Löcher in der Matrix – Der Anschein der Rettungsmöglichkeit

„USA nehmen ausländische Großbanken an die Kandare“ (dpa-AFX vom 19.2.2014)

Na, das sind ja mal gute Nachrichten, die uns so richtig beruhigen: „Fünfeinhalb Jahre nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers ziehen die USA die Zügel auch für ausländische Großbanken an. Die Notenbank Fed verabschiedete am Dienstag strengere Regeln für das Eigenkapital, die Liquidität und das Risikomanagement.“ So vermeldete es die Nachrichtenagentur diese Woche.

Da darf man sich getrost zurücklehnen und die neue Sicherheit genießen. Und wie schnell die Fed reagiert. Nur fünfeinhalb Jahre, also schlappe 66 Monatsitzungen waren notwendig. Gut, dass man sich auf eine so effiziente Institution verlassen kann. Durch die neue Regelung „soll sichergestellt werden, dass im Falle einer neuerlichen Krise ein ausreichender finanzieller Puffer in den Vereinigten Staaten zur Verfügung steht. Bislang reichte es, wenn die im Ausland sitzende Konzernmutter genügend Kapital nachweisen konnte“ vermeldet die Nachrichtenagentur weiter.

Dass die Verschärfung der Regeln erst zum 1. Juli 2016 und damit ein Jahr später als ursprünglich geplant in Kraft treten – geschenkt. Und dass nur noch Auslandsbanken mit einer US-Bilanzsumme von 50 Milliarden Dollar aufwärts statt 10 Milliarden unter die Regelungen fallen – geschenkt. Obwohl: An die Kandare nehmen geht wahrscheinlich anders.

Wie auch immer: Weiterhin wird versucht den Anschein zu erwecken, dass das Finanzsystem bei der nächsten Krise nicht nur sicher gerettet werden könnte, sondern dies sogar aus sich selbst heraus, und der Steuerzahler beim nächsten Mal außen vor wäre. Doch das ist Illusion, wie auch die lächerlich geringen Beträge zeigen, die in den deutschen Bankenabgabe-Topf fließen. (spr)

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