SIW 25/2014: US-Dollar gegen Euro – 2:0

US-Dollar – Doppelter Abwärtskeil
Im ersten Quartal des laufenden Jahres sah es zunächst noch ziemlich mau für den US-Dollar aus. Sogar die unterstützende, aufwärts gerichtete Trendlinie, die sich durch markante Tiefpunkte der Jahre 2008 und 2011 zeichnen lässt, wurde Anfang März nach unten durchbrochen (vgl. Abb., rote Linie). Zwar ist diese Linie aufgrund von nur zwei Auflagepunkten nicht übermäßig signifikant, ein solcher Durchbruch würde aber als Standarderwartung erst einmal einen sich weiter gegenüber dem Euro abschwächenden US-Dollar erwarten lassen. Genau das ist aber nicht passiert. Im Gegenteil: Unmittelbar nach dem Durchbruch konnte sich die Kursrelation wieder stabilisieren. Mit der nachfolgenden Rückeroberung der roten Linie, erwies sich der Durchbruch letztlich als Fehlsignal – so ist das eben manchmal mit roten Linien. Parallel hatte sich über mehr als zwölf Monate zudem ein abwärts gerichteter Keil herausgebildet (blaue Linien). Dessen Standarderwartung ist ein Ausbruch nach oben – eine Erwartung die sich im Mai geradezu lehrbuchmäßig erfüllte. Mit einem Fehlsignal nach unten und einem erfolgreichen Signal nach oben steht es charttechnisch also aktuell 2:0 für den US-Dollar.

2014-06-18 USD

Die in der Abbildung ebenfalls eingezeichnete grüne Linie wird damit zur nächsten charttechnischen Entscheidungsmarke – eine Linie, die auch als obere Begrenzung einer größeren, ebenfalls abwärts gerichteten Keilformation aufgefasst werden kann. Was fundamental hinter dieser Bewegung steht, ist dagegen nicht so eindeutig … Zur sharewise Community

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Natürlich haben die Notenbanken der beiden Währungsräume etwas damit zu tun. Während sich die US-Fed zumindest bemüht von einer ultraleichten Geldpolitik auf eine nur noch außergewöhnlich leichte herunterzuschalten, halten unter EZB-Chef Draghi nun zunehmend „italienische Verhältnisse“ im Frankfurter Eurotower Einzug. Immerhin hatte die permanente Abwertung der Lira zumindest der italienischen Wirtschaft jene Luft zum Atmen gelassen, die sie heute so schmerzlich vermisst. Eine tragfähige Lösung sind „unkonventionelle Maßnahmen“ ohne ernsthaftes Verfallsdatum allerdings nicht. Weitere Gedanken zum möglichen Hintergrund dieser Bewegung finden Sie in der aktuellen Druckausgabe des Smart Investor 6/2014 auf S. 55  und natürlich auch wieder im nächsten Heft.