Aktien Update – K+S AG

Vorstand und Aufsichtsrat der K+S AG haben vergangene Woche nach intensiver Prüfung die Ablehnung des Übernahmeangebotes des kanadischen Konkurrenten PotashCorp zu 41,00 EUR je K+S-Aktie beschlossen. Der gebotene Preis reflektiere nicht den fundamentalen Wert des Konzerns und sei daher nicht im Interesse des Unternehmens.

Mit 41 EUR je Aktie werde in der Offerte laut CEO Norbert Steiner weder für das Geschäft mit Kali- und Magnesiumprodukten als auch für das Salzgeschäft ein angemessener Preis geboten. Das im kanadischen Legacy-Projekt steckende Potential werde darüber hinaus nicht berücksichtigt. Allein der Buchwert dieses Projektes betrage jedoch etwa 11 EUR je Aktie (akt. Kurs rund 38,30 EUR). In den vergangenen zwei Jahren hat K+S rund 2 Mrd. EUR in dieses Projekt gesteckt, ab 2016 soll dort laut Plan die Kaliproduktion anlaufen.

Im Übernahmeangebot durch PotashCorp sieht Steiner dennoch etwas Gutes, schließlich stehe am Kapitalmarkt dadurch möglicherweise eine „fundamentale Neubewertung“ des Unternehmens an.

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SI-Kommentar: Die Krise in der Kali- bzw. Potash-Branche scheint beendet, zumindest zeigt dies die 8,6 Mrd. USD schwere Übernahmeofferte für K+S. Hatte der Zusammenbruch des russisch-weißrussischen Kali-Kartells vor zwei Jahren noch die Industrie aufgewühlt und die Preise für das Düngemittel in den Keller geschickt, scheint sich der Markt nun wieder zu beruhigen. Doch nach wie vor ist die Stabilisierung des Angebotes das Hauptmotiv hinter der angedachten Transaktion. Denn das primäre Interesse der Kanadier dürfte dem dortigen Legacy-Projekt der deutschen K+S gelten.

Durch eine verlangsamte Entwicklung der dortigen Mine könnte PotashCorp die Menge auf dem kanadischen Markt besser kontrollieren, der leichte Preisaufschwung der letzten Zeit stünde dann möglicherweise nicht mehr in Gefahr (zuletzt etwas mehr als 300 USD/Tonne). Auf der anderen Seite bekämen die Kanadier jedoch zusammen mit Legacy auch einige kostenintensive und alternde Produktionsstätten in Deutschland. Langfristig scheinen also auch die Manager von PotashCorp an steigende Kalipreise und einen wieder anziehenden Markt zu glauben.

Unabhängig davon war PotashCorp schon immer ein Anhänger einer kartellartigen Preiskontrollpolitik. Mit einem weltweiten Marktanteil von mehr als 30% nach der Übernahme der Deutschen würde genau dies für die Kanadier einmal mehr möglich sein. So sehr es der geplanten Übernahme also auf den ersten Blick an industrieller Logik mangelt, so klarerer werden die wahren Hintergründe bei einer genaueren Betrachtung.

Durch die ablehnende Haltung hat das Management von K+S nun die Möglichkeit für einen Bieterwettstreit geschaffen. Ob dabei am Ende jedoch der geforderte Preis von angeblich bis zu 60 EUR je Aktie – vielleicht aber eben auch „nur“ eine eigenständige K+S steht – ist jedoch noch völlig unklar. Am Ende wird wohl alles eine Frage des Preises sein – sowohl im Rohstoff Kali als auch in der K+S-Aktie.

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