Smart Investor Weekly 47/2012: Aus höchster Gefahr

Düstere Lage, düstere Prognosen
Als wären die wirtschaftliche Lage und die Aussichten nicht schon bedrückend genug, entlud sich einmal mehr der schwelende Nahost-Konflikt in blutigen Raketenduellen. Zwar beteiligten sich konkret nur die Hamas und Israel an den Scharmützeln, die Online-Ausgabe der BILD-Zeitung (www.bild.de) lenkte jedoch unmittelbar den Blick nach Teheran: „DER TERROR KOMMT AUS TEHERAN“ prangte es dort in riesigen Lettern, wobei die Worte „TERROR“ und „TEHERAN“ noch einmal besonders hervorgehoben wurden. Die „Teheran-Terror-Connection“ wird auf diese Weise ganz zwanglos in den Köpfen der Leser verankert. Bei künftigen „Ereignissen“ stehen die Chancen gut, dass diese dann reflexhaft das Gewünschte denken. Die interessante Frage, warum Teheran, das ohnehin unter verschärfter Beobachtung durch die Welt und ganz besonders durch Israel steht, nun ausgerechnet Israel auf diese Weise provozieren sollte, wird nicht gestellt und schon gar nicht beantwortet. Auch greifen viele andere Entwicklungslinien in geradezu gespenstischer Weise ineinander. So wird die Bundesrepublik Deutschland wohl demnächst auch an der Grenze zu Syrien verteidigt werden, wobei sich in Bezug auf den syrischen Staatschef Assad die gleiche Frage wie bei Teheran stellt: Warum? Warum sollte ein Regime, das innenpolitisch bereits mit dem Rücken zur Wand steht, sich selbst weiter schwächen, indem es nun auch noch einen äußeren Konflikt anzettelt und das ausgerechnet mit einem hochgerüsteten NATO-Mitglied wie der Türkei?! Schweigen.

Leichter ist da schon die neue Liebe der Kanzlerin zum Punkgeschrammel der Politprovokateurinnen von „Pussy Riot“ zu verstehen – einer Gruppierung, die vom Mainstream konsequent zu einer unschuldigen „Mädchenband mit Strickmützen“ (tatsächlich Masken) stilisiert wird. Wer Genaueres über die Entstehungsgeschichte wissen will, dem sei das Magazin „eigentümlich frei“ empfohlen, das sich in Ausgabe 126 kritisch mit dem Phänomen „Pussy Riot“ und deren Handlungen auseinandersetzt, die teilweise auch hierzulande strafbewährt wären. Offensichtlich wurde und wird der Fall im Westen vor allem dazu genutzt, Wladimir Putin gezielt zu diskreditieren. Schließlich zeigte sich der Kreml-Chef u. a. in der Syrien-Frage hartleibig und unwillig, einen weiteren Regimewechsel in der Region tatenlos hinzunehmen. Aber wer gibt schon etwas auf die Worte eines Mannes, der unschuldige Mädchen in den „Pussy-Riot-Gulag“ (O-Ton www.bild.de) schicken ließ? Eben. Putin-Bashing ist in unseren Massenmedien nicht nur eine Art Volkssport geworden, es hat Methode – gerade jetzt wo sich der Nahost-Konflikt verschärft. Dabei müsste auch Frau Merkel nicht bis ins ferne Moskau reisen, um sich über undemokratische Tendenzen zu entrüsten. Aber so richtig lustvoll kehrt es sich halt nur vor fremden Türen. Die Maxime „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ ist ohnehin zeitlos. Vielleicht erhält Angie ja schon bald ein Angebot als neue Interims-Frontfrau der Anti-Putin-Pussys?

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Zu den Märkten
Die politischen Wirrnisse in Nahost trafen auf eine Situation, die wie eingangs beschrieben auch konjunkturell bereits düster und ökonomisch verfahren war. Jüngst meldete sich Marc Faber zu Wort, der als „Dr. Doom“ („Dr. Untergang“) nicht gerade für seine optimistischen Ausblicke bekannt ist. Satte 20% könnte der S&P500 von der jüngst erreichten Spitze (1.470 Punkte) fallen. Dies nicht etwa wegen Griechenland oder der jetzt hochgespielten „Fiscal Cliff“-Scheinproblematik, sondern aufgrund rückläufiger Unternehmensgewinne. Die Märkte aber machten aus diesen Vorgaben erst einmal das Gegenteil. Trotz Kriegsgeheul und Konjunktursorgen stiegen sie am Montag kräftig. War dies wirklich nur die überfällige Technische Reaktion, oder steckt mehr dahinter? Wir wissen nicht, ob die Kavallerie von Fed-Chef Bernanke bereits eingeritten ist, konsequent wäre es aber.

Was wir aber wissen, dass Anleger bis auf weiteres mit einem mehrfachen Dilemma konfrontiert sind: Während die realen Marktkräfte weiter abwärtsgerichtet bleiben, finden ad-hoc – teils offen, teils verdeckt – Interventionen von Notenbanken und Politik statt. Drüber liegt der Schleier eines bewusst inflationierten Papiergelds, der es unmöglich macht, sich dem nervenaufreibenden Spiel in klassischen Parkpositionen wie Fest- oder Termingeld zu entziehen. Dort gibt es dank der betriebenen Inflationspolitik lediglich sichere Kaufkraftverluste. Die stimmigste Wahl in diesem Umfeld bleiben – zumal vor dem Hintergrund der heraufziehenden Kriegsgefahren – Edelmetallanlagen, die an schwächeren Tagen konsequent aufgestockt werden können.


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Fazit
Wie von vielen befürchtet, wird es rund um die diversen Konfliktherde im Nahen Osten heißer. Es scheint geradezu ein Interesse an einer Eskalation zu bestehen, denn halbherzige Waffenstillstandsvereinbarungen entfalten keine ernsthafte reale Wirkung. Für die Aktienmärkte sind diese Konflikte theoretisch zwar zusätzliche Belastungsfaktoren, mitten in die Kampfhandlungen stiegen die Börsen am Montag jedoch kräftig an. Dabei könnte es sich um mehr als eine technische Reaktion gehandelt haben.

Ralf Flierl, Ralph Malisch

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