Aktien Update – Borussia Dortmund KGaA

Borussia Dortmund KGaA (aktueller Kurs 3,95 EUR, WKN 549309) bewegt die Gemüter nicht nur auf dem Platz und auf der Osttribüne, sondern auch auf dem Parkett. In den vergangenen Monaten war eine angesichts des sportlichen Niedergangs bemerkenswerte Kursstabilität zu beobachten. Obschon auf den letzten Tabellenrang abgerutscht und daher genötigt, einen Lizenzantrag auch für die 2. Bundesliga zu stellen, hielt sich das Papier in Regionen über 4 EUR. Hinzu kommt, dass mit einer Reihe teurer Transfers (Kagawa, Kampl) das operative Ergebnis belastet wurde.

Die bemerkenswerte Kursentwicklung bekam erst im Laufe der vergangenen Woche einen Dämpfer: Am Mittwochabend stand das 0:1 gegen Augsburg auf dem Spielberichtsbogen, am Donnerstag fiel der Kurs unter relativ hohen Umsätzen um knapp 10%. Der erste Sieg der Rückrunde am Samstag bringt die Anleger am Montag nun teilweise zurück in die Aktie.

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SI-Kommentar:

Es macht wohl keinen Sinn, die BVB-Aktie mit den üblichen Maßstäben zu bewerten. Denn angesichts einer Market-Cap von knapp 400 Mio. EUR bei Kursen oberhalb von 4 EUR (92 Mio. ausstehende Stücke) und eines KGV von bestenfalls 50 ist die Bewertung nur noch als entrückt zu bezeichnen. Für Unternehmen, die mit einer Beteiligung den Imagegewinn nutzen wollen mag das in Ordnung sein, für den normalen Anleger ergibt es keinen Sinn. Bereits im Smart Investor 12/2014 hatten wir auf der Seite 66 über die Risiken in der einzigen deutschen Fußball-Aktie berichtet. Und diese finanziellen Risiken sind nach wie vor immens.

Dafür muss man noch nicht einmal auf die 2. Liga schielen, für die zum Beispiel die Verträge mit den dem meisten Spielern nicht gelten dürften, was zu erheblichem Abschreibungsbedarf bei bilanzierten Spielerwerten sorgen könnte. Schon allein die zu erwartende schlechte Platzierung in der Tabelle dürfte für erhebliche Einnahmeausfälle in Millionenhöhe sorgen, da der Verteilerschlüssel der Vermarktungserlöse der Bundesliga sich an der Platzierung des Vorjahres bemisst. Von den Einnahmeausfällen bei Verpassen des internationalen Geschäftes soll hier gar nicht erst die Rede sein, die Chancen auf das Erreichen der Champions League haben sich seit unserem letzten Bericht nicht gerade verbessert. Nein: Selbst wenn der BVB jetzt die lange erwartete Aufholjagd startet. Angesichts der hohen Risiken und der ambitionierten Liebhaber-Bewertung gibt es aktuell keine rationalen Gründe für einen Einstieg.

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