boom-Szenario und wurden so von uns schon seit längerer Zeit prognostiziert. Dabei muss man natürlich im Hinterkopf behalten, dass der CuB – trotz der damit tendenziell anziehenden Kurse an den Aktien- und Rohstoffmärkten – keine gesunde Entwicklung ist, sondern der Vorbote des untergehenden Finanzsystems. In der Zuspitzung des CuB stehen zunehmende gesellschaftliche und wirtschaftliche Polarisierungen – rechts vs. links, arm vs. reich, Geberstaaten vs. Nehmerstaaten (Norwegen zahlt nicht mehr an Griechenland !). Die Aussichten auf einen Klassenkampf hat Warren Buffett bereits vor Jahren ins Auge gefasst: „Es herrscht Klassenkampf, meine Klasse gewinnt, aber das sollte sie nicht“.

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Und wie geht´s dem Euro?
Die Zuspitzung der Griechenlandkrise versetzte dem Euro einen Nackenschlag und drückte die EUR/USD-Parität am 23.05. unter die Marke von 1,40 USD. Die Entwicklung lässt sich allerdings nicht als Qualitätsauszeichnung für die US-amerikanische Währung interpretieren. Je nachdem, wo gerade die Hütte stärker brennt, kann der US-Dollar oder der Euro im Tagesgeschäft zulegen. Und gegenwärtig brennt es nach Auffassung der Marktteilnehmer am stärksten bei den europäischen Schuldner-Staaten. Da sind zunächst die stolzen Hellenen, die nun ihre Häfen verscherbeln müssen. Neben Griechenland und Spanien rückt Italien immer stärker ins Blickfeld, nachdem die Ratingagentur Standard & Poor’s Berlusconi-Land mit der Senkung des Bonitäts-Ausblicks auf „negativ“ eine Warnung vor den Latz geknallt hat. Auch aus charttechnischer Sicht sieht es für den Euro düster aus. An unserer Prognose eines schwachen Euro gegenüber der US-amerikanischen Währung halten wir daher weiter fest.
Der Euro geht in die Knie – belastet durch die Schuldnerstaaten führt für die Gemeinschaftswährung derzeit kein Weg nach oben.

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Musterdepot
Angesichts unserer Skepsis gegenüber dem Euro wollen wir uns gegen weitere Kursverluste hier absichern. Klar ist uns aber auch, dass das Timing vermutlich nicht ideal ist und der Euro auch durchaus zu eine größeren Gegenbewegung ansetzten könnte – schließlich hat er in den vergangene Wochen rund 10 Cent gegen den Dollar eingebüßt. Nichtsdestotrotz wollen wir zum morgigen Mittwoch 1.000 Stück eines Put-Optionsscheins auf den Euro aus dem Haus Macquarie Oppenheim (WKN: MQ2LPD) kaufen. Der Basispreis liegt bei 1,50 – der Schein liegt somit satt im Geld und wird erst am 12. März 2012 fällig. So lange werden wir den Schein aber (vermutlich) nicht halten. Da es sich hierbei um ein Derivat und noch dazu eines mit Hebel handelt, ist ein Totalverlust möglich. Entsprechend sollten sich nur erfahrene Anleger engagieren. Wir möchten den Schien auf jeden Fall kaufen, daher setzten wir kein Limit, sondern erwerben den Schein zur morgigen Eröffnung. Derzeit notiert das Papier bei 9,45 EUR.

Kauf: Euro Put-Optionsschein
WKN: MQ2LPD Limit: bestens 1.000 Stück Depotvolumen: ca. 2,5%

Hierzu noch etwas Grundlegendes: Unser Musterdepot ist ein Aktiendepot. Wir handeln keine Währungen und Rohstoffinvestments tätigen wir über entsprechende Unternehmen. Wenn wir also einen Put auf den Euro kaufen, dann dient dies einzig und allein der Absicherung gegenüber dem Dollarraum. Es ist im eigentlichen Sinne keine Spekulation auf einen steigenden Dollar.

Bei dem Optionsschein auf Microsoft* (WKN: TB9WYK) sind wir vergangene Woche leider nicht zum Zuge gekommen. Wir erhöhen daher das Limit um einen Cent auf 0,15 EUR. In der kommenden Ausgabe (6/2011) können Sie auch eine Analyse zu dem amerikanischen Softwaregiganten lesen.

Kauf: Microsoft Optionsschein
WKN: TB9WYK 30.000 Stück Limit: 0,15 EUR Depotvolumen: 1,1%

Der neue Smart Investor
Am kommenden Wochenende erscheint die Juni-Ausgabe des Smart Investor. Unsere Titelstory nimmt sich diesmal dem Thema Lebensversicherungen an: Sind sie wirklich eine sichere Kapitalanlage oder muss man sich nicht radikal von ihnen trennen angesichts des laufenden CuBs?
Für Edelmetallfans haben wir uns mit den Royality-Aktien beschäftigt und Chartisten kommen sicherlich beim Interview mit Ralph Acampora auf ihre Kosten. Freuen Sie sich also auf den neuen Smart Investor – am Wochenende in Ihrem Briefkasten.

Der BondGuide ist da!
Am 20. Mai 2011 erschien zum ersten Mal der neue Newsletter „BondGuide“ unseres Schwestermagazins GoingPublic. Von nun an können Sie alle zwei Wochen die aktuellsten Bewertungen und Informationen zu anstehenden Neuemissionen von Mittelstandsanleihen erfahren. Dazu liefert Ihnen der BondGuide O-Töne, News, Hintergründe und die wichtigsten Termine der Anleihen-Szene.
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Fazit
Die Frustration der Menschen wächst auch im Euro-Raum. Noch allerdings hat sie sich im Kern und vor allem bei den deutschen Zahlmeistern nicht Bahn gebrochen. Je weiter der CuB allerdings läuft desto wahrscheinlicher dürften Wutausbrüche auch hierzulande werden.

Christian Bayer, Ralf Flierl

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