Aktien Update – Hypoport AG

Die Hypoport AG (akt. Kurs 14,75 EUR; WKN 549336) hat die Konzern-Ertragserwartung für das vergangene Geschäftsjahr erhöht. Nach Auswertung der Zahlen für das 4. Quartal, das überraschend stark verlaufen ist, sei voraussichtlich ein Rekordjahr zu bilanzieren. Hypoport geht nunmehr von einem EBIT von mehr als 7,5 Mio. EUR (2013: 4,0 Mio. EUR) für das Gesamtjahr aus. Der Umsatz sei um mehr als 10% gewachsen.

Hypoport arbeitet als internetbasierter Finanzdienstleister in zwei Bereichen: Der Europace B2B-Finanzplatz vermittelt Finanzprodukte im Geschäftsbereich, während der internetbasierten Vertrieb über die Dr. Klein & Co. AG Privatkunden sowie kommunale und genossenschaftliche Wohnungsunternehmen anspricht. Europace ist die größte deutsche Online-Transaktionsplattform zum Abschluss von Finanzierungsprodukten. Das voll integrierte System vernetzt Produktanbieter wie Banken, Bausparkassen und Versicherungen mit mehreren tausend Finanzberatern. Monatlich sind im Schnitt 30.000 Transaktionen zu verzeichnen, das jährliche Volumen der Vermittlungen beläuft sich auf 35 Mrd. EUR.

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SI-Kommentar:

Blendet man den Emissionspreis auf dem Höhepunkt der Technologie-Blase rund um die Jahrtausendwende aus, markiert Hypoport mit Kursen um 15 EUR derzeit ein All-Time-High. Dabei ist die Kursentwicklung durchaus noch als gesund einzustufen. Denn errechnete sich bislang aus dem erwarteten Ergebnis pro Aktie von 90 Cent für 2014 ein KGV von 16,4, dürfte beim nunmehr verbesserten Ergebnis der Wert bei unter 15 liegen.

Da die Vermittlungsplattform Europace das Transaktionsvolumen seit 2009 verdreifacht hat und zumindest bei weiterhin niedrigen Zinsen nichts auf eine Eintrübung des Wachstums hinweist, stehen die Zeichen auf weiterer Geschäftsausweitung. Dass ein relativ großer Versicherungsbestand gut prognostizierbare Provisionen verspricht, gewissermaßen ein ertragstechnisches Grundrauschen, minimiert Rückschlagspotenziale.

Mit einem erwarteten 2015er KGV von 13 können all jene über eine Position nachdenken, die zwar im Finanzsektor investieren möchten, aber nicht direkt in eine Bank. Hier bietet Hypoport als Vermittler ein alternatives Geschäftsmodell an. Zu beachten ist auch, dass es nur 6,2 Mio. Stücke gibt, so dass Ertragssteigerungen deutlich auf das Ergebnis pro Aktie durchschlagen. Als Risiko bleibt das Zinsniveau: Hypoport profitiert von der Niedrigzinsphase und würde bei Zinsanhebungen höchstwahrscheinlich leiden.

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