Aktien-Update – Facebook

Mark Zuckerberg darf zufrieden sein. Für Facebook (WKN A1JWVX, Aktueller Kurs: 36,68 EUR) liefen die Geschäfte mit Online-Werbung auch im dritten Quartal hervorragend. Auch wenn der durchschnittliche Preis einer Werbeanzeige – wie schon zuvor von Google berichtet – erneut sank, konnte dank des Volumenanstiegs bei den „Ads“ ein deutlicher Erlöszuwachs auf rund 2 Mrd. USD verbucht werden. Die Werbeumsätze kletterten hierbei um 66% im Vergleich zum Vorjahr. Je Aktie verdiente das weltgrößte soziale Netzwerk 0,25 USD. Mit beiden Werten konnten die Konsensschätzungen der Wall Street klar übertroffen werden (Konsens: 1,9 Mrd. USD Umsatz, 0,19 EpS). Im September waren im Durchschnitt 728 Millionen Nutzer täglich mindestens einmal online und damit ein Viertel mehr als noch vor einem Jahr. Insgesamt waren zuletzt 1,19 Mrd. User bei Facebook registriert. Die Fortschritte von Facebooks Online-Strategie lassen sich auch daran ablesen, dass inzwischen der Großteil dieser Nutzer (874 Mio. EUR) über ihr Smartphone oder Tablet auf die Facebook-Seite zugreift. Die nächsten Herausforderungen liegen nun in der Einbindung von Werbevideos sowie erstmals von Werbung auf der Foto-Community Instagram. Beides wird über die Dynamik der Werbeeinahmen in den kommenden Quartalen maßgeblich entscheiden. Nachdem die Facebook-Aktie auf das Zahlenwerk nachbörslich zunächst mit Kursgewinnen von über 15% reagierte, drehte das Papier nach Ende der Investorenkonferenz sogar ins Minus. Als Erklärung galt eine Aussage von Facebooks CFO David Ebersman, wonach man in den USA einen Rückgang der täglich aktiven Nutzer unter Kindern und Jugendlichen beobachtet habe. Nun besteht die Sorge, dass sich diese Gruppe noch stärker anderen Plattformen und Diensten wie Twitter, Tumblr oder WhatsApp zuwenden könnte.

SI-Kommentar:
Bei einer reinen Betrachtung der Quartalsbilanz finden sich abseits der gesunkenen Werbepreise keinerlei Kritikpunkte. Facebook ist es erneut gelungen, seine Marktmacht und Dominanz unter den sozialen Netzwerken zu festigen. Die bislang eher vagen Ängste über einen Verlust jüngerer Nutzer erhalten durch die Kommentare des Finanzchefs allerdings neue Nahrung und könnten einen weiteren Anstieg der Aktie zumindest vorerst ausbremsen. Die erste Reaktion der Anleger darf in diesem Zusammenhang durchaus als Warnschuss verstanden werden. Mittelfristig entscheidet jedoch vor allem Facebooks Mobil-Strategie über den wirtschaftlichen Erfolg des Internet-Schwergewichts (Börsenwert: 120 Mrd. USD). Angesichts der klaren Übererfüllung der Markterwartungen werden die Schätzungen mit Blick auf 2014 schon bald nach oben angepasst werden müssen. Statt bislang prognostizierter 0,99 USD sollte der Konzern eher zwischen 1,10 und 1,20 USD je Aktie verdienen. Letzteres bildet eine gesunde Grundlage für eine Fortsetzung der Outperformance. (MW)

Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte:
Ein mit “*“ gekennzeichnetes Wertpapier wird zum Zeitpunkt der Erscheinung dieser Publikation von mindestens einem Mitarbeiter der Redaktion gehalten.

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