Kanada – Landerwerb im atlantischen Teil – Cape Breton

Landerwerb im atlantischen Teil Kanadas

Gastbeitrag von Frank Eckhardt, F.E.-Property Sales

Ausgerechnet Kanada?

Mit den folgenden Zeilen wollen wir wieder einmal einen Blick über den „Tellerrand Europas“ werfen. Folgen Sie uns nach Kanada – genauer an die Ostküste, nach Nova Scotia. Dass Sachwerte in der heutigen wirtschaftlichen und politischen Gemengelage einen besonderen Charme haben, braucht man vermutlich nicht mehr weiter zu erläutern.
Betrachtet man die riesige Landfläche Kanadas, mag sich anfangs der Verdacht aufdrängen,
dass eine Investition in „Land“ dort wenig Sinn ergibt, weil das vermeintliche Angebot
so überwältigend groß ist. Ein zweiter Blick auf die tatsächlichen Verhältnisse zeigt aber
ein ganz anderes Bild:

„Crowding out“ auf kanadisch

Deutlich über 50% der Landfläche Kanadas gehören dem Staat bzw. den einzelnen Provinzen.
Der Staat und die Provinzen verkaufen aber seit Jahrzehnten kein Land mehr. Im Gegenteil: Sie erwerben nur zu gerne angrenzende Areale, um den eigenen Bestand zu vergrößern.    Als Beispiel dazu mag das „County of Guysborough“ an der Eastern Shore of Nova Scotia gelten. Dieser Landkreis besitzt mehr als zwei Drittel(!) der gesamten Verwaltungsfläche selbst und kauft weiterhin zu. Somit steht geneigten Investoren nur der Restbestand des Privatmarktes als Anlagemöglichkeit zur Verfügung.

Übertreibungen in den Zentren

Kanada ist flächenmäßig das zweitgrößte Land der Erde und hat deutlich mehr zu bieten
als tiefe Wälder, Seenlandschaften und umfangreiche Bodenschätze. Besonders die Kombination aus guter Infrastruktur bei gleichzeitig dünner Besiedlung und somit mehr als
ausreichender Privatsphäre hat ihren Reiz. In den großen Metropolen Kanadas ist aber,
genauso wie in zahlreichen anderen „westlichen Ländern“, eine Übertreibung der Immobilien-preise zu erkennen. Deshalb ist dort grundsätzlich eine gesunde Vorsicht geboten. Ohne ausreichend gute Marktkenntnisse vor Ort sollte man mehr als einmal hinschauen und seine geplanten Investitionen genauestens prüfen.

Reizvolle Landschaften

Auf dem Land allerdings sieht die Sache schon wieder anders aus. In zahlreichen landschaftlich
sehr reizvollen Gegenden Kanadas sind sowohl Ufergrundstücke an Frischwasserseen,
Hinterlandflächen als auch Areale mit Ozeanzugang für durchaus sehr attraktive Einkaufs-preise zu erwerben. Auch bei größeren Investments, z.B. bei umfangreicheren Wald- und Forstarealen, kann eine gezielte Investition lohnen. Grundsätzlich kommt es aber immer darauf an, was der Anleger mit seiner Investition konkret bezweckt: Renditeoptimierung, Vermögenssicherung, Risikostreuung oder die Möglichkeit zur eigenen Nutzung der Flächen, z.B. als Ferienhaus, Altersruhesitz, Selbstversorgerprojekt oder Ähnliches? Die Region, in die ein Investment geplant ist – und deren Besonderheiten – sollte vorab gut sondiert werden. Es gibt etliche Unterschiede in Bezug auf Lage, Infrastruktur und Umgebung – wie z.B. Crown Land (Staatsland) in der Nachbarschaft –, die die zukünftige Preisentwicklung und auch die gegebenen Nutzungsmöglichkeiten beeinflussen können.

Solides Investment

Welche Renditen konnten in der jüngeren Vergangenheit erzielt werden? Insbesondere die Preisentwicklung von Ufergrundstücken in guter Lage war in den vergangenen Jahren etwa im Bereich der echten Inflationsraten angesiedelt – in einigen Fällen auch deutlich darüber. Dies allerdings nur, wenn der Einkaufspreis marktgerecht und nicht überteuert war. Bei großen Arealen für die Wald- und Forstbewirtschaftung ergaben sich reale Renditen von etwa 3%. Wer nun glaubt, das sei aus Anlegersicht nicht besonders viel, mag Folgendes bedenken: Bei guter Bewirtschaftung stehen diese Erträge durch das Nachwachsen der Waldflächen auf dem eigenen Grund in der Regel dauerhaft zur Verfügung. Die Grundsubstanz, das Land, ist zudem immer erhalten und bietet die Sicherheit des Sachwerts. Das eigene Land gibt dem Besitzer zudem immer die Möglichkeit, sich durch Umstellung der Produktion auf andere „Produkte“ neu und besser auf die sich ändernden Marktbedürfnisse einzustellen.

Unternehmer auf eigenem Land

Hierzu ein Beispiel aus der Praxis: Vor vielen Jahren sank zwischenzeitlich einmal der Bedarf nach Bauholz, Brennholz und Holz für die Papiererzeugung. Gleichzeitig gab es im Nachbarland USA den starken Trend, eine bestimmte Tannensorte als Weihnachtsbaum zu verwenden. Einige findige Kanadier mit großen Forstflächen stellten daraufhin einen Teil ihrer Anpflanzungen auf diese lukrative Baumsorte um. Sie erzielten durch den Verkauf der Bäume für viele Jahre außerordentlich gute Erträge, die deutlich über die sonst üblichen Renditen der Forstbewirtschaftung hinausgingen.

Langfristig denken

Vor allem wenn man die langfristige Wertentwicklung in besonders guten Lagen in den
vergangenen Jahrzehnten betrachtet, wird es interessant. Ein kanadischer Nachbar berichtete, dass sein Großvater noch einen kanadischen Dollar (CAD) pro Acre (4.046 qm) Land in bester Lage bezahlte. Aus heutiger Sicht ist das eine unvorstellbar geringe Summe. Hier machte vor einigen Monaten ein großer Landverkauf Furore. Ein Anbieter hat ein sehr
ausgefallenes, großes Areal für etwa 4,5 Mio. CAD erworben. Nur wenige Wochen später
wurde dieses Land für über 11 Mio. CAD an einen Investor aus Europa verkauft. Ein
außergewöhnlicher Fall, der natürlich nicht exemplarisch ist. Fakt ist aber, dass der Markt
hier etliche attraktive Möglichkeiten bietet, um außerhalb der EU rechtssicher in Landflächen
zu investieren.

Groß, klein, schnell und langsam

Nicht die Großen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen. Wer denkt, dass
wir Europäer die einzigen sind, die sich mit dem kanadischen Grundstücksmarkt beschäftigen,
hat weit gefehlt. Bereits seit einigen Jahren nehmen nicht nur die Investitionen aus China und den arabischen Staaten zu. Auch vermögende US-Amerikaner, insbesondere „Promis, Unternehmer und Politiker“, nutzen ein Landinvestment in besonders schönen Gegenden ihres Nachbarlandes. Die Gründe dafür sind einleuchtend: Günstige Steuersätze für Unternehmen, räumliche Nähe zum „Heimatland“, keine Sprachbarrieren, „Rückzugsmöglichkeit“ im Bedarfsfall sowie steigende Nachfrage.
Dass die Kaufpreise langfristig nicht auf dem aktuellen Niveau bleiben werden, ist mehr als
wahrscheinlich. „Kauft Land – es wird nicht mehr hergestellt!“ Dieser Ausspruch von Mark Twain hat bis heute nichts von seiner Aktualität verloren. Das wiederum ist eine Gemeinsamkeit von physischem Landbesitz und physischem Edelmetallbesitz: Beides kann nicht beliebig vermehrt werden. Beides beinhaltet immer einen realen, nachhaltigen, inneren Wert.

Niedersachse in Neuschottland

Aber was hat mich, einen gebürtigen Niedersachsen, über die Landerschließung hinaus vor
vielen Jahren nach Neuschottland getrieben? Vor allem meine Liebe zu unberührter Natur
und ursprünglicher Landschaft. Das Meeresklima mit „Schwarzwald-Beigeschmack”, die
Ruhe und Entschleunigung sowie die äußerst liebenswerten und freundlichen Menschen
haben mich vor Jahren an diesen Platz geleitet. Auch wenn es mir oftmals so vorkommt,
als sei die Zeit auf Cape Breton Island, Nova Scotia, über 20 Jahre zurückgeblieben,
habe ich das niemals wirklich als Nachteil empfunden. Im Gegenteil: Meine Vorstellungen
im Bereich der Unabhängigkeit und Selbstversorgung konnte ich bislang ungestört, Stück für Stück umsetzen. Ich persönlich empfinde das als großes Geschenk, von niemandem besucht zu werden, den ich nicht ausdrücklich eingeladen habe, und genieße es, hier in Ruhe zu leben und zu arbeiten. Besuchen Sie mich doch einmal auf unserer Farm!

Herzlichst, Ihr Frank Eckhardt

aus Smart Investor 08/2015