Smart Investor 11/2014 – Charttechnik: Fällt Butter, fällt Käse?

Schlechter Ruf

Schließlich hat es der Herbst doch noch geschafft, seinem Ruf als ausgesprochen lausige Börsenzeit gerecht zu werden. Weltweit gingen die Märkte auf Tauchstation. Allerdings lohnt es sich auch in diesem Fall, genauer hinzusehen.

ATHEX Composite

Wie hart die Krise Griechenland getroffen hat, zeigte sich schon daran, dass der ATHEX Composite erst im Jahr 2012 einen Boden fand. Zwar konnten sich die Kurse in der Folge nahezu verdreifachen, richtig voran ging es aber bereits seit Herbst 2013 nicht mehr. Ab Mitte Mai 2014 fächerte sich der Trend nach unten auf – ein frühes Warnzeichen nachlassender Aufwärtsdynamik. Vom Bewegungshoch bei 1.379,42 Punkten verlor der Athener Index in der Spitze mehr als 38%.

 

Chartausdruck Balken GR: ATHEX Composite

S&P500

Auch der S&P500 musste in den letzten Wochen kräftig Federn lassen, sieht aber wesentlich stärker aus. Sein Krisentief erreichte er bereits im Frühjahr 2009. Der in der Folge etablierte Aufwärtstrend wurde erst im Rahmen des aktuellen Kurseinbruchs kurzzeitig verletzt. Der Verlust vom Bewegungshoch, das gleichzeitig das Allzeithoch ist, belief sich auf lediglich 9,8%. Beim ATHEX Composite liegt das 2014er Bewegungshoch dagegen rund 74% unter dem Allzeithoch von 2007.

Chartausdruck Balken US: S&P 500

Fazit

Auch oberflächlich unkoordinierte Abverkäufe sind Teil größerer Strukturen. Die bewiesene relative Stärke spricht weiter für den S&P500.