Aktien Update – MorphoSys AG

Als eine von wenigen Biotech-Firmen spielt die deutsche MorphoSys in der ersten Liga der Branche mit. Mit ihrer HuCAL-Antikörper-Datenbank hat das Unternehmen aus Martinsried bei München ein Asset, das die Begehrlichkeiten von Big Pharma weckt. Neben dem größten Partner Novartis nutzen daher auch Unternehmen wie Johnson & Johnson, Roche oder Pfizer einzelne Bestandteile der Datenbank – gegen entsprechende Lizenzgebühren. MorphoSys blickt daher auf eine für ein Biotech-Unternehmen ungewöhnliche Historie zurück: In den vergangenen zehn Jahren wurden durchgängig Gewinne erzielt. Eine Zeitreihe, die mit den am 26. Februar bekanntgegebenen Zahlen zunächst einmal beendet ist. Mit einem EBIT von -5,9 Mio. EUR (Vorjahr: +9,9 Mio. EUR) und einem Jahresfehlbetrag von -3,0 Mio. EUR (Vorjahr: + 7,4 Mio. EUR) lag das Ergebnis zwar im Rahmen der kommunizierten Prognose, für den ein oder anderen Marktbeobachter war insbesondere der Umsatzrückgang (von 78,0 Mio. EUR in 2013 auf 64,0 Mio. EUR in 2014) dennoch eine Überraschung.

Die beiden Vorstände des Unternehmens kommentieren die Entwicklung dagegen weniger basierend auf den aktuellen Zahlen, sondern betonen vielmehr die gesteigerte Werthaltigkeit der Projektpipeline. „Wir haben 2014 ermutigende klinische Ergebnisse unseres am weitesten fortgeschrittenen Krebs-Wirkstoffs MOR208 in den Indikationen CLL und NHL berichtet und darüber hinaus wichtige regulatorische Meilensteine erreicht.“ kommentiert Dr. Simon Moroney, Vorstandsvorsitzender der MorphoSys AG, die Entwicklung des vergangenen Jahres. Der Finanzvorstand des Unternehmens, Jens Holstein, betont unterdessen vor allem die solide Finanzausstattung. „Mit einem durch unsere Partnerschaften abgesicherten soliden Grundstock an Umsätzen sowie 352,8 Mio. Euro Barkapital und finanziellen Vermögenswerten verfügt MorphoSys über die Ressourcen, um das firmeneigene Portfolio zusätzlich zu unserer großen und weiter reifenden Partner-Pipeline auszubauen“.

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SI-Meinung: Entgegen des ersten Eindrucks der Zahlen belegt die Entwicklung der Pipeline den Value-Charakter von MorphoSys. Denn nicht die aktuellen Umsätze und Ergebnisse bestimmen den Wert des Wirkstoff-Portfolios des Unternehmens, sondern der Entwicklungsstand der Produkte der Lizenznehmer und der eigenen Medikamente. So wird ab Ende 2016/Anfang 2017 Novartis mit Bimagrumab auf dem Markt sein. Ein Produkt, welches auf einem Antikörper der HuCAL-Bibliothek basiert. MorphoSys wird dann Tantiemen basierend auf den Nettoumsätzen des Medikamentes erhalten – Erlöse ohne jegliche korrespondierende Kosten. Und alleine Novartis besitzt noch weitere neun Medikamente mit MorphoSys-Technologie in der Entwicklung.

Mit 94 Wirkstoffen in der Pipeline sind weiteren Zulassungen in den nächsten Jahren kaum Grenzen gesetzt. Die Plattform-Technologie des Unternehmens bringt daher ein vollkommen anderes Risikoprofil als bei typischen Biotech-Aktien mit sich. Mit den MorphoSys eigenen Entwicklungen kommen in Zukunft zusätzlich neue Wirkstoffe immer näher an die Marktreife, bei denen die Umsatzchancen vollkommen andere Dimensionen erreichen könnten. Mit rund 350 Mio. EUR an liquiden Mitteln verfügt MorphoSys zudem über eine prall gefüllte Kasse. Diese Liquidität nun zielgerichtet in die Weiterentwicklung der eigenen Wirkstoffe zu stecken macht daher derzeit mehr Sinn, als eine kurzfristige Gewinnmaximierung zum Ziel zu erklären.

MorphoSys befindet sich seit 2012 in unserem Musterdepot, mit einer Performance von gut 160% ist der Titel eine unserer besten Positionen.

Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte: Ein mit “*“ gekennzeichnetes Wertpapier wird zum Zeitpunkt der Erscheinung dieser Publikation von mindestens einem Mitarbeiter der Redaktion gehalten.

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