SIW 32/2013: Ende der Rezession?!

Herbeigeschriebene Normalität
Wenn wir die heutigen Schlagzeilen Revue passieren lassen, dann ist die überwältigende Botschaft: Rückkehr zur Normalität. Die europäische Statistikbehörde Eurostat vermeldete ein Plus von 0,3% für das BIP der Eurozone im zweiten Quartal, womit die Rezession überwunden scheint. Wohlwollend titelt heute welt.de: „Euro-Zone beendet längste Rezession ihrer Geschichte“ Jetzt, da die Rezession hinter uns liegt, kann man sogar an prominenter Stelle – also in der Schlagzeile – zugeben, dass es die längste in der Geschichte der „Zone“ war. Deutschland war mit einem Wachstum von +0,7% im 2. Quartal erneut das Zugpferd und – man höre und staune – auch Schwergewicht Frankreich konnte mit einem Plus von 0,5% positiv überraschen. In Italien – dem dritten Großen im Bunde – waren die Zahlen mit -0,2% zwar weiter negativ, aber bereits auf dem Wege der Besserung. Die Boulevardpresse sekundierte, etwa auf bild.de: „INFLATIONS-GEFAHR! – Darum explodieren die Preise im Supermarkt“ brüllt es einem dort von der Titelseite entgegen. Also auch hier: Rückkehr zur Normalität mit dem stets beliebten Lamento über steigende Preise. Krise, Rezession und Deflationsgefahr, so scheint es, haben sich verzogen.

Wenn man die Zahlen etwas abklopft, dann blättert der Lack jedoch. Die Wachstumsimpulse in Deutschland seien vor allem aus dem privaten und öffentlichen Konsum gekommen. Öffentlicher Konsum? Der hochverschuldete und mit Bürgschaften überladene deutsche Staat steigerte seinen Konsum?! Na bravo! Unter Nachhaltigkeit verstehen wir eher etwas anderes. Auch der private Konsum, der zum Teil in hochwertige Renovierungen und Wohnungsneubauten floss, ist nicht unbedingt Ausdruck von Optimismus, wie wir vor einigen Wochen schon anlässlich des Konsumklimas der GfK dargelegt haben. Vielmehr werden hier nominale Sparguthaben in reales Vermögen überführt. Ein wesentliches Argument für solche Umschichtungen sind die weit fortgeschrittenen Pläne für eine europäische Bankenunion und die damit einhergehende Aufweichung des Einlagenschutzes. Obwohl das Ganze Züge einer Fluchtbewegung aus Nominalanlagen hat, freut sich die Bauwirtschaft allemal. Die deutsche Industrie dagegen senkte ihre Wachstumsprognose. BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber forderte sogar eine groß angelegte Investitionsoffensive. Und wen sah er da wohl in der Pflicht?! Richtig, den Staat! Dieser solle dafür bitteschön künftige Haushaltsüberschüsse einsetzen. Schön und gut, aber welcher Staat hat denn in den letzten Jahrzehnten – außer sporadisch und rein zufällig – Haushaltsüberschüsse erwirtschaftet?! Nach einem selbsttragenden Aufschwung klingt das jedenfalls nicht. Vor allem wenn man bedenkt, dass dies alles vor dem Hintergrund künstlich gedrückter Zinsen geschieht.

Auch an der Börse hielt sich die Begeisterung bislang in Grenzen. Deutsche Aktien zeigten sich von der Aufschwungsrhetorik ziemlich unbeeindruckt und schwankten um den Vortagsschluss. Möglicherweise befürchten die Marktteilnehmer ein Ende der Niedrigzinsphase. Vielleicht versuchen sie aber auch nur – wie man das dem Aktienmarkt üblicherweise unterstellt – die nächsten sechs bis neun Monate zu antizipieren. Die Zeit nach der Bundestagswahl dürfte für die Bürger im Allgemeinen und für Anleger im Besonderen aber eher ungemütlich werden. Zur Sharewise Community

Anzeige
___________________________________________________________________

Erster deutscher Online Kongress für Trader!
Einladung zur kostenlosen Teilnahme!

