Löcher in der Martrix – Staatsfunker am Ende

„Sparkurs: Griechenland schaltet staatlichen Rundfunk ab“ (spiegel.de, 11.06.2013)

Die Meldung kam wie ein Paukenschlag: Aus heiterem Himmel entdeckte die griechische Regierung, was jeder schon wusste. Der staatliche Sender ERT sei ein außerordentliches Beispiel für „fehlende Transparenz“ und „unglaubliche Ausgaben“, ließ sie verlauten. Griechische Verhältnisse eben. Neu aber ist, dass die Regierung umgehend handelte und den Sender noch am gleichen Tag schloss. Ein riskanter Weg. Zwar kann die Volksverdummung ebenso gut – und besser – von Privatsendern gewährleistet werden, für Regierungs- und Parteienpropaganda ist und bleibt der Staatsfunk aber erste Wahl. Er wird also wiederkommen – in verschlankter Form. Bevor nun voreilig windschiefe Vergleiche mit Deutschland angestellt werden, der deutsche Staatsfunk ist mit dem griechischen selbstredend nicht vergleichbar – er kostet pro Einwohner, wie der Spiegel errechnet hat, das Vierfache! Den rund 290 Mio. Euro/Jahr für die griechische ERT stehen 8,7 Mrd. Euro an Rundfunksteuern, pardon „Demokratieabgaben“ in Deutschland gegenüber. Die Grundversorgung des Souveräns mit sinnfreiem Klamauk à la „Wetten, dass ..?“ hat eben ihren Preis.

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