Aktien Update – Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA

Die Geschäftsführung der Borussia Dortmund Geschäftsführungs-GmbH als persönlich haftende Gesellschafterin der Borussia Dortmund GmbH & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien (akt. Kurs 4,60; WKN 549309) vermeldete eine Kapitalerhöhung: Der Spezialchemiekonzern Evonik Industries AG hat 9% des Grundkapitals gezeichnet.
Exportschlager aus dem Ruhrgebiet: Spezialchemie und Spitzenfußball lautet die Botschaft. Das seit 2006 bestehende Trikot-Sponsoring ist vorzeitig bis Juni 2025 verlängert worden, zudem steigt das Unternehmen als strategischer Partner beim BVB ein. „Unsere Philosophie wird sich dadurch nicht verändern. Das ist keine Kampfansage an Bayern München“, betonte BVB-Chef Hans-Joachim Watzke. Bei der Gesellschaft soll mit dem Emissionserlös in Höhe von brutto 26,7 Mio. EUR die Eigenkapitalbasis gestärkt und die Möglichkeit geschaffen werden, wachstumsbeschleunigende Investitionen ohne Aufnahme von Fremdmitteln zu finanzieren. Ziel ist es, mittelfristig einen jährlichen Umsatz von 300 Mio. EUR ohne Transferzuflüsse zu erzielen.
Neben der Vertragsverlängerung und der strategischen Partnerschaft mit Evonik kündigte Watzke eine weitere Kapitalerhöhung an, die bis 30. September platziert werden soll. Dazu steht noch genehmigtes Kapital in Höhe von 24,5 Mio. EUR zur Verfügung. Bei voller Ausschöpfung würde dies einen weiteren Bruttoerlös von bis zu 100 Mio. EUR bedeuten.

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SI-Kommentar:

„Beautiful game – ugly investment“ – Fußballaktien haben Aktionären bislang wenig Freude gemacht, und der BVB war da lange Zeit keine Ausnahme. Die Kursperformance in den vergangenen Jahren allerdings lässt aufhorchen. Von den Tiefstständen 2009/10, als die Aktie bis auf 0,84 EUR abgerutscht war, ist nunmehr eine Verfünfachung zu konstatieren. Diese Tatsache und die Verwässerung durch die Kapitalerhöhung haben das KGV auf mittlerweile mehr als 20 ansteigen lassen, und dies, obwohl die Konstruktion über eine KgaA wegen mangelnder Möglichkeit der Einflussnahme normaler Weise zu Abschlägen in der Bewertung führt.
Zudem droht die weitere Verwässerung auf bis zu 100 Mio. Aktien durch die angekündigte weitere Kapitalerhöhung. Auch wenn Geschäftsführer Watzke den BVB extrem clever vom Rande der Insolvenz bis in die europäische Spitze geführt hat: Auf dem jetzigen Niveau ist die Aktie kein Kauf, denn weder bei den Fernsehgeldern, Sponsoringeinnahmen noch dem Ticketing sind spürbare Steigerungen abzusehen oder überhaupt machbar, denn mehr als ausverkauft geht nicht – und die erfolgreiche Saison mit Rang 2 in der Meisterschaft, Pokalfinale und CL-Viertelfinale will ja auch erst einmal wiederholt sein.
Anders sieht es für Unternehmen aus, die ein geschäftliches Interesse haben: Für Evonik macht das Engagement Sinn, und die weitere Kapitalerhöhung könnte für einen Finanzdienstleister, eine Versicherung oder ein Unternehmen aus dem Bereich Sportartikel höchst interessant sein – siehe Beispiel FC Bayern.

Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte:
Ein mit “*“ gekennzeichnetes Wertpapier wird zum Zeitpunkt der Erscheinung dieser Publikation von mindestens einem Mitarbeiter der Redaktion gehalten.

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