Vor wenigen Jahren noch undenkbar – heute Realität!
Erstmalig ein Tradingkongress komplett online im World Wide Web.

Wir ladenSie hiermit zur kostenlosen Teilnahme ein und schenken Ihnen einen Gutschein im Wert von 75,00 Eur. Verpassen Sie nicht diesen Event und holen Sie sich die Tradingprofis live auf Ihren Computer. Um kostenlos teilzunehmen, lösen Sie bitte bei Ihrer Anmeldung den Gutscheincode SMI-8855 ein. Dieser Code ist gültig bis zum 19.08.2013 und einsetzbar für alle Tage vom 06.09. – 09.09.2013! Alle Infos und Anmeldung: http://www.tradingexpo-online.de/

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, sichern Sie sich daher noch heute Ihren Platz!

Wir wünschen eine spannende Teilnahme!
________________________________________________________________




Zu den Märkten
Auch die Goldpreisentwicklung will zur Überwindung der Krise nicht recht passen. Eigentlich sollte das gelbe Metall jetzt, da wir vermeintlich auf dem Weg der Besserung sind, doch weniger nachgefragt werden. Relativ zu Aktien ist genau dies jedoch nicht der Fall (vgl. Abb.). Erstmals seit vier Monaten schickt sich Gold sogar an, die obere Begrenzung des Abwärtskanals im Relativchart Gold vs. S&P500 zu testen. Ein Bruch dieses Kanals wäre für uns das Signal, Goldminenaktien wieder stärker zu gewichten. Schon in den letzten Tagen gehörten diese Titel zu den stärksten Aktien überhaupt. Die relative Abwärtsbewegung des Edelmetallsektors dürfte also an ihr Ende kommen.

Eine interessante Konstellation kündigt sich beim US-Computer- und Lifestyle-Konzern Apple Inc. (WKN 865 985) an. Die rund zehnmonatige Abwärtsbewegung endete mit einem Doppelboden (blaue Markierung) im Bereich von ca. 385 USD. Kaum war diese Formation bestätigt – was mit Überschreiten des Zwischenhochs bei ca. 465 USD der Fall war (rote Linie), gab der als ziemlich direkt, wenn nicht ruppig geltende Großinvestor Carl Icahn seinen Einstieg beim etwas aus der Mode geratenen Apfelkonzern bekannt. Als Reaktion stieg die Aktie um mehr als 5%. Icahn hat eine gewisse Reputation, dem Management „seiner“ Unternehmen, Beine zu machen. Ein Argument für seinen Einstieg war die erhebliche Unterbewertung des Unternehmens. Das KGV f

ür das Geschäftsjahr 2013/14 liegt – bereinigt um die Cash-Position – bei deutlich unter 10. Von der Produktseite sollte man sich den 10.9.2013 merken. Dann wird Apple ein verbessertes iPhone vorstellen und man darf gespannt sein, wie dies von der Fangemeinde aufgenommen wird.

Anzeige
___________________________________________________________________

Project Future in Guidants

Der Futurehandel will gelernt sein: Penible Vorbereitung, Erfahrung, Vertrauen in eigene Fähigkeiten und umfassendes Grundwissen sind unabdingbar. Deshalb bietet GodmodeTrader.de-Experte Christian Stern den Ausbildungs- und Tradingservice „Project Future“ an. Hierin begleitet er Trader mit ersten Kapitalmarkterfahrungen auf ihrem Ausbildungsweg zum professionellen Trader. Intelligente, risikoarme Tradingsetups und -strategien werden zunächst im CFD-Bereich trainiert und später auf den Futurehandel übertragen. In Echtzeit und mit Echtgeld treffen sich Teilnehmer und Experten im virtuellen Tradingroom der Investment- und Analyseplattform Guidants.

________________________________________________________________

 

Musterdepot Aktien
Mit dem Kauf unserer ersten Position von 1.000 Stück Hargreaves Services PLC (WKN A0H MDY, akt.: 9,50 EUR; ca. 3% Depotanteil) sind wir in Deutschland wiederum nicht zum Zuge gekommen. Es gehen hier praktisch kaum Stücke um. Wir legen unsere Order daher nach London und limitieren mit 835 GBp (akt. Kurs: 825 GBp), gültig ab dem morgigen Donnerstag. Mehr zu Hargreaves finden Sie im aktuellen Heft auf S. 74.

Ferner wollen wir 25 Stück Apple Inc. (WKN 865 985, akt. Kurs: 375,30 EUR) kaufen (s.o.). Unser Kauflimit liegt bei 365 EUR und ist ab dem morgigen Donnerstag in Frankfurt gültig (Depotanteil ca. 3,3%).

Beim geplanten Erwerb des DAX-Put-Optionsschein ist uns ein Fehler unterlaufen. Gemeint war der HSBC Trinkaus & Burkhardt DAX-Put-Optionsschein mit der WKN TB5 F6D (weiches „D“ statt wie fälschlich angegeben hartes „T“ am Schluss). Aufgrund dieses Fehlers kam es nicht zum Kauf. Wir limitieren ab morgen erneut für 1.000 Stück zu einem Kurs von 2,10 EUR (akt.: 2,18 EUR). Wir setzen also etwas weniger 1% des Depotvermögens ein. Es handelt sich dabei um eine Versicherung und nicht um eine Spekulation. Wenn der DAX nicht deutlich in den kommenden Monaten nachgibt, wird diese Versicherungsprämie verfallen, möglicherweise bis hin zum Totalverlust.

Musterdepot Fonds
Keine Änderungen

Veranstaltungshinweis
SRC Research, das führende bankenunabhängige Analysehaus für börsennotierte Immobiliengesellschaften und Finanzwerte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz lädt auch dieses Jahr zu seiner großen Jahres-Investorenkonferenz ein. Am Mittwoch, den 4. September von 9:30 – 17:30 Uhr, präsentieren sich neun namhafte Unternehmen auf Vorstandsebene vor professionellen Anlegern und Vertretern der Wirtschafts- und Finanzpresse in Frankfurt am Main.
Die Teilnahme an dieser Jubiläumsveranstaltung (10 Jahre) ist für professionelle Anleger kostenfrei. Nähere Informationen und Anmeldung unter:
www.src-research.de/ffs

Fazit

Die aktuell positiven Konjunkturdaten aus der Eurozone können bei genauer Betrachtung nicht vollständig überzeugen. Auch die Börsen reagieren bislang verhalten. Gold und Goldminen gewannen in den letzten Tagen dagegen an relativer Stärke. All dies deutet nicht auf eine echte Rückkehr zur Normalität.

Ralf Flierl, Ralph Malisch


www.facebook.com/SmartInvestorMagazin

Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte:
Ein mit “*“ gekennzeichnetes Wertpapier wird zum Zeitpunkt der Erscheinung dieser Publikation von mindestens einem Mitarbeiter der Redaktion gehalten.

Abonnements:
Ein kostenloses zweimonatiges Kennenlern-Abo des Magazins Smart Investor kann unter www.smartinvestor.de/abo angefordert werden.

Das Magazin:
Das aktuelle Inhaltsverzeichnis des Smart Investor Magazins ist unter www.smartinvestor.de/news/inhalt/index.hbs einzusehen.

eMail-Versand:
Sollten Sie den eMail-Versand abbestellen wollen, so benutzen Sie bitte den Abmelde-Link unter dem Newsletter bzw. schicken uns eine eMail mit dem Betreff „Abbestellen des SIW“ an weekly@smartinvestor.de.

Die Charts wurden erstellt mit TradeSignal von www.tradesignal.de und Tai-Pan von Lenz+Partner. Diese Rubrik erscheint jeden Mittwochnachmittag.

Impressum
Smart Investor Media GmbH

Hofmannstr. 7a
81379 München
Tel.: 089/2000 339 – 0
Fax: 089/2000 339 – 39
HRB: 149 664 Amtsgericht München
USt.ID.Nr.: DE207669469
Vertretungsberechtigter Geschäftsführer: Ralf Flierl
info(at)smartinvestor.de

Inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 10 Absatz 3 MDStV:
Ralf Flierl