Smart Investor 2/2015 – Auf der Startrampe

Welche Aktien am ehesten von der Katastrophenhausse profitieren dürften

Unser favorisiertes Szenario eines Crack-up-Booms (CuB) hat direkte Folgen für die Aktienmärkte und die dort notierten Unternehmen. Welche Geschäftsmodelle profitieren von einer solchen Entwicklung und wo lohnt es sich vor diesem Hintergrund zu investieren? Auf diese Fragen möchten wir mit den folgenden „CuB-Aktien“ eine Antwort geben.

Google (A0B7FY)

Beherrsche den Markt
Die im Crack-up-Boom gewollte Inflationierung der Finanzmärkte und in einem nächsten Schritt der Realwirtschaft wird vor allem bei Unternehmen mit hoher Marktmacht zu einer Ausweitung der Gewinne und Margen beitragen. Schließlich gilt es, Preise in zunehmend kürzeren Abständen (nach oben) anpassen zu können. Das betrifft sowohl die Industrie als auch Unternehmen der Technologie- und Internetwirtschaft. Beispiel Google. Der Konzern bleibt trotz stärkerer Konkurrenz von Social-Media-Diensten der Platzhirsch auf dem Feld der Internet-Werbung. Das Quasi-Monopol bei den Suchmaschinen sowie etablierte Marken wie YouTube und Google Play sorgen in Verbindung mit der Dominanz des Android-Systems für eine stetig steigende Einnahmebasis. Hinzu kommt Googles Innovationskraft. Ein jährliches Budget von 10 Mrd. USD, das in Forschung und Entwicklung fließt, produziert neben Science-Fiction-Ideen wie dem selbstfahrenden Auto auch neue Gadgets wie Google Glass. Solche „Wearables“ werden in den kommenden Jahren immer stärker an Bedeutung gewinnen. Das weiß man auch bei Facebook, die inzwischen den Trend der mobilen Internetnutzung bestimmen. Ohnehin ist das soziale Netzwerk eine echte Krake, die unseren Alltag sukzessive durchdringt. Firmen, die nicht auf Facebook vertreten sind und für Werbung bezahlen, droht der Bedeutungsverlust. So etwas werden Facebook-Aktionäre nur zu gerne hören. Die gewaltige Reichweite und Nutzerbasis zählen zu den wichtigsten Argumenten, mit denen sich Preise de facto diktieren lassen. In unserer Titelstory „Griff nach der Weltmacht“ in Smart Investor 12/2014 haben wir uns intensiv mit den Geschäftsmodellen der Internet-Riesen beschäftigt.

Linde

In der Industrie sind Marktführer wie die deutsche Linde ebenfalls im Vorteil. Unter dem früheren Vorstand Dr. Wolfgang Reitzle baute man seine Marktstellung bei technischen, medizinischen und Spezial-Gasen in den vergangenen Jahren auch durch Zukäufe (u.a. Lincare in den USA) konsequent aus. Die Früchte dieser Strategie kann nun Reitzles Nachfolger Dr. Wolfgang Büchele ernten. Auch die Ingenieurskompetenz des Konzerns bleibt weltweit gefragt. Der zuletzt erfolgte Ausbruch auf ein neues Allzeithoch ist zudem ein sehr starkes Signal. Vorteile ergeben sich darüber hinaus für Unternehmen in klar abgegrenzten Nischen. Ein Duopol wie das in der Luftfahrtbranche ist dafür ein Paradebeispiel. Trotz einiger Rückschläge in der Modellpolitik – die Zukunft des Großraumfliegers A380 bleibt ungewiss, der Produktionsaufbau beim A350 kostet mehr als gedacht – würden wir Airbus seinem US-Rivalen Boeing vorziehen. Hierzu trägt vor allem die erwartete, weitere Abwertung des Euro zum US-Dollar bei, was Airbus wichtige Kostenvorteile eröffnet.

Die Marke macht den Unterschied
Die Fähigkeit, Preise zu setzen und gegebenenfalls nach oben anzupassen, findet sich vor allem bei Unternehmen mit bekannten Marken. Wer wie Apple seit Jahren neue Begehrlichkeiten und Wünsche schafft, muss sich vor einem inflationären Umfeld kaum fürchten. Das Nutzungsverhalten digitaler Inhalte hat das Unternehmen praktisch revolutioniert (iTunes) und nach seinen Vorgaben definiert. Der lange Zeit gescholtene Tim Cook dürfte mittlerweile von vielen Investoren wieder positiver beurteilt werden. Mit der in diesen Tagen erstmals erhältlichen Apple Watch, dem Erfolg der neuen iPhone-Generation und nicht zuletzt Apple Pay (dem vom Unternehmen angekündigten kontaktlosen Bezahlsystem) entfachte der Konzern die dringend eingeforderte Wachstumsfantasie. Abzulesen ist diese neue Zuversicht zunächst am Kursverlauf der letzten 12 Monate. Mit einem Börsenwert von über 620 Mrd. USD scheint man freilich allmählich an natürliche Grenzen zu stoßen. Doch genau das Gegenteil hat Apple in seiner Geschichte immer wieder bewiesen, zumal wichtige Kennziffern wie das KGV (13,5 für 2015) durchaus ausbaufähig sind.

Den kompletten Beitrag finden Sie in Smart Investor 2/2015.