SIW 51/2012: Fünf-Jahres-Hoch – Stachanow-Medaille für DAX-Anleger!

Rating-Kracher für Griechenland
Es ist immer wieder erstaunlich, oder eigentlich erschreckend, welchen enormen Einfluss Rating-Agenturen auf das Kursgeschehen haben. Das leidgeprüfte Griechenland wurde erneut unter die Lupe genommen und siehe da – es wurde für gut befunden. Gleich um mehrere Stufen ging die Einstufung des Mittelmeerstaates durch die marktführende Agentur S&P von „Selective Default“ (teilweiser Zahlungsausfall) auf B- nach oben. Sogar der Ausblick ist stabil. Damit wurde vor allem das praktisch bedingungslose Festhalten der EU an der griechischen Euro-Mitgliedschaft honoriert. Ohnehin scheint die Schlacht um Griechenland mit der Heraufstufung derzeit mehr oder weniger geschlagen zu sein. Knapp drei Jahre hielt die kleine Volkswirtschaft Politik und Finanzwelt in Atem. Wer allerdings glaubt, dass die Eurokrise damit insgesamt ausgestanden sei, der dürfte schon 2013 negativ überrascht werden. Frankreichs Rating sollte weiter nach unten zeigen, weil Hollandes provinzieller Sozialismus nicht nur keine Probleme löst, sondern geradezu neue schafft. Neben Deutschland aber ist Frankreich das Kernland der Eurozone.

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Rating-Zirkus
Zurück zu den Rating-Agenturen: Es ist ein offenes Geheimnis, dass Einäugigkeit geradezu Berufsvoraussetzung für die Arbeit bei einer großen US-Rating-Agentur ist. Während nämlich die Herabstufungen zahlreicher Euro-Krisenländer im Großen und Ganzen durchaus nicht völlig falsch waren, weigert man sich beharrlich die Probleme im eigenen Haus – also in den USA – auch nur annähernd in gleicher Weise zu berücksichtigen.
Allerdings ist bereits die Philosophie hinter dem gesamten Rating-Zirkus höchst fragwürdig. In der Regel werden die Einschätzungen der Agenturen erst dann angepasst, wenn die Ursachen der Anpassung ohnehin schon bei den Marktteilnehmern bekannt sind. Dadurch sind derartige Ratingveränderungen fast immer prozyklisch und wirken tendenziell trendverstärkend, wenn nicht gar destabilisierend (positive Rückkopplung). Der Effekt entsteht auch dadurch, dass Institutionelle Anleger gesetzlich dazu vergattert sind, die Einschätzungen dieser privaten Agenturen zu berücksichtigen – alleine diese Konstruktion ist ein Unding. Eigentlich könnte man auf derartige Ratings komplett verzichten, denn mit dem Markt gibt es bereits die größte und wohl auch zuverlässigste Ratingagentur überhaupt, die mit der Kursbildung sämtliche Papiere praktisch in Echtzeit „ratet“. Der Handel in Aktien und an den Devisenmärkten funktioniert – trotz fehlender Ratings – auch nicht schlechter als der in (Staats-)Anleihen. Was die Frage aufwirft, warum Anleiheinvestoren so besonders betreuungsbedürftig sein sollen, dass sie von den Rating-Agenturen „an die Hand genommen“ werden müssten?

Aber nicht nur Griechenland kann sich über die Heraufstufung durch S&P freuen, sondern in besonderem Maße auch die Gläubiger des Landes, die ja ohnehin die primär Begünstigten aller „Rettungsmaßnahmen“ sind. Daniel S. Loeb etwa ist so einer. Der Gründer und Chef des US-Hedgefonds „Third Point“ soll dem Vernehmen nach 500 Millionen US-Dollar am Rückkauf der griechischen Staatsanleihen durch Athen verdient haben. So ist Politik eben doch in der Lage, echten Wohlstand zu schaffen – zumindest punktuell. Und bestimmt ahnen Sie auch schon, wer dafür bezahlen wird? Richtig, aber erwarten Sie für diesen Spendenmarathon bitte keine Quittung.

