SIW 51/2014: Chaos als Ziel?

Extreme Kursbewegungen
Was sich derzeit an den Weltmärkten abspielt, hat Seltenheitswert. Sowohl Rohöl als auch der Rubel sind phasenweise in den freien Fall übergegangen. Der Zusammenhang zwischen beiden Bewegungen ist offensichtlich – die Hintergründe weniger. Unter normalen Umständen erreicht Rohöl sein saisonales Jahrestief etwa im Juni. Ab da werden dann langsam – nicht zuletzt aufgrund der günstigen Preise – die Tanks wieder für den nächsten Winter aufgefüllt. Die Nachfrage steigt. Diesmal ist es allerdings anders. Das Treffen der Erdöl-exportierenden Länder (OPEC) gab den Startschuss für einen beschleunigten Preisverfall des schwarzen Goldes. Praktisch Hand in Hand ging der Rubel auf Tauschstation. Das ist nicht nur ein offensichtlicher Zusammenhang, sondern ein höchst praktischer obendrein – zumindest aus Sicht „des Westens“. Manche munkeln bereits, dass der Kreml nun mit „vorgehaltener Ölwaffe“ von den westlichen Werten überzeugt werden soll. Beweise dafür gibt es aber bisher nicht. Die Liste der Geschädigten ist lang und reicht bis zur US-Fracking-Industrie – die der Profiteure ebenfalls, vom deutschen Autofahrer bis zum chinesischen Unternehmer. Klar ist auch, der wasserfallartige Abverkauf von Rohöl und Rubel wird so nicht weitergehen. Auf eine nachhaltige Erholung deuten die Rahmenbedingungen aber auch nicht hin. Wir werden uns also zunächst einmal vor allem auf heftige Schwankungen einrichten müssen. Sollte es eine Zielsetzung hinter diesen Preisbewegungen geben und sollte diese in der Verbreitung von Chaos bestehen, dann muss man die Umsetzung wohl als ziemlich erfolgreich bezeichnen. Im Spiel um die Ukraine sind auch weiter jeder Seite jederzeit überraschende Maßnahmen zuzutrauen. Wie wäre es beispielsweise, wenn Russland über eines der nächsten Wochenenden eine Teildeckung des Rubel mit Gold verkünden würde? Über das gesamte Russland-Thema finden Sie im neuen Smart Investor 1/2015, der zum Wochenende erscheint, eine Fülle an Lesestoff. Neben Berichten von zwei Russlandkonferenzen beschäftigen wir uns mit Währung, Volkswirtschaft und russischen Unternehmen. Zur sharewise Community

RUBEL Absturz

 

In die Ferne gerückt
Heftige Schwankungen sind derzeit auch beim DAX zu verzeichnen. Natürlich beeinflusst der Währungskrieg vor der Haustür den deutschen Markt. Grundsätzlich sind sinkende Energiepreise für Deutschland zwar positiv. Allerdings sind wir in dem Konflikt unversehens selbst zur Partei gemacht worden und haben Sanktionen gegen unseren wichtigsten Erdgaslieferanten in Kraft gesetzt. Eine Politik, die durchaus auch ins Auge gehen kann. Binnen Jahresfrist galt der russische Absatzmarkt für etliche deutsche Unternehmen noch als Hoffnungs- und Wachstumsträger. Jetzt ist er ein Risikofaktor. Inzwischen zeigen sich erste Bremsspuren in den Bilanzen. Unabhängig davon bedeuten derart massiv sinkende Ölpreise einen erheblichen Rückenwind für das Land. Obwohl also das Allzeithoch im DAX erst einmal wieder in die Ferne gerückt ist, sind wir nicht wirklich pessimistisch. Zwar sind kurzfristige Rückschläge jederzeit möglich, aber wir sehen weder den ganz großen Crash noch eine echte Baisse voraus. Was wir für den deutschen Markt und viele andere Anlagesegmente im kommenden Jahr konkret erwarten, können Sie ebenfalls im neuen Smart Investor 1/2015 nachlesen. Zur sharewise Community

Ein Festival für die Aktionäre?
Mit dreierlei Musikfestivals will unser Musterdepotwert DEAG* (WKN A0Z23G) im neuen Jahr nicht nur Rockliebhaber, sondern auch die eigenen Aktionäre beglücken. Mehr als 30 Mio. EUR zusätzlichen Umsatz will CFO Christian Diekmann mit dem Einstieg in das Festivalgeschäft realisieren. Als Nachfolgeevent des legendären „Rock am Ring“ veranstaltet DEAG nun „Der Ring – Grüne Hölle Rock“ auf dem Gelände des Nürburgrings. Am selben Wochenende wird es in München mit „Rockavaria“ und eine Woche später in Wien mit „Rock in Vienna“ Parallelveranstaltungen geben. Die Bands müssen dadurch nur einmal gebucht werden, per Hubschrauber geht es dann an einem Wochenende von Auftritt zu Auftritt. In der Vergangenheit galt „Rock am Ring“ als ausgemachtes Erfolgsmodell, seit Generation pilgern Rock- und Metalfans bereits zu den Events. Genau an diesen Erfolg wollte nun auch DEAG anschließen, laut Wirtschaftswoche bislang jedoch ohne Erfolg. Von den zu verkaufenden 350.000 Tickets sind angeblich Anfang Dezember weniger als 40.000 Tickets verkauft. Die Kosten dagegen sollen alleine am Nürburgring mehr als 12 Mio. EUR betragen. Insgesamt drohe DEAG damit ein Verlust in zweistelliger Millionenhöhe aus dem Festival-Abenteuer. Mit einer gestrigen Pressemitteilung hat DEAG nun den Verkauf von bislang 135.000 Tickets bestätigt, zuvor hatte das Unternehmen bereits eine einstweilige Verfügung gegen die Wirtschaftswoche erlangt. Die Berichte scheinen damit nicht zu halten zu sein. Zwar bleibt abzuwarten, wie sich der weitere Absatz entwickelt, ein Millionenverlust ist aber wohl ausgeschlossen. Die Börse hat der Streit zwischen der Zeitschrift und dem Konzertveranstalter bislang ohnehin eher kalt gelassen, die Aktie notiert nahe dem Allzeithoch – wohl ein weiterer Hinweis, dass an den Gerüchten nicht allzu viel dran sein kann. Auch wenn die Festivals im neuen Jahr lediglich einen minimalen Ergebnisbeitrag bringen sollten – in Summe scheint DEAG nach wie vor auf Kurs zu sein. In einem Gespräch mit Smart Investor bestätigte Christian Diekmann, der Finanzvorstand des Unternehmens, erst letzte Woche den erfolgreichen Start der eigenen Ticketvermarktung über das Portal myticket.de. Der Anteil von myticket.de an den Konzertbuchungen lag dabei bereits bei bis zu 60%. DEAG kann sich damit zukünftig einen deutlich größeren Teil vom Kuchen abschneiden.

 

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SI 1!15kleinTitelthema: Kapitalmarktausblick 2015

Russland: Putins Reich im Fadenkreuz

Geld-Theorien: Was macht eine gute Geldordnung aus?

Buybacks: Weniger ist manchmal mehr

und viele weitere Themen um Börse, Wirtschaft und Politik!

 

 

Fazit
Die Themen des ausgehenden Jahres 2014 werden auch die Themen des neuen Jahres sein – allen voran Russland. Der nächste Smart Investor Weekly erscheint am 7. Januar 2015. Wir wünschen unseren Lesern ein Frohes Fest und einen guten Rutsch in ein glückliches und erfolgreiches 2015!

Ralf Flierl, Christoph Karl, Ralph Malisch

 

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Die Charts wurden erstellt mit TradeSignal von www.tradesignal.de und Tai-Pan von Lenz+Partner. Diese Rubrik erscheint jeden Mittwochnachmittag.