Aktien-Update – BayWa

Für verlässliche und auch in Krisenzeiten stabile Ergebnisse ist der Münchener Agrar- und Energiekonzern BayWa (WKN 519406, aktueller Kurs: 39,19 EUR) bekannt. Dabei forcierte Vorstandschef Klaus Josef Lutz in den zurückliegenden Quartalen den Wachstumskurs durch Zukäufe in der Agrarsparte. Diese tragen nun maßgeblich zu den ausgewiesenen Verbesserungen bei Umsatz und Ergebnis bei. So zogen die Erlöse in den ersten neun Monaten von 7,9 auf 12,2 Mrd. EUR kräftig an. Gleichzeitig kletterte das rein operative Ergebnis von 125 auf knapp 134 Mio. EUR. Inklusive Sondereffekte aufgrund von Immobilienverkäufen stieg das EBIT des Konzerns sogar um 40% auf 177 Mio. EUR. BayWa war bereits Ende 2011 beim neuseeländischen Obsthändler Turner & Growers eingestiegen, der weltweiten Nr. 2 auf diesem Gebiet. Hinzu kamen die Übernahmen der beiden Getreidehändler Cefetra und Bohnhorst. Hierdurch baute der Agrarbereich seinen Umsatz von 3,8 auf 8,3 Mrd. EUR deutlich aus. Ebenfalls zufriedenstellend liefen die Geschäfte im Bereich Energie, in den auch die Aktivitäten rund um die erneuerbaren Energien fallen. Zwar lag dort das EBIT mit 17,7 Mio. EUR zum Ende des dritten Quartals knapp 30% unter Vorjahr, dieser Rückstand ist nach dem Anfang Oktober abgeschlossenen Verkauf dreier Windparks mittlerweile aber bereits aufgeholt. Für die erneuerbaren Energien sieht Lutz daher im Gesamtjahr ein EBIT über dem Vorjahreswert von 32,5 Mio. EUR als gesichert an. Im dritten Segment Bau setzte BayWa schließlich nach den witterungsbedingten Rückständen der ersten beiden Quartale zu einer Aufholjagd an. Gleichwohl blieben Umsatz und Ergebnis nach neun Monaten noch hinter den jeweiligen Vorjahreswerten zurück. Unter der Voraussetzung eines nicht allzu frühen Wintereinbruchs rechnet Lutz mit einer wachsenden Nachfrage nach Spezialbaustoffen, die erfahrungsgemäß eine höhere Marge abwerfen. In diesem Fall sollte sich das Spartenergebnis im vierten Quartal „noch deutlich steigern“ lassen.

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SI-Kommentar: Welche Vorteile eine gewisse Diversifikation mit sich bringt, beweisen die soliden Neunmonatsergebnisse. Auf Konzernebene stellt sich so ein wünschenswerter Ausgleich her, der vor allem von konservativen Investoren geschätzt wird. Daneben richtet Lutz den Konzern zielstrebig auf die Wachstumschancen in den drei großen Bereichen Agrar, Bau und Energie aus – mit Augenmaß und ohne Inkaufnahme allzu großer operativer Risiken. Die Grundlage für ein weiteres Wachstum im nächsten Jahr scheint gelegt, zumal der Konzern auch weiterhin nach interessanten Übernahmekandidaten Ausschau hält. Die Aktie kämpft derzeit mit den bisherigen Jahreshochs aus dem Frühjahr. Sollten diese zeitnah gebrochen werden, würde auch die Charttechnik ein Kaufsignal generieren. Auf Basis der aktuellen Ergebnisschätzungen errechnet sich für den Wert ein KGV von moderaten 12. Angesichts des stabilen und in der Vergangenheit recht planbaren BayWa-Geschäfts dürfte eine höhere Bewertung nur eine Frage der Zeit sein. (MW)

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