SIW 10/2014: Am Aschermittwoch ist alles vorbei?!

Eskalation in Kiew
Aus anderen als den gedachten Gründen schien der „Chart of Doom“, dem wir uns im letzten SIW 9/2014 ausführlich gewidmet hatten, vorgestern nun doch (teilweise) Realität zu werden. Ursächlich für den Kurssturz vom Montag war natürlich nicht der ominöse Chart selbst, sondern etwas Überraschendes – die Eskalation der Situation in der Ukraine, namentlich auf der Krim. Was da vor unserer Haustür geschieht kann weder uns noch die Märkte kalt lassen. Gerade an letzteren gab es diese Woche gleich zwei „tolle Tage“. Dem scharfen Einbruch folgte gestern eine ebenso scharfe Erholung. Ist damit nun – am Aschermittwoch – alles vorbei?! Kaum. Beim Kräftemessen um die Ukraine erinnert viel an die alten Muster des Kalten Krieges. Besonders erschreckend ist, wie brüchig die Strukturen der internationalen Zusammenarbeit tatsächlich sind, wenn wirtschaftliche und vor allem geopolitische Interessen hart aufeinander treffen. Auch vieles, was seit dem letzten großen Krieg über Strategien der Deeskalation geforscht und geschrieben wurde, scheint den Praxistest nicht zu bestehen.

Das sicherste Zeichen für den Ernst der Lage ist die fast völlige Gleichschaltung unserer Medien in der Berichterstattung. Undifferenziert und einseitig ergriff man beispielsweise beim heimischen Staatsfunk von Anfang an Partei. Zwar futtern die Staatsfunker unser Brot – die orwellsche „Demokratieabgabe“ –, singen aber jenes Lied, das die Politik ihnen vorgibt. Schon die Darstellung der Ereignisse auf dem Maidan-Platz zeigte eine erschreckende Blindheit für alles, was nicht zum Bild der friedlichen Demonstranten auf der einen Seite und den Brutalo-Sicherheitskräften auf der anderen Seite passte. Dabei kursieren im Internet zahlreiche Videos, die das Bild bewaffneter und keineswegs friedlicher Demonstranten zeichnen. Zur sharewise Community

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Im Zwielicht
Auch die Weste des Sympathieträgers Vitali Klitschko, der vor Ort die besonnene Seite der Opposition verkörperte, scheint nicht ganz fleckenlos zu sein. Jetzt hat die Gruppe „Anonymus Ukraine“ Emails veröffentlicht, die sowohl seine Rolle als auch seine Beziehungen zur Konrad-Adenauer-Stiftung, der Parteistiftung der CDU, in ein fragwürdiges Licht tauchen. Ob diese Mails authentisch sind, ist derzeit unklar. Aber auch ohne solche Veröffentlichungen dürfte bei vernünftiger Abwägung wenig Zweifel daran bestehen, dass diverse sogenannte Nicht-Regierungs-Organisationen in der Praxis wie die verlängerten, aber verdeckten Arme ausländischer Regierungen wirken. Die Skepsis und letztlich harte Haltung des russischen Präsidenten Putin gegenüber dem Wirken solcher Organisationen in seinem Land erscheint dann gar nicht mehr ganz so unverständlich und empörend, wie uns das noch vor einiger Zeit dargestellt wurde.

Russische Paranoia?
Auch zeigt ein Blick auf die Veränderungen der Landkarte während der letzten 25 Jahre, wie auf der einen Seite der ehemalige Warschauer Pakt bzw. die Sowjetunion auf das heutige Russland zusammengeschrumpft sind, während sich die Anzahl und das Territorium der NATO-Staaten kontinuierlich ausgeweitet hat. Man muss als russischer Staatschef nicht ausgesprochen paranoid sein, um in solchen Verschiebungen aggressive Tendenzen oder eine planvoll betriebene Einkreisung des eigenen Landes zu erkennen. Mit dem nun anstehenden Herauslösen der Ukraine aus dem Einflussbereich Moskaus würde sich jedenfalls ein uralter Traum westlicher Geostrategen und zugleich Alptraum Russlands erfüllen.

Dennoch hat das Thema viele Facetten, die hier natürlich nicht annähernd beleuchtet werden können – etwa die wundersame Genesung der Janukowitsch-Vorgängerin Julia Timoschenko. Während hierzulande das Bild einer schwerstkranken politischen Gefangenen überstrapaziert wurde, traut sich die frisch aus der Haft Entlassene schon wieder das Präsidentenamt zu. An diesem Futtertrog hatte sich offenbar auch ihr Nachfolger reichlich gütlich getan, weshalb Herrn Janukowitsch in der Ukraine selbst von der russisch-stämmigen Bevölkerung nicht allzu viele Tränen nachgeweint werden dürften. Auch die faktische Zweiteilung des Landes ist ein Thema, das vermutlich weiter für Zündstoff sorgen wird. Derzeit herrscht zwischen den Kontrahenten im Hintergrund zumindest aber in einer Frage Einigkeit: Geteilt wird das Land nicht und bleibt nach dem „Winner take all“-Prinzip als Ganzes auf dem Spieltisch zwischen USA/EU auf der einen und Russland auf der anderen Seite. Noch sind die Verstärkung von Truppen und die Verlegung von US-Flugzeugträgern ins Schwarze Meer nur Drohkulisse beim gegenseitigen Abtasten der eigentlichen Kontrahenten.

Wenn die Wahrheit stirbt
In jedem Fall hat die „Berichterstattung“ der letzten Wochen wieder einmal demonstriert, dass im Krieg – selbst im kalten – die Wahrheit zuerst stirbt. Die schon erwähnte, einseitige Berichterstattung der deutschen Staatsfunker wird da eigentlich nur noch von einem großen Boulevard-Blatt mit vier Buchstaben in den Schatten gestellt. Die Hetze gegen alles Russische und insbesondere gegen den Intimfeind Putin nimmt dort inzwischen groteske Züge an. Zuletzt warf man Putin allen Ernstes seine „machohafte“ Sitzhaltung bei einer Pressekonferenz vor. Heute legt man nach: „Bild entlarvt: 7 dreiste Lügen von Putin“. Und weil das alles noch immer nicht dick genug aufgetragen ist, wird auch noch die gewesene US-Außenministerin Clinton mit einem Vergleich zwischen Russland und Nazi-Deutschland zitiert. Nazi-Vergleiche erfreuen sich als Schlusspunkt jeglicher Diskussion eben nicht nur hierzulande größter Beliebtheit. Wer sich dagegen seine Meinung lieber selbst bilden will, als sich diese von anderen bilden zu lassen, der sollte sich vorzugsweise aus unabhängigen Medien des neutralen, weil unbeteiligten Auslands informieren. Die ganz Mutigen konfrontieren ihr Weltbild sogar gelegentlich mit einem „Feindsender“, etwa dem internationalen Programm der großen russischen Medien. Nur so hat man die Chance ein etwas runderes Bild von den Interessenslagen der Beteiligten zu erhalten. Zumindest wirkt ein solcher Abgleich der teils schrillen, aufpeitschenden und geradezu kriegslüsternen „Berichterstattung“ hierzulande entgegen. Es hat schon seinen Grund, warum das Hören von Feindsendern bei den Mächtigen noch nie besonders wohl gelitten war und mi

tunter sogar mit drakonischen Strafen geahndet wurde. Ein wenig mehr Distanz zu den Maßnahmen und Zumutungen der eigenen Regierung stünde allerdings auch unserer „freien“ Presse gut zu Gesicht. Tatsächlich gibt es außerhalb von Staatsfunk und Boulevard aber durchaus einige sehr kluge Kommentare, wie etwa den von Ulf Poschardt auf www.welt.de. Für friedliche Lösungen in der Ukraine – und daran sollten alle Seiten interessiert sein – brauchen wir jedenfalls keine aufgepeitschten Bürger, sondern ein tiefes Verstehen der Motivlagen und „roten Linien“ der beteiligten Konfliktparteien. Zur sharewise Community

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Zu den Märkten
Wie eingangs erwähnt, war die Nervenprobe um die Ukraine auch das beherrschende Thema an den Börsen. Als größter Verlierer entpuppte sich der russische RTX-Index (Vgl. Chart), der sich im Gefolge der Krise als echte „Value Trap“, also als Falle für Value-orientierte Anleger erwies. Die ohnehin preiswerten russischen Aktien gerieten nämlich besonders unter die Räder, wobei Schwergewicht Gazprom (vgl. Chart) unter gewaltigen Umsätzen auf ein Mehrjahrestief abstürzte. Nicht, dass das russische Gas nicht gebraucht würde, aber der Konzern ist nun unversehens zum Spielball im Machtpoker geworden. Wenn Gaslieferungen an die Ukraine oder Westeuropa gestört oder gar gestoppt würden, dürfte das empfindliche Auswirkungen auf die Ertragslage haben. Erstaunlich stabil zeigte sich bislang dagegen die Aktie von Gazprom-Partner RWE, die nicht nur die Krimkrise sondern auch die Bekanntgabe eines Milliardenverlustes erstaunlich gut wegsteckte. Trotz dieses ermutigenden Kursverhaltens bleibt die Aktie ein Spielball der Politik.

Nach dem Kursschock vom Montag war allerdings gestern schon wieder Entspannung angesagt. Mit einer kraftvollen Erholung quittierten die Märkte, dass aus dem Konflikt um die Ukraine/Krim wieder etwas Tempo herausgenommen wurde. Dabei geht es nicht nur um die vordergründige Gesichtswahrung der Beieligten, sondern um den Ausgleich der Interessen. Das Thema wird die Märkte weiter beschäftigen.

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m:access-Forum im Rahmen des Münchner Börsentages am 29. März 2014

Erstmals stellen börsennotierte Aktiengesellschaften ihre Unternehmensstrategie im Rahmen des Münchner Börsentages direkt den Anlegern vor.

Auf dem m:access-Forum können sich Anleger von 10 – 15 Uhr ein Bild vom deutschen Mittelstand machen: Die Vorstände und Investor-Relations-Verantwortlichen der Baader Bank AG, der Artec Technologies AG, der Going Public Media AG, der KTG Energie AG und der Blue Cap AG treten auf dem m:access-Forum auf. Als „Gaststar“ hat die Börse München die österreichische Palfinger AG eingeladen.

Weitere Information zum m:access Forum finden Sie auf der Webseite der Börse München.

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Veranstaltungshinweise
Schon jetzt dürfen wir Sie auf zwei Veranstaltungen im Mai hinweisen: Die Mark Banco Anlegertagung mit dem Motto „Die Tricks der Falschspieler“ am 9. Mai und die Konferenz des Ludwig von Mises Institut Deutschland mit dem Thema „Ist das Papiergeldsystem noch zu retten?“ am 10. Mai. Beide Kongresse finden in München statt, so dass Sie an einem Wochenende (Freitag und Samstag) zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen können. Näheres zu beiden Veranstaltungen finden Sie in den angegebenen Verlinkungen.

„Smart Investor“-Reise nach Nova Scotia (Kanada)
Nach dem großen Erfolg im Jahr 2012 planen wir eine neue Reise: Sie fliegen in einer kleinen Gruppe zusammen mit einem Redakteur von Smart Investor vom 5.6. bis 10.6.2014 nach Nova Scotia (Neuschottland) im Osten Kanadas. Sie können direkt vor Ort Grundstücke besichtigen und sich über das Leben in Kanada informieren. Die Reise richtet sich in erster Linie an Teilnehmer, die eine Grundstücksinvestition in Kanada beabsichtigen und sich auf diesem Wege unter fachkundiger Reiseleitung einen Eindruck verschaffen wollen.
Anfragen zur Teilnahme bitte per Email an Smart Investor, Betreff: „Kanada-Reise 2014“ unter info@smartinvestor.de
Fazit
Mit dem Umsturz in der Ukraine und dem resultierenden Krim-Konflikt ist aus ein paar anfänglichen Demonstrationen auf einem Platz im Osten Europas in kürzester Zeit eine ernstzunehmende Gefahr für den Frieden auf dem Kontinent geworden. Zur Schadensbegrenzung ist jetzt auf allen Seiten Mäßigung angezeigt.

Ralf Flierl, Ralph Malisch

www.facebook.com/SmartInvestorMagazin

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Die Charts wurden erstellt mit TradeSignal von www.tradesignal.de und Tai-Pan von Lenz+Partner. Diese Rubrik erscheint jeden Mittwochnachmittag.

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