SIW 6/2014: Was ist eigentlich noch sicher?

Entzauberte Säulenheilige
Schon Benjamin Franklin wusste, dass lediglich der Tod und die Steuern als wirklich sicher gelten dürfen. Obwohl der gute Herr Franklin – immerhin einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten von Amerika – schon seit über 200 Jahren tot ist, scheint es hinsichtlich der Sicherheit der Steuer bei einigen noch immer Zweifel zu geben. Alice Schwarzer, die wohl bekannteste Feministin des Landes demonstrierte jetzt, dass das „Vergessen“ von Schweizer Bankkonten eine Kunstform ist, in der es auch Frauen schon zu einer gewissen Meisterschaft bringen. Mehrere Jahrzehnte soll sich Schwarzer in dieser Disziplin geübt haben und hätte eigentlich schon im letzten Jahrhundert von ihrem erfolgreichen Einbruch in eine klassische „Männerdomäne“ berichten können, wenn … ja, wenn es ihr nicht entfallen wäre. Das ist bei einem kolportierten siebenstelligen Betrag schon eine bemerkenswerte Verdrängungsleistung. Stattdessen musste sich „die Arme“ um Subventionen für die „gute Sache“ abmühen – und wie sie sich mühte. In einem sehr lesenswerten Beitrag der Online-Ausgabe der Wirtschaftswoche spürt Bettina Röhl der „Subventionskönigen Alice Schwarzer“ nach und entdeckt Erstaunliches über Stiftung, Verlag und Steuerzahler-Gelder. Zur Sharewise Community

Es ist noch Suppe da
Wirklich „sicher“ ist also nur der Tod und vor dem kommt bekanntlich erst einmal die Rente – meistens zumindest. Und bei dieser Rente ging es bislang – so stellte die neue Regierung fest – ziemlich ungerecht zu. Die neue Arbeitsministerin, Andrea Nahles, schnürte im „Rentenpaket“ der Großen Koalition in Windeseile gleich zwei Themen zusammen – die „Rente mit 63“ und die „Mütterrente“. Das Ganze – so hieß es zunächst – solle 60 Mrd. EUR kosten, das aber war offenbar ein Kommunikationsfehler, denn die richtige Zahl lautete 160 Mrd. EUR. Das Magazin Focus will sogar Kosten von mehr als 230 Mrd. EUR nicht ausschließen, falls die Sache ungünstig verläuft – und das tut sie doch eigentlich immer. Fast ist man geneigt, Frau Nahles zunächst einmal mit dem Bau eines Bahnhofs oder Flughafens zu betrauen, da dort die Schadens- … pardon … Ausgabensummen doch etwas überschaubarer sind. Dabei ist die Frau bestens auf ihre Aufgabe vorbereitet und kann unter anderem auf Studienabschlüsse in Neuerer Germanistik, Älterer Germanistik und Politikwissenschaft, sowie ein SPD-Parteibuch verweisen. Dennoch wurde die Dynamik unserer umlagefinanzierten Rente, wie dieses staatlich betriebene Schneeballsystem etwas beschönigend genannt wird, auch schon von manchem Amtsvorgänger massiv unterschätzt. Legendär war etwa Norbert Blüm, der mit dem Slogan „Denn eines ist sicher: Die Rente“ immerhin einen Achtungserfolg erzielte – allerdings im komischen Fach. Das „Rentenpaket“ der Nahles ist nicht nur teuer, sondern vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung auch einigermaßen widersinnig. Wahltaktisch ist es dagegen in einer rasch alternden Gesellschaft durchaus verlockend, sich zur Schutzpatronin der Rentner emporzuschwingen. Bezahlt wird das Ganze ohnehin von anderen, oder man lässt der Einfachheit halber gleich weiter anschreiben. Das musste man übrigens auch im abgelaufenen Jahr tun. Alleine der Bund nahm netto weitere 22 Mrd. EUR neue Schulden auf, obwohl die Steuereinnahmen wie nie zuvor sprudelten. Letzteres freute den Finanzminister vermutlich mehr als die Bürger. Die bleiben ohnehin ein wenig ratlos zurück, wenn trotz steigender Steuerlast auch die Staatsschulden nur den Weg nach oben zu kennen scheinen. Der Staat hat einfach noch unendlich viel zu tun, bis auch im letzten Winkel des Landes „Gerechtigkeit“ herrscht. Zur Sharewise Community

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Anziehende Volatilität und brechende Trends
Aktuell ist es vor allem die technische Seite vieler Märkte, die – ausgehend von den Emerging Markets – besorgniserregend erscheint. Das wäre nun nicht weiter schlimm, wenn auch die Stimmung am Boden läge, und einige positive Überraschungen schon bald für neue Phantasie sorgen könnten. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Als der DAX mit der 10.000er-Marke flirtete, machte sich Sorglosigkeit unter den Anlegern breit. Aktien galten zunehmend als „alternativlos“, der Fall der magischen Marke schien keine Frage des „Ob?“, sondern lediglich eine des „Wann?“ zu sein. Auch ist nicht klar, woher frischer Optimismus eigentlich kommen soll, da die konjunkturelle Lage vermutlich schon jetzt zu positiv beurteilt wird. Es ist also weiter Vorsicht an den Aktienmärkten angesagt. Die in der Vorwoche bereits sichtbaren Ermüdungserscheinungen haben sich noch weiter verstärkt. Beim DAX (vgl. Abb. 1) sieht man nun einen deutlichen Trendbruch, des steilen Aufwärtstrends (grüner Kanal). Die flachere Trendlinie (blau) im Bereich von aktuell rund 8.900 Punkten bleibt im Visier. Zwar ist nach den scharfen Kursverlusten nun durchaus eine Erholungsbewegung zu erwarten, ob allerdings der grüne Trendkanal zurückerobert werden kann, erscheint derzeit mehr als fraglich. Im Zuge der jüngsten Kursturbulenzen ist zudem die Volatilität deutlich angezogen (vgl. Abb. 2). Zwar kann auch hier nun kurzfristig eine Beruhigung eintreten, der Markt bleibt jedoch angeschlagen. Der Eindruck, dass „etwas im Busch ist“, verstärkt sich, wenn wir die „Stillen Stars“ des MDAX (vgl. Abb. 3) betrachten. Dieser Index hat den größeren Bruder DAX in den letzten Jahren deutlich überflügelt. Wie an einer unsichtbaren Schnur gezogen marschierten die MDAX-Titel nach oben. Jetzt kam es aber auch hier zu ersten Schwächeanzeichen. Der seit September 2011 intakte Aufwärtstrend wurde angekratzt. Falls ein solcher Trendbruch nicht unmittelbar durch eine Wiedereroberung der Aufwärtstrendlinie (rot) geheilt wird, ist dies ein eindeutig negatives Vorzeichen – ein Vorzeichen allerdings, das nicht zwangsläufig und unmittelbar zu einem Kurseinbruch führen muss. Zunächst einmal ist es die Aufwärtsdynamik, die einen Dämpfer erhalten hat. Auch – und das sei hier nur der Vollständigkeit erwähnt – ist der S&P500 in der Berichtswoche nun ebenfalls unter den in der Vorwoche gezeigten Aufwärtstrend gefallen (vgl. Abb. 4). Alles in allem also keine sehr komfortable Situation.


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Fazit
Es ist nicht das erste Mal, dass zwischen der moralisierenden Attitüde und der gelebten Wirklichkeit öffentlicher Personen eine große Lücke klafft. Uns bestätigt das einmal mehr darin, dass man die belehrende öffentliche Rede ganz grundsätzlich nicht ernst nehmen muss – egal von wem. Mündige Bürger bedürfen schlicht keiner Belehrung. Ernst nehmen wir dagegen die jüngsten Turbulenzen an den Aktienmärkten. Viele Marktteilnehmer sind aufgrund der Kursabschläge der letzten Tage unter Anpassungsdruck geraten. Lesen Sie zu der vielfältigen Gefährdungslage bitte auch noch einmal „Das große Bild“ in der aktuellen Smart Investor Ausgabe 2/2014 und das Interview „Enttäuschte US-Konjunkturhoffnungen gefährden die Weltbörsen“ mit Christopher Woods, der die aktuelle Lage in Asien beleuchtet.

Ralf Flierl, Ralph Malisch

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Die Charts wurden erstellt mit TradeSignal von www.tradesignal.de und Tai-Pan von Lenz+Partner. Diese Rubrik erscheint jeden Mittwochnachmittag.

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