SIW 5/2015: Das Ende der Deflation

„Helikopter-Mario“
Seit Monaten war darüber spekuliert worden, letzten Donnerstag nun ließ Mario Draghi die Katze aus dem Sack. Und es war eine dicke Katze: Für 1.140 Mrd. wird die EZB bis September 2016 Anleihen der Euro-Staaten aufkaufen, mit seiner Maßnahme will der EZB-Präsident die Inflationsgefahr ein für alle Mal bannen. Damit ist nun auch Europa beim vollumfänglichen Quantitativen Easing – sprich Gelddrucken – angekommen. Flankiert wird das Ganze von Negativzinsen für Bankeinlagen bei der Zentralbank, das Geld soll schließlich in die Märkte und in den Konsum. Passenderweise melden die Meinungsforscher vom Nürnberger GfK-Institut gerade die größte Kauflaune seit 13 Jahren in Deutschland. Der Auslöser für den jüngsten Kaufrausch sei vor allem der gesunkene Ölpreis und der dadurch geschaffene finanzielle Spielraum bei den Konsumenten. Gut, dass Draghi in diesen Zeiten seine „Bazooka“ also auf die Deflationsgefahr richtet. In Wahrheit dürfte nun der Crack-up-Boom so richtig durchstarten, nicht nur an den Finanzmärkten, sondern auch in der Realwirtschaft. Die Fakten, die uns in dieser Ansicht bestärken, können Sie ausführlich im neuen Smart Investor 2/2015 nachlesen. In unserer Titelstory räumen wir mit gewissen Mythen des Mainstreams auf und entwickeln unsere Prognose für die Märkte und die Konjunktur. Während die Börsen Draghis-Billionenwette mit neuen All-Time-Highs feierten, ließ ein anderes Ereignis die Märkte bislang weitestgehend kalt – die Griechenlandkrise 2.0.

„Wolle ma se rauslasse?“
In Anlehnung an den Faschingswahnsinn könnte dies die Frage sein, die sich nun die Euro-Retter rund um EU, EZB und den IWF stellen müssten. Denn der Wahlausgang in Griechenland wird ihnen mit Sicherheit keine Freude bereitet haben. Für den Wahlsieger Tsipras wird es nun schwierig werden seine Wahlversprechen zu halten, denn die Finanzierung seiner Wohltaten sollen im Wesentlichen die restlichen Eurostaaten übernehmen. Diese zeigen sich bislang nur wenig gewillt, Tsipras mit einem neuerlichen Schuldenschnitt entgegenzukommen. Doch es bleibt ja noch Zeit: Erst in einigen Wochen wäre Griechenland offiziell bankrott, wenn die nächste Tranche Hilfsgelder ausbleibt. Es beginnt nun also das große Pokern, an dessen Ende beide Seiten jeweils ein bisschen Gesicht wahren werden wollen (siehe auch Smart Investor Weekly 2/2015). Tsipras Haupt-Drohmittel ist der Staatsbankrott, gefolgt von einem Austritt aus der Euro-Zone. Geben die Euro-Staaten jedoch nach und verhindern so den Austritt, bestätigen sie allerdings die Bürger darin, Parteien wie die Syriza zu wählen – auch in den restlichen Krisenstaaten der Eurozone. Der radikale Schuldenschnitt ist daher wohl nicht die Lösung, eher eine Stundung gepaart mit weiteren Nachlässen bei den Reform-Auflagen.