Zu den Märkten
Fünf-Jahres-Hoch im DAX! Kurz vor Jahresende legen sich die DAX-Anleger so mächtig ins Zeug, dass es selbst dem sowjetischen Musterarbeiter Alexei Grigorjewitsch Stachanow zur Ehre gereicht hätte. Dieser hatte es 1935 immerhin auf eine geradezu atemberaubende Planübererfüllung von deutlich mehr als 1000% gebracht. Von „Dausend Prozent“ sind wir zwar weit entfernt, aber der Anstieg des deutschen Leitindex passt nicht wirklich zur noch immer schwächelnden Konjunktur. Wie schon bei Stachanow wird auch hier indirekt ein wenig „nachgeholfen“. Welches genau die Treibsätze für den Aktienmarkt sind, lesen Sie im großen „Kapitalmarktausblick 2013“ im neuen Smart Investor 1/2013, der pünktlich zum Fest am Samstag erscheint. Da sich der Markt aktuell an seiner alten Aufwärtstrendlinie „entlangquält“ (blaue Linie), würde sogar ein kleiner Rücksetzer in Ordnung gehen, um überschüssigen Optimismus abzubauen und die Basis für einen neuen Aufwärtsschub zu legen.
Weniger erfreulich ging es dagegen bei den Edelmetallen zu, die im Zusammenhang mit der Griechenland-Heraufstufung von den Märkten erst einmal „herabgestuft“ wurden. Panik und Euphorie sind an der Börse allerdings meist schlechte Ratgeber, weshalb man derartige Rücksetzer mit kühlem Kopf nutzen sollte. Dass Edelmetalle nun dauerhaft „out“ sein sollen, halten wir für äußerst unwahrscheinlich. Auch einige Notenbanken sehen das wohl so ähnlich – sie kaufen.


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Musterdepot Aktien
Erworben haben wir 120 Aktien von IBM International Business Machines (WKN 851 399) zu einem Kurs von 147,80 EUR (akt. Kurs: 147,24 EUR).

Unseren DAX-Put (GT0 W2Z) wurde zu 0,01 EUR verkauft. Damit endete dieses traurige Kapitel der Musterdepot-Geschichte de facto mit einem Totalverlust.

Unser Kauflimit von 29,60 EUR für weitere 300 Aktien der Südzucker AG (WKN 729 700, akt. Kurs: 30,75 EUR) wurde erneut

verfehlt und bleibt bestehen.

Auch unser auf 28,30 EUR erhöhtes Kauflimit für 300 Aktien der Morphosys AG (WKN 663 200, akt. Kurs: 30,02 EUR) wurde wieder verfehlt und bleibt bestehen.

Musterdepot Fonds
Am 13.12. haben wir 120 Anteile des Main-First Classic Stock Fund (WKN: 722 755) zu 101,56 EUR erworben, damit haben wir nun eine explizite Position für Euroland-Aktien mit einem Gewicht von ca. 9%.

Hinweis in eigener Sache
Die aktuelle Printausgabe Smart Investor Ausgabe1/2013 erscheint am Samstag, den 22.12.2012. Abonnenten können das entsprechende PDF im geschlossenen Nutzerbereich „Mein Smart Investor“ auf www.smartinvestor.de ab dem morgigen Donnerstag als PDF herunterladen. Falls Sie noch kein Abonnent sind, können Sie es hier werden. Und falls Sie noch ein passendes Weihnachtsgeschenk suchen, wie wäre es mit unserem Weihnachtsabo?


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Smart Investor in den Medien
Auf www.smartinvestor.de haben wir ein sechsteiliges Video veröffentlicht, auf dem Smart Investor Chefredakteur Ralf Flierl die Österreichische Schule erläutert und skizziert, inwieweit sich eine „Österreichische Welt“ von unserer Papiergeldwirtschaft unterscheiden würde.

Fazit
Mit ihrer Heraufstufung Griechenlands hat die Ratingagentur S&P weniger etwas für Griechenland oder den Euro, als primär etwas für die eigene, angeschlagene Glaubwürdigkeit getan. Die Stimmung an den Märkten war aber bereits zuvor positiv. Nach dem 5-Jahres-Hoch im DAX gibt es kurzfristig zwar leichten Korrekturbedarf, auf längere Sicht dürften wir aber das Ende dieser Aufwärtsbewegung noch lange nicht gesehen haben.

Der nächste Smart Investor Weekly (SIW) erscheint am 9.1.2013. Sollten in der Zwischenzeit dramatische Dinge geschehen, versenden wir am 2.1.2013 ein kurzes Update.

Wir bedanken uns bei Ihnen für Ihre Treue und hoffen, dass Sie uns auch im neuen Jahr gewogen bleiben.

Frohes Fest und einen Guten Rutsch!

Ralf Flierl, Ralph Malisch

www.facebook.com/SmartInvestorMagazin

Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte:
Ein mit “*“ gekennzeichnetes Wertpapier wird zum Zeitpunkt der Erscheinung dieser Publikation von mindestens einem Mitarbeiter der Redaktion gehalten.

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Das aktuelle Inhaltsverzeichnis des Smart Investor Magazins ist unter https://www.smartinvestor.de/news/inhalt/index.hbs einzusehen.

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Die Charts wurden erstellt mit TradeSignal von www.tradesignal.de und Tai-Pan von Lenz+Partner. Diese Rubrik erscheint jeden Mittwochnachmittag.

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