Löcher in der Matrix – Verhasstes Privatgeld

„Neue Anerkennung für den Bitcoin“ (n-tv.de, 9.8.2013)

In letzter Zeit mehren sich die Anzeichen, dass der Bitcoin – eine virtuelle, private Kunstwährung – den Zorn der Geldmachthaber in den Notenbanken auf sich zieht. In dem Maße, wie Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptiert werden, bedroht die neue Konkurrenz die staatlich betriebenen Zwangsgeldsysteme. Dabei sind Regelbasierung, Dezentralität, wachsende Akzeptanz und die strikte Begrenzung der Bitcoin-Geldmenge eindeutige Pluspunkte dieses Privatgelds. Dem wird die bekannte Litanei des staatlichen Kontrollverlusts entgegengesetzt: Dem Bitcoin mangele es an gesetzlichen Grundlagen und er ermögliche Steuerhinterziehung, Geldwäsche, Kriminalität, Terror, etc.. Auch bei n-tv.de hebt man mahnend den Zeigefinger und warnt davor, dass der Wechselkurs „teils extrem schwanken“ könne, im Vergleich zu –wie man feinsinnig unterscheidet – „echtem Geld“. Tatsächlich ist dieses freie Geld kaum zu kontrollieren und auch grenzüberschreitend in beliebiger Dimension zu transferieren. Eine Unabhängigkeitserklärung der Geldnutzer, die für die thailändische Zentralbank so bedrohlich war, dass sie den Bitcoin unmittelbar nach einer Präsentation durch die Bitcoin Co. Ltd. vor gut einer Woche verbot. Einen scheinbar(!) anderen Weg geht man nun in den USA: Das Nachrichtenportal n-tv.de titelt etwas irreführend von „neuer Anerkennung“ und weiß von einer „Art von Geld“ und dem „Ritterschlag“ für den Bitcoin zu berichten. Das Urteil eines US-Richters machte dies möglich und „die Einschätzung des Richters könnte Präzedenzcharakter … haben“. Was gut klingt, ist indes kein Anlass zum Jubel für die Bitcoin-Anhänger. Zu offensichtlich ist die Strategie der Umarmung, deren klares Ziel lautet, aus dem Bitcoin ein Geld „mit allen Rechte und Pflichten“ zu machen. So dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis der Bitcoin in das Überwachungs- und Kontrollsystem der Notenbanken integriert und dabei bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wird. Falls die Umarmung nicht gelingt, kann man den Bitcoin später ja immer noch verbieten – ein Vorwand dafür findet sich allemal.

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