SIW 49/2013: Edelmetalle mit ersten Lebenszeichen

Kummer gewohnt
Goldinvestoren hatten im sich zu Ende neigenden Jahr 2013 wenig Anlass zur Freude. Nachdem sie rund zwölf Jahre (1999 bis 2011) von steigenden Kursen verwöhnt wurden, setzte eine ausgedehnte und zermürbende Korrektur ein. War der Goldpreis in der Haussebewegung zu weit gelaufen, oder hat sich das Umfeld in den letzten beiden Jahren so sehr gegen das Edelmetall verändert, dass ein Preiseinbruch von 1.921,18 USD (6.9.2011) bis auf 1.180,71 USD (28.6.2013) gerechtfertigt war? Zwischen diesen beiden Extremwerten liegt auf USD-Basis immerhin ein Minus von 38,5%. Realistischer Weise werden hier beide Effekte eine Rolle gespielt haben, wobei der wesentlichere Einfluss vom vorangegangenen Überschießen des Kurses ausgegangen sein dürfte. Das fundamentale Umfeld für Gold ist dagegen weiter intakt, auch wenn Aktien von den Marktteilnehmern zwischenzeitlich als attraktiver eingeschätzt wurden. In Zeiten des Quantitative Easings, wie das Gelddrucken heute vornehm genannt wird, und der Finanziellen Repression liefert der niedrige bzw. negative Realzins weiter Rückenwind für Sachwertanlagen. Zudem ist die Krise der großen Fiat-Money-Systeme zwar aus den Schlagzeilen verschwunden, aber weit davon entfernt gelöst worden zu sein. Der aktuelle Hype um die „Kryptogelder“ Bitcoin & Co. ist auch ein Hinweis darauf, dass es einen immensen Bedarf für alternative, vom Regime der Notenbanken unabhängige Geldformen gibt. Es spricht Bände, dass alleine der Bitcoin inzwischen eine Marktkapitalisierung von knapp 11 Mrd. USD erreicht hat, obwohl hinter ihm nichts und niemand steht. Zur Sharewise Community

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Guidants 3.0: Es geht noch persönlicher!

Wer dachte, individueller könnte sein Guidants-Marktüberblick nicht sein, wird staunen. Mit dem aktuellen Release geht die Investment- und Analyseplattform der Macher von GodmodeTrader noch stärker auf persönliche Interessen ein. Wer diese einmalig angibt, bekommt regelmäßig passende Inhalte vorgeschlagen.

Und auch Bedienfreundlichkeit und Übersichtlichkeit wurden optimiert. So kann der Nutzer über den Guidants Market zu voreingestellten Desktops, Streams und Widgets gelangen. Bereits vorgenommene Einstellungen werden über die neue persönliche Navigationsleiste abgerufen. Mehr unter Guidants.com.

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Taditionelles Geld
Während die Kryptogelder Modernität verströmen, setzten die Edelmetalle in den vergangenen zwei Jahren sichtbar etwas Patina an. Für einen kurzen Augenblick lag das Austauschverhältnis zwischen einer Feinunze Gold und einem Bitcoin sogar bei ziemlich genau eins zu eins. In solchen Momenten lohnt es sich einen Schritt zurückzutreten und kühlen Kopf zu bewahren. Wenn schon eine Alternative zu EUR, USD und JPY, warum dann eigentlich nicht Gold und Silber? Einige Bitcoin-Inhaber hatten wohl ähnliche Überlegungen, denn in der letzten Kursspitze sollen Bitcoins für mehrere hunderttausend Euro in Gold getauscht worden sein. Dennoch sind solche Schlussfolgerungen nicht zwingend, denn mit dem gleichen guten Argument hätte man seine Bitcoins auch schon einmal gegen Silber tauschen können, als dort die Parität zur Feinunze erreicht wurde. Viel entscheidender sind die Trends und die zeigten für den Bitcoin in den letzten Monaten steil nach oben, während Gold teilweise deutlich zurückfiel.

Anzeichen einer Trendwende?
Nun haben wir trotz der Kursrücksetzer beim Gold nur in den niedrigeren Zeitfenstern einen Abwärtstrend. Verglichen mit der vorangegangenen, zwölfjährigen Aufwärtsbewegung haben die Abschläge der beiden letzten Jahre noch immer Korrekturcharakter. Auch wurde der langfristige Aufwärtstrend bislang nicht gebrochen (vgl. Abb. 1). Welche Indizien gibt es also für ein mögliches Ende des Abwärtsgangs? Betrachtet man die Struktur des Kursverlaufs, dann hat die zweijährige Korrekturbewegung – logarithmisch betrachtet – in etwa das Fibonacci-Niveau in Höhe von 23,6% erreicht – gemessen an der vorangegangenen Aufwärtsbewegung seit 1999. Damit wäre sie trotz ihrer zeitweisen Heftigkeit insgesamt nur eine der kleinen Korrekturvarianten aus Fibonacci-Perspektive. Im neuen Smart Investor 1/2014, der zum Wochenende erscheint, stellen wir noch einige weitergehende Überlegungen zur inneren Struktur der Bewegungen an den Edelmetallmärkten an. Zur Sharewise Community


Schwalbe im Winter
Sollte der langfristige Aufwärtstrend (Abb. 1) tatsächlich gebrochen werden, dann wäre eine Beschleunigung nach unten fast sicher. Danach aber sieht es im Moment nicht aus. Der gestrige Handelstag brachte für Gold und Silber, aber auch für die Minenaktien ordentliche Kurszuwächse. Das geschah weitestgehend ansatzlos. Vermutet wurde sogenanntes Short Covering, also die Eindeckung von Baissespekulationen. In der jüngeren Vergangenheit wurden Edelmetalle jedenfalls massiv heruntergeschrieben, wobei die Investmentbank Goldman Sachs Ende November mit der Warnung vor einem dramatischen Absturz der Kurse ganz vorne mit dabei war. Hätte man die eigene Prognose doch schon ein paar Tage früher gekannt, denn da liehen sich die Goldmänner noch 45 Tonnen des angeblich nicht mehr begehrten Metalls beim US-Erzfeind Venezuela. Vielleicht benötigte man auch etwas „Handgold“, um der Prognose durch ein paar unlimitierte Verkäufe Nachdruck zu verleihen?!

Dennoch ist der gestrige Kursaufschwung aber erst einmal nicht mehr als die berühmte Schwalbe und die macht bekanntlich keinen Sommer – schon gar nicht im Dezember. An dieser Stelle dürfen wir einmal wieder den Relativchart zwischen Gold und dem S&P500-Index zeigen (Abb. 2). Solange sich Gold gegenüber Aktien im Abwärtstrend befand, gab es keinen Grund zu Umschichtungen in Richtung des Edelmetalls. Nun aber sieht es so aus, als würde an diesem Relativtrend gekratzt. Eine ähnliche Situation hatten wir auch schon einmal im August, die damals allerdings zu Gunsten der Aktien aufgelöst wurde. Je öfter und nachhaltiger sich die Marktteilnehmer die Finger bei solchen Timing-Versuchen die Finger verbrennen, desto zurückhaltender werden sie künftig sein. Das wiederum sind gute Nachrichten für Gold – auch im Dezember.

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Musterdepot Aktien & Fonds
Seit SIW 43/2013 führen wir die Transaktionen für unsere Musterdepots auf unserer Website im Bereich Highlights/Musterdepot auf www.smartinvestor.de. Sie können sich dort durch einfaches Blättern einen schnellen Überblick über die letzten Wochentransaktionen verschaffen.

In eigener Sache
Am Wochenende ist es wieder soweit: Rechtzeitig vor Weihnachten erscheint Smart Investor Ausgabe 1/2014. Neben Berichten über Reichmacher-Aktien und einem Beitrag über die Vorurteile gegen die Österreichische Schule der Nationalökonomie spüren wir anlässlich des 100sten Geburtstags dem Gründungsmythos der US-Notenbank Fed nach. Wir wünschen Ihnen eine spannende und gewinnbringende Lektüre.

Fazit
Edelmetalle meldeten sich gestern – für viele Marktteilnehmer überraschend – recht kraftvoll zurück. Während einige Beobachter darin ein reines Short-Covering sehen, könnte sich hier durchaus eine Wende ankündigen. Unter verschärfte Beobachtung gehören Gold & Co. jetzt allemal.

Ralf Flierl, Ralph Malisch

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Die Charts wurden erstellt mit TradeSignal von www.tradesignal.de und Tai-Pan von Lenz+Partner. Diese Rubrik erscheint jeden Mittwochnachmittag.

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