SIW 37/2013: Kleine „Ent-ologie“

Zwischen den Entscheidungen
Souverän festigte Horst Seehofer seine Position als Bayerischer Ministerpräsident und führte die Partei zu jener Alleinherrschaft zurück, die von vielen CSU-Mitgliedern ohnehin als bayerischer Normalzustand empfunden wird. Gerne würde man sich auch bei der CDU ein wenig im Glanz der Schwesterpartei sonnen, die Konstellation im Bund ist allerdings verzwickter: Die große Unbekannte bei der Bundestagswahl bleibt die „Alternative für Deutschland“ (AfD), die in Bayern nicht antrat. Bei keiner Partei klaffen zwischen den Prognosen derart gewaltige Unterschiede wie hier. Insbesondere die etablierten Demoskopen tun sich schwer mit den Neuankömmlingen, während die Partei im Internet inzwischen schon zu den Stars gehört. Am Abend des 22. September wissen wir mehr.

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Globales Schachbrett
Der Begriff des „Grand Chessboard“ wurde vom langjährigen Sicherheitsberater mehrerer US-Regierungen Zbigniew Brzezinski geprägt. Gemeint ist damit jenes geopolitische Ringen der Groß- und Supermächte, das selten so deutlich durch die Tagesereignisse durchschimmert wie im Fall der Syrien-Krise. Ausgerechnet Russlands Putin – der als Gegenspieler der USA bei den „atlantisch“ geprägten Medienhäusern des Landes regelmäßig einen schweren Stand hat – gelang ein Schachzug, mit dem er US-Präsident Obama regelrecht vorführte. Selbst in der US-Öffentlichkeit hatte Putin das bessere Ende für sich, während die US-Diplomatie eine schwere Schlappe erlitt. Auch wenn die Gefahr eines unmittelbaren Kriegsausbruchs um Syrien durch Putins Initiative erst einmal gebannt ist, die Geschichte ist noch lange nicht zu Ende erzählt. Das globale Schachspiel ist auf Dauer angelegt und täuschen wir uns nicht, auch Putin spielt das Spiel für sein eigenes Land.

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Mit Edelweiß-Trading zum Gipfel des Erfolgs

Mit 13 Jahren bekam Manuel Schmedler das erste Aktiendepot von seinem Vater – seither lässt ihn die Börse nicht mehr los. Sein Ehrgeiz, seine Ausdauer und sein striktes Geld- und Risikomanagement brachten ihm Erfahrung und Erfolg. Überzeugen konnte der junge Österreicher unter anderem in seinem Blog auf GodmodeTrader.de. Mittlerweile hat er mit Edelweiß Trading seinen eigenen Trading-Service. Dort handelt er Forex, Indizes und Rohstoffe mit CFDs im Realdepot. Und das in Echtzeit: auf der Investment- und Analyseplattform Guidants.
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Märkte auf Allzeithoch
Und wieder: Ausgerechnet der Ex-KGB-Mann Putin entschärfte mit seiner Syrien-Initiative (vorläufig?) nicht nur das dortige Minenfeld, sondern trieb in der Folge die Aktienmärkte nach oben – beim DAX Performanceindex auf ein neues Allzeithoch. Allzeithochs sind immer bedeutsam. Frei nach dem Motto: Wenn etwas schwimmt wie eine Ente, quakt wie eine Ente und aussieht wie eine Ente, dann ist es eben manchmal auch eine Ente. Ein Allzeithoch ist ein unübersehbares Signal der Stärke. Punkt. Wird es nicht rasch korrigiert und damit zu einem ebenso unübersehbaren Fehlsignal mit entgegengesetzter Implikation, dann ist die Arbeitshypothese: Weiter aufwärts! Ist das blauäugig?! Jein. Natürlich gibt es zahlreiche gute Argumente, die gegen weiter steigende Kurse sprechen. Beginnend mit der Syrien-Krise, die nach dem großen Aufatmen erneut aufflackern könnte. Nach den ersten Ankündigungen, steckt der Teufel nämlich auch hier im Detail, was sich schon bei der Ausformulierung einer entsprechenden UN-Resolution zeigt. Zudem dürfte US-Präsident Obama nach dem erlittenen Gesichts- und Positionsverlust bestrebt sein, das Heft des Handelns wieder in die Hand zu bekommen um nun seinerseits zu punkten.

Auch innenpolitisch sollte man sich nicht einlullen lassen. Die relative Ruhe vor der Bundestagswahl ist trügerisch. Nachdem die Wahllokale geschlossen haben, sinken die Wähler regelmäßig rapide in der Gunst der Politiker und es beginnt eine Periode der Zumutungen. Dies besonders für die Anleger, denn die öffentlichen Kassen sind notorisch leer. Positiv hervorzuheben ist dagegen, dass sich der DAX vor dem Hintergrund des Saisonmusters – der September gilt als der schlechteste Börsenmonat des Jahres – bislang ausgesprochen gut entwickelt hat. Auch konjunkturell gibt es inzwischen Aufhellungstendenzen, die allerdings von den Notenbanken teuer erkauft wurden. Dieser Zusammenhang offenbart auch gleich die ganze Zweischneidigkeit der Situation: Läuft die Konjunktur zu gut, dann dürfte der nächste Tapering-Versuch, also die Rückführung der US-Staatsanleihekäufe, schon um die Ecke kommen. Der nächste Termin für die Ankündigung einer solchen Maßnahme durch Fed-Chef Bernanke wäre HEUTE!

Eine solche Ankündigung dürfte die Märkte erneut verunsichern. Wir sind allerdings auch der Meinung, dass die Käufe von US-Staatsanleihen durch die Fed nicht nur einen konjunkturellen Aspekt beinhalten, sondern auch das Thema Staatsfinanzierung. Jüngst zeigte sich sogar die japanische Notenbank mit Stützungskäufen in diesem Bereich. Eine Aufnahme der US-Staatspapiere am freien Markt würde nach unserer Einschätzung einen weiteren Zinsanstieg erforderlich machen, damit diese Papiere überhaupt die notwendigen zusätzlichen Kaufinteressenten anziehen. Das wiederum würde aber die Aktienhausse konterkarieren. Alles in allem bleibt die Fed also in der Zwickmühle.

Markttechnisch ist in der jüngsten DAX-Entwicklung bemerkenswert, dass gleich zwei Kurslücken („Gaps“ – grüne Kreise im Chart) entstanden sind. Dies deutet daraufhin, dass es bedeutende und unerwartete Änderungen in der Einschätzung der Lage durch die Anleger gegeben hat und dass diese Veränderungen außerhalb der Handelszeit stattgefunden haben. Um solche Kurslücken ranken sich ja einige Mythen. Etwa, dass sie in der Folge geschlossen würden. Das ist zwar häufig der Fall („Exhaustion Gap“ – Erschöpfungslücke, „Common Gap“ – Gewöhnliche Lücke), die Definition ist jedoch fast ein wenig tautologisch: Sogenannte „Break-Away-Gaps“ (Ausbruchslücken) werden nämlich in der Regel nicht bzw. nicht zeitnah geschlossen. Wenn also die Schließung erfolgt, wäre es kein oder eben nur ein falscher Ausbruch gewesen und damit auch keine Ausbruchslücke.

Im Lager der Anlageprofis herrscht derzeit ebenfalls noch erhebliche Skepsis: Jim Rogers, eine der Investorenlegenden überhaupt, äußerte sich dieser Tage extrem negativ für Aktienanlagen und erwartete Kursverluste von 30 bis 50%. Allerdings bezeichnete sich Rogers mehrfach nicht ohne Selbstironie als einen miserablen „Market Timer“. Auch Felix Zulauf, den wir im Smart Investor 9/2013 zusammen mit seinem Sohn, Roman Zulauf, interviewten bleibt skeptisch. Seiner pessimistischen Einschätzung folgten die Märkte bislang ebenfalls nicht.

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Das 1. Chemnitzer Finanzforum

Am 26. Oktober 2013 ist es soweit.

Von 10 bis 18 Uhr haben Sie die Möglichkeit, sich in 13 Vorträgen und einer spannenden Podiumsdiskussion über die Themen Inflation, wirtschaftliche Entwicklung des Euro-Raumes und alternative Anlagemöglichkeiten zu informieren.

Freuen Sie sich auf hochkarätige Referenten wie Markus Koch, Stefan Riße, Harald Weygand und vielen mehr!

Zahlreiche Aussteller erwarten Sie im Foyer der Technischen Universität Chemnitz, Reichenhainer Straße 90. Vor Ort stehen Ihnen ausreichend kostenlose Parkplätze zur Verfügung.

Der Besuch ist natürlich kostenfrei.
Weitere Informationen erhalten Sie unter www.finanzforum-chemnitz.de.
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Musterdepot Aktien
Angesichts der insgesamt unsicheren Lage im Vorfeld von Fed-Sitzung und Bundestagswahl halten wird die Füße erst einmal still. Das gilt auch für unsere DAX-Absicherung. Wir fahren bis nächste Woche vorsichtshalber mit angezogener Handbremse.

Musterdepot Fonds
Keine Änderungen

Fazit
Mit der temporären(?) Entspannung im Syrien-Konflikt konnte der DAX-Performanceindex ein neues Allzeithoch markieren. Zwar sprechen weiter auch viele Indizien gegen ein Durchstarten, aber dass der DAX vor dem Hintergrund der allfälligen Bedenken frische Stärke entwickeln konnte ist eindeutig positiv! Nach der heutigen Fed-Sitzung erhalten wir zudem Klarheit über die weitere Marschrichtung der Notenbanken.

Ralf Flierl, Ralph Malisch

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Die Charts wurden erstellt mit TradeSignal von www.tradesignal.de und Tai-Pan von Lenz+Partner. Diese Rubrik erscheint jeden Mittwochnachmittag.

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