Löcher in der Matrix – Drohnengefahr für französische AKWs?

Loch_39.jpg„Drohnen über AKW beunruhigen Frankreich“ (10.10.14, welt.de)

Der französische Atomkonzern EDF sei alarmiert, berichtet unter anderem die „Welt“, weil Drohnen sieben Reaktoren überflogen haben. Innenminister Bernard Cazeneuve habe angekündigt  Vorkehrungen zu treffen, um die potenziell gefährlichen Objekte zu neutralisieren. Die französische Luftwaffe, so wurde weiter berichtet, versuche die Vorfälle herunterzuspielen. „Das Niveau der Bedrohung wird von uns als nicht so signifikant eingestuft, als dass zusätzlich zu den bereits bestehenden Vorrichtungen weitere Maßnahmen ergriffen werden müssten“, erklärte ein Sprecher der Luftwaffe. Nach Angaben von Zeugen handele es sich um sehr kleine Drohnen. Deshalb sei davon auszugehen, dass keine Gefahr für die Atomkraftwerke bestünde.

Aber wenn denn nun keine Gefahr besteht: Warum sind die Überflüge dann große Berichte wert, und warum hat Betreiber Energie de France (EdF) Anzeige erstattet? Die bestehenden Vorkehrungen der Luftwaffe scheinen außerdem noch nicht besonders weit gediehen zu sein, wenn die Überflüge noch nicht einmal bemerkt werden. Und wie neutralisiert man Drohnen? Sieht dies bei großen Drohnen anders aus?

Französischen Atomkraftwerke und Beunruhigung, das passt ohnehin. Es ist weniger die französische Öffentlichkeit, eher Menschen in den Grenzregionen der Nachbarländer, die beunruhigt sind. Die Kraftwerke in Cattenom oder Fessenheim beispielsweise gelten vielen als Synonym für die Mesalliance von Störfall und salopper Aufsicht. Erneut muss eine gewisse Oberflächlichkeit konstatiert werden. Offensichtlich kann jedermann mit privaten Drohnen einfach so über Atomkraftwerke fliegen.

Klar, dass spätestens nach dem nächsten Flug Forderungen laut werden, Sicherheitszonen auszuweiten oder Strafen zu verschärfen. Am besten auch gleich um Flughäfen, Staumauern und Trinkwasserspeicher und so fort. Berichte wie der genannte befördern den Reflex, noch mehr Überwachung und – vermeintliche – Sicherheit zu fordern. Immer schwingt mit: Was wenn Terroristen die Anlagen ausgespäht haben? Absolute Sicherheit wird es nicht geben, die Infrastruktur für Versorgung, Mobilität oder Zusammenkünfte kann man eben nicht zu 100% sichern. Ein Risiko bleibt immer – wie bei Atomkraftwerken ohnehin.

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