Smart Investor 11/2014 – Good Bye

Zu Beginn des Jahres sah es für Adidas noch nach der besten aller Welten aus. Allein die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien hätte dem Herzogenauracher Sportartikel-Hersteller ein Rekordjahr bescheren müssen. Doch es kam alles anders: Mit einer Gewinnwarnung korrigierte Adidas CEO Herbert Hainer die Prognosen für 2014, als Grund wurden die Schwäche des Kernmarktes Russland (Umsatzanteil 2013: 7,5%) und Probleme im Golfgeschäft (Marke Taylormade) genannt. Die Aktie legte genau zum Jahreswechsel den Rückwärtsgang ein, vom Hoch bei 93 EUR liegt sie mittlerweile rund 40% im Minus. Bis zum letzten Jahr hatte Adidas dagegen von mehreren Trends profitiert: Steigende Konsumausgaben in den Emerging Markets sorgten dort für starkes Wachstum, durch die Ausweitung des eigenen Einzelhandels konnte der Anteil an der Wertschöpfung vergrößert werden. Warum kommt der Konzern also gerade dieses Jahr ins Schlingern?

Chart Adidas (A1EWWW)

Adidas_A1EWWW

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass die Probleme hausgemacht sind: Im Unterschied zu Nike hedged Adidas keine Fremdwährungsgeschäfte. Nicht unproblematisch, vor allem angesichts des starken Engagements in den Schwellenländern. Auch deswegen sind die Ergebnisse von Adidas deutlich volatiler als beim US-Konkurrenten. Das Einzelhandelsgeschäft bringt zwar eine deutliche Umsatzsteigerung, die operative Marge liegt hier jedoch nur bei etwas mehr als 15%, im Kerngeschäft dagegen deutlich über 30%. Im Einzelhandel steht Adidas dabei in direkter Konkurrenz zu Zalando und Amazon. Gerade hat eine Gruppe asiatisch-arabischer Investoren ein Kaufangebot für die US-Marke Reebok unterbreitet. Die Offerte ist angeblich 1,7 Mrd. EUR schwer, 2006 hatte Adidas den US-Konzern noch für rund 3 Mrd. EUR übernommen.

 

Ähnlich wie in den 90er Jahren mit Salomon ist Adidas also erneut mit einer Akquisition gescheitert. Problematisch ist wohl auch die mangelnde Orientierung an der Kapitalrendite, auf die auch bei der Managervergütung nicht abgestellt wird. Das Unternehmen ist daher mehr auf Wachstum als auf Kontinuität und Profitabilität gepolt. 2015 droht erneut ein schwaches Jahr zu werden, für eine Value-Aktie ist Adidas (KGV von 18 für 2014) daher immer noch zu teuer.

Wenn Sie wissen wollen, welche Aktie dagegen ein klarer Buy ist, können Sie dies im Smart Investor 11/2014 nachlesen…