Smart Investor 8/2015 – Editorial

Was haben wir Kritiker der Euro-Politik uns in den letzten Jahren nicht alles anhören müssen. Dass wir uns miesepetrig verhielten und überall nur das Haar in der Suppe fänden, dass wir keine echten Europäer seien usw. Seit den jüngsten Entwicklungen im Griechenland-Drama dürfte es aber auch für unverbesserliche Euro-Befürworter klar sein: Dieses Drama wird nicht gut ausgehen – weder für die Hellenen noch für die EU. Kurzzeitig konnten wir ja einen Blick in den Abgrund wagen: Als Tsipras/Varoufakis die Verhandlungen um das 3. Hilfspaket abbrachen, zum Referendum aufriefen und schließlich auch noch ihren Landsleuten zum NEIN rieten, da dürfte es so manchem EU-Politiker schwarz vor Augen geworden sein. Wir beschäftigen uns ab S. 48 mit dieser Thematik.

In einer Zeit, in der alle Maßstäbe verschwimmen und bisher als sicher Geglaubtes zu wanken beginnt, da tut es gut, sich an Fixpunkten zu orientieren. Beim Value-Investieren steht genau dieses Vorgehen im Mittelpunkt. Value-Investoren suchen nach „inneren Werten“ und „Burggräben“, um für ihre Investments Anker zu finden, an denen sie einen vernünftigen Preis festmachen können. Mein Kollege Christoph Karl hat in den letzten Wochen mehrere Kongresse zum Thema besucht und mit zahlreichen Value-Investoren gesprochen. Lesen Sie die Titelgeschichte von ihm ab S. 6 bis 17 sowie auch die Interviews mit Norbert Keimling (StarCapital) und Frank Lübberstedt (Acatis-Fonds) auf den Seiten 44 und 76.

Über den sagenumwobenen Prognostiker Martin Armstrong fanden Sie in Smart Investor immer wieder Beiträge, die auch reges Feedback brachten. Vor einigen Wochen meldete sich ein Leser, der vergleichbare Analysen betreibt und die Zahl Pi in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen setzt. Ab Seite 34 stellt er seine Methode vor, die – so viel darf hier schon verraten werden – Armstrongs Ansatz tendenziell bestätigt.

In der letzten Ausgabe berichteten wir über anarcho-kapitalistische Strömungen innerhalb der Österreichischen Schule. Eine Kritik dazu sowie zugleich eine Plädoyer für die Direkte Demokratie kommt