Grafik der Woche – Es bleibt schwierig

Jährliche Durchschnitts-Performance verschiedener Anlageklasse im 20-Jahres-Vergleich (1994-2013)

Quelle: J.P. Morgan Asset Management

Wer sich mit der Börse beschäftigt, der stellt sich immer wieder einmal die folgende Frage: Ist das jetzt ein günstiger Zeitpunkt zum Kaufen oder soll ich besser noch etwas warten oder vielleicht jetzt sogar verkaufen? Die Existenz dieser Fragestellung macht dabei vor allem eines deutlich: Es gibt noch immer viel zu viele Marktteilnehmer die glauben, der Ein- und Ausstieg am Aktienmarkt könnten langfristig mit einer hohen Erfolgsquote erfolgreich getimt werden. Doch das ist letztlich ein Trugschluss, wie schon zahlreiche Studien gezeigt haben.

Bestätigt wird diese These auch durch eine oben abgebildete Grafik, die aus einer von J.P. Morgan Asset Management quartalsweise unter dem Titel „Guide to the markets“ erscheinenden Publikation entnommen ist. Demnach hat der durchschnittliche Investor in den vergangenen 20 Jahren gerade einmal eine Durchschnittsperformance von 2,5% erzielt. Das ist eine Bilanz, die nur leicht über der langfristigen Inflationsrate liegt und leicht unter dem, was Immobilieninvestments brachten.

Mit anderen Investments wäre dagegen deutlich mehr möglich gewesen. Am besten abgeschnitten haben dabei die Immobilienaktien (REITs) und Öl. Auf Platz drei landete der S&P 500 Index, der es im Zeitraum von 1994 bis 2013 auf ein Plus von 9,2% p.a. brachte. Danach folgen auf den nächsten Plätzen Aktien von Industrienationen außerhalb Nordamerikas (EAFE), Gold und Anleihen. Ein Ergebnis, das die alte Börsenweisheit bestätigt, wonach ein Hin und Her bei den Investments die Taschen der Investoren leer macht.

Warum das Ergebnis aus Sicht des durchschnittlichen Anlegers so dürftig ausfällt, hat zum einen viel mit Psychologie zu tun. Denn es ist einfach erfahrungsgemäß sehr schwierig, bei fallenden Märkten die Nerven zu bewahren und in die Kursschwäche hinein zu kaufen. Zum anderen, und das ist vermutlich sogar am wichtigsten, ist ein wirklich hundertprozentig funktionierendes Markttiming praktisch unmöglich. Denn wie ebenfalls Studien gezeigt haben, werden die größten Gewinne an ganz wenigen Tagen erzielt. Diese genau zu erwischen ist bei einem ständigen Rein und Raus aus den Märkten praktisch ein Ding der Unmöglichkeit. Zumal sich die besten Handelstage oft genau direkt an die schwächsten Handelstage anschließen.

Wie die ebenfalls von J.P. Morgan Asset Management erstellte Grafik unten zeigt, variieren die Performance-Resultate abhängig vom Investitionsgrad erheblich. Demnach war es bei einem Dauerinvestment im S&P Index von Ende 1993 bis Ende 2013 möglich, ein Plus von 9,22% p.a. zu erzielen. Wer dagegen seinem Timing-Instinkt vertraute und dabei nur die im Zeitablauf jeweils 10 besten Tage verpasste, der kam nur noch auf ein deutlich geringeres annualisiertes Plus von 5,49%. Ganz traurig wird es dann, wenn man die besten 60 Tage verpasste, denn da stand unter dem Strich sogar ein Minus von 4,39% zu Buche. Die Konsequenz aus diesem Ergebnis: Bleiben Sie dauerhaft investiert an der Börse und investieren Sie frisches Geld in regelmäßigen Abständen unabhängig von der jeweils vorherrschenden Marktstimmung.

Wer an den besten Handelstagen nicht investiert ist, verliert viel Geld, wie ein Performance-Vergleich zum S&P 500 Index von Ende 1993 bis Ende 2013 zeigt

Quelle: J.P. Morgan Asset Management

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