Vollendete Tatsachen
Denn was dies betrifft, geht Tsipras sowieso schon in „Vorleistung“: Wie heute bekannt wurde, will er tausende entlassene Beamten wieder einstellen, für einen Teil der öffentlichen Beschäftigten wieder ein 13. Monatsgehalt einführen und die Privatisierungsbemühungen bei diversen staatlichen Unternehmen stoppen. Letztendlich schafft er also schon einmal Fakten, bevor klar ist, wer die Rechnung bezahlt. Nicht ohne Erfolg, den auch hierzulande stimmen uns bereits diverse Journalisten auf das kommende ein. So z.B. Christian Rickens, Leiter des Wirtschaftsresorts beim SPIEGEL. Laut Rickens führe an einem erneuten Schuldenschnitt ja praktisch kein Weg vorbei. Warum dies so sei erwähnt er dann allerdings nicht. Warum nicht auch jemand dem deutschen Staat einfach so die Schulden streicht, bleibt daher die Frage. Vermutlich, weil sich bei uns zu viele Idioten finden lassen, die tatsächlich pünktlich ihre Steuern bezahlen. Andere Euro-Politiker sind gar erstaunt über die hohen Zinslasten, die die Griechen immer noch bezahlen müssen (laut FAZ sollen es ganze 2,4% auf die gesamte Staatsschuld sein). Die Richtung ist also klar, die nächsten Wochen werden mit langen Krisensitzungen und dramatischen Horrorszenarien gepflastert sein. Am Ende wird es dann eine Reduktion der Zinsen und/oder eine Verlängerung der Laufzeit geben, mit etwas Glück für Tsipras vielleicht noch das ein oder andere „Schuldenschnittchen“. Gerade so viel, dass dieser daheim als Held dastehen kann, jedoch genau so wenig, dass EFSF und EZB keine größeren Wertberichtigungen vornehmen müssen.

 

 

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Zu den Märkten
Schon seit Frühjahr letzten Jahres war der ASE-Index an der Athener Börse äußerst schwach, spätestens die drohende Wahl von Tsipras ließ die griechische Börse auf das tiefste Niveau seit Anfang 2013 einbrechen. Mit aktuell rund 715 Punkten ist der Index auf dem besten Weg zurück zu den 500 Punkten, bei denen er auf dem Höhepunkt der ersten Griechenlandkrise notierte. Tsipras möchte die von der alten Regierung geplanten Privatisierungen nun erst einmal stoppen, so z.B. die des Energiekonzerns Public Power Corporation of Greece. Dessen Aktien geben heute daher mehr als 10% nach. Ein erster Vorgeschmack davon, was der Markt von der Wirtschaftskompetenz der neuen Regierung hält.

 

ASX vom Topp 2007 

 Doch interessanterweise scheint das neuerliche griechische Problem die Börsen ansonsten praktisch nicht zu tangieren (siehe Chart). Hier überwiegt wohl noch die Freude über den neuen Liquiditätsregen aus der Hand der EZB. Wenn schlechte Nachrichten praktisch nicht mehr wahrgenommen werden, muss es Gründe geben, die die Marktteilnehmer optimistisch stimmt – und die berauschenden Wirtschaftsdaten können es nicht sein. Die Börsen in Europa stellen sich nach und nach auf den Crack-up-Modus ein. Lokale Phänomene – wie die in Athen – können den Optimismus nicht mehr dämpfen. In unserer neuen Ausgabe des Smart Investor 2/2015 stellen wir Ihnen aus diesem Grund eine Reihe von Aktien vor, mit denen Sie unserer Meinung nach für dieses Szenario bestens gerüstet sind.

Musterdepot Aktien & Fonds
Die Transaktionen für unsere Musterdepots finden Sie auf unserer Website im Bereich „Highlights/Musterdepot“ auf www.smartinvestor.de. Sie können sich dort durch einfaches Blättern einen schnellen Überblick über die letzten Wochentransaktionen verschaffen.

Der neue Smart Investor 2/2015 erscheint an diesem Samstag:

Cover  Titelthema: Vorhang auf für das „Finale Furioso“

  Crack-up-Boom: In Argentinien und demnächst auch hier?

  Asien: Fernöstliche Wahrheiten

  Edelmetalle: Aufbruchsignale und eine gewagte Theorie

  und viele weitere Themen um Börse, Wirtschaft und Politik!

 

 

 

 

Fazit
„Helikopter-Mario“ verteilt die Milliarden und die Börsen jubeln. Kleine Baustellen – wie eine neuerliche Euro-Krise – wirken dagegen fast unbedeutend. Die Märkte scheinen ohne Wenn und Aber nach oben zu wollen, solange man ihnen nur den Geldhahn nicht abdreht.

Ralf Flierl, Christoph Karl, Ralph Malisch

 

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Die Charts wurden erstellt mit TradeSignal von www.tradesignal.de und Tai-Pan von Lenz+Partner. Diese Rubrik erscheint jeden Mittwochnachmittag.