Grafik der Woche – Viel Bares, viel Schulden

Nettoschulden 55% höher als 2009

Quelle: SG Cross Asset Research

Immer wieder ist die Rede davon, auf was für riesigen Bergen an Barmitteln die US-Unternehmen sitzen. Daraus wird dann geschlussfolgert, dass viel Geld für Investitionen und Aktienrückkäufe zur Verfügung stehen. Doch die Analysten bei der Société Générale widersprechen dieser Einschätzung. Laut Andrew Lapthorne bewegen sich die Investitionen und Kapitalausgaben gemessen an der Nachfrage bereits auf einem relativ hohen Niveau. Lapthorne wittert hier sogar Abwärtsrisiken.

Kritisch sieht er auch die weit verbreitete Ansicht, wonach US-Unternehmen förmlich in Geld schwimmen und deshalb über viel überflüssiges Kapital verfügen, das sie ausgeben können. „Werden Aktienrückkäufe berücksichtigt, dann sieht es in Wahrheit so aus, dass die US-Unternehmen außerhalb des Finanzbereichs rund 300 Mrd. USD zu viel ausgegeben haben und das hat zu einer deutlich gestiegenen Verschuldung in den Bilanzen geführt“, so Lapthorne.

Zum Höhepunkt eines Marktzyklus seien Verschuldungsquoten zwar wenig hilfreich, weil sie durch die hohen Vermögenspreise verzerrt dargestellt würden. Die wahre Höhe der Verschuldung komme erst dann zum Vorschein, sobald die Aktienkurse anfangen zu fallen. Aber auch schon jetzt müsse die Verschuldung gemessen am Vermögen und der Zyklusphase, in der wir uns befinden, als hoch eingestuft werden. Laut Lapthorne liegt die Nettoverschuldung der Unternehmen exklusive des Finanzbereiches 55 Prozent höher als 2009 (siehe Chart oben).

Was der Société Générale Sorgen bereitet, sind nicht nur die zu Höchstpreisen getätigten Aktienrückkäufe, sondern das dies auch noch zu einer Zeit passiert, in der sich das Cash-Flow-Wachstum abschwächt. Zumal gerade jene Gesellschaften am meisten eigene Aktien zurückkaufen würden, bei denen das Umsatzwachstum am schwächsten ausfällt. Vor diesem Hintergrund bestehe die Gefahr, dass früher oder später entweder die Kredit- oder die Aktienmärkte negativ auf das erreichte Verschuldungsniveau oder auf das geringe Cash-Flow-Wachstum reagieren werden. Die Aktienrückkäufe selbst erklärt die Société Générale mit der fehlenden Nachfrage und der geringen Profitabilität sowie mit der Verfügbarkeit von billigen Krediten.

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