Fonds – Kolumne

Wandelanleihen zählen zu den aussichtsreichsten Anlageklassen für die nächsten Jahre

Gastbeitrag von Alexander Mueller, Holinger Asset Management AG
Für die Anlageklasse Wandelanleihen sprechen nicht nur die im historischen Vergleich attraktiven Renditen, sondern auch das niedrigere Risiko im Vergleich zu Aktien. Wandelanleihen bieten gegenüber Staatsanleihen ein attraktives Renditeplus, während die Ausfallprognosen angesichts der soliden Unternehmensbilanzen und guten Finanzierungsbedingungen günstig bleiben. Dies ist jedoch nur eine Seite der Medaille. Im Vergleich zu Aktien zeigen sie ein ähnliches Renditepotenzial, allerdings bei deutlich geringerem Risiko, wie der Vergleich des globalen Wandelanleiheindex UBS Global Convertible Bonds mit dem globalen Aktienmarkt (MSCI World) seit 1993 zeigt.

Wandelanleihen haben ein deutlich geringeres Risiko
Die hohe Korrelation zu den Aktienmärkten ist unverkennbar. Allerdings wird bei näherem Betrachten augenscheinlich, dass Wandelanleihen in Korrekturphasen deutlich weniger Kursverluste aufzeigen. Die Korrekturphasen waren in der Vergangenheit nicht nur weniger stark ausgeprägt, sondern fielen auch wesentlich kürzer aus. Dies liegt in der Kapitalstruktur der Unternehmen begründet. Wandelanleihen sind Zinspapiere mit einer vordefinierten Fälligkeit, die bei Verfall vollumfänglich zurückbezahlt werden, falls das Unternehmen nicht zwischenzeitlich in die Zahlungsunfähigkeit und die darin mündende Insolvenz rutscht. Mit der Anlegerangst in Krisenphasen steigt die gefühlte Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz und dementsprechend können Wandelanleihen kurzfristig an Wert verlieren. 

In den vergangenen Jahrzehnten gab es jedoch nie eine derart große Krise, dass systematisch Unternehmen abgewickelt wurden – selbst 2008/09 nicht. Das ist auch der Grund, warum in solchen Phasen Value-Investoren als Käufer auftreten, wissend, dass der Großteil der Schuldner den Verpflichtungen nachkommt und am Ende der Laufzeit das Kapital zurückzahlt. Ein Aktionär ist schlechter gestellt und rangiert in der Kapitalstruktur ganz unten. Die Wahrscheinlichkeit eines Totalverlustes ist damit bei Aktieninvestments beträchtlich höher. Die defensive Natur von Wandelanleihen zeigt sich anschaulich in den beiden vergangenen Korrekturphasen, der zweiten Jahreshälfte 2011 und zu Anfang des Jahres 2014, als die globalen Aktienmärkte auf Tauchfahrt gingen.

Gute Prognose für Wandelanleihen
Die gute Nachricht für Anleger ist, dass Unternehmen heute so robust kapitalisiert sind wie fast nie zuvor. Viele Firmen haben ihre Bilanzen durch Schuldenabbau und vorsichtige Geschäftsaktivitäten saniert und weisen weiter hohe Cash-Bestände aus. Zudem nutzten sie 2013 die günstigen Bedingungen am Anleihenmarkt, um neue Anleihen auszugeben und bestehende Schulden vorzeitig umzuschulden. Daher ist das Volumen an in Kürze fälligen Anleihen ebenso massiv gesunken wie die Zinslast. Die Ausfallquoten dürften deswegen in absehbarer Zukunft niedrig bleiben. Auch in zukünftigen Korrekturphasen sollten Wandelanleihen durch das defensive Risiko-Renditeprofil glänzen und diejenigen Investoren erfreuen, die ihrer Aktienquote Wandelanleihen beigemischt haben.

Über Alexander Mueller:

Alexander Mueller

Alexander Mueller begann seine berufliche Karriere 1992 bei Morgan Stanley in London, nachdem er mit einem Master of International Finance (MIA) der Columbia University in New York abschloss. 1996 wechselte er als Partner zu Hans-Jörg Rudloffs Investmentboutique MC Securities, wo er die Strukturierung und den Handel von osteuropäischen Aktienprodukten verantwortete. Von 2000 bis 2006 leitete er bei Credit Suisse Asset Management das globale Convertible-Bond-Produkt. Seit 2006 ist er teilhabender Geschäftsführer bei Holinger Asset Management in Zürich und steuert den erfolgreichen Wandelanleihefonds CONVERTIBLE GLOBAL DIVERSIFIED UI (WKN: A0M999). Alexander Mueller ist eidg. dipl. Finanzanalytiker und Vermögensverwalter (AZEK) sowie Chartered Financial Analyst (CFA).