SIW 28/2014: Vor der letzten Hürde …

Schützenfest
Wer gestern ab 22:00 Uhr das Halbfinale der FIFA-WM 2014 verfolgte, der konnte stellenweise seinen Augen kaum trauen, zu unwirklich war das Geschehen. Letztlich stand ein aus Sicht des Gastgebers Brasilien desaströses 1:7 auf der Anzeige und die deutsche Auswahl darf mit einem historisch zu nennenden Sieg ins Finale einziehen. Die Torfolge war in der ersten Halbzeit phasenweise so schnell, dass der unaufmerksame Zuschauer schon ins Zweifeln kommen konnte, ob da eine Wiederholung des vergangenen Tors gezeigt wurde, oder ein neues fiel. Für Statistikinteressierte: In der gestrigen, dritten Weltmeisterschaftsbegegnung zwischen beiden Mannschaften konnten die Deutschen erstmalig überhaupt ein Tor gegen Brasilien schießen. Nebenbei entthronte Miroslav Klose mit dem 2:0 auch noch den Brasilianer Ronaldo und steht nun mit 16 Treffern alleine an der Spitze der WM-Torschützenkönige. Ronaldo hatte das wohl kommen sehen und wünschte Klose im Vorfeld nicht nur Gutes.

Makulatur in Minuten
Dabei galt Brasilien – nicht zuletzt aufgrund seiner Gastgeberrolle und des Spielens vor eigenem Publikum – als Anwärter auf einen erneuten Weltmeistertitel. Selbst nach der Verletzung des brasilianischen Stürmerstars Neymar wurde allgemein eine knappe Partie erwartet. Seitenweise waren durchaus kluge Analysen darüber zu lesen, wie der „Geist von Neymar“ die Mannschaft beflügeln werde. Sie wurden innerhalb weniger Minuten zu Makulatur. Eine auffällige Parallele zu mancher Börsen- oder Wetterprognose. All diesen Einschätzungen ist gemeinsam, dass sie sich auf die Zukunft beziehen und damit auf Dinge, über die man streng genommen nichts wissen, sondern nur plausibel abschätzen kann.

Das Platzhirsch-Syndrom
Im Verlauf des gestrigen Abends wurde noch etwas anderes klar, wie sehr der Nimbus der Brasilianer die tatsächliche Spielstärke überdeckte. Schon im bisherigen Turnierverlauf spielten die Equipe – um es vorsichtig zu formulieren – nicht durchgängig weltmeisterlich. Ein Phänomen, das ebenfalls aus der Börsen- und Unternehmenswelt bekannt ist. Gerade die Platzhirsche und Highflyer der Vergangenheit sind anfällig dafür, weiter hoch geschätzt zu werden, obwohl die Realität mit diesem Image nicht mehr Schritt hält. Manche dieser Fehleinschätzungen werden uns erst dann bewusst, wenn Kurs oder Unternehmen krachend in sich zusammenfallen. Ein Phänomen, das es auch in der umgekehrten Variante gibt – als unterschätzter Newcomer.

 

Anzeige

_____________________________________________________________

Börse für Einsteiger – der neue Newsletter von GodmodeTrader

Wissenswertes rund um die Börse, Hilfestellungen von Finanzexperten, exklusive Angebote und Rabattaktionen sowie Tipps zu den Themen Trading und Charttechnik – all das erwartet die Abonnenten des kostenlosen Newsletters „Börse für Einsteiger“. Neben diesem und dem beliebten GodmodeNewsletter gibt es auch noch einen dritten im Bunde: den GuidantsNewsletter. Er präsentiert alle Tricks im Umgang mit der personalisierbaren Investment- und Analyseplattform der Macher von GodmodeTrader. Hier geht es zu detaillierten Informationen sowie den Abonnementmöglichkeiten.
___________________________________________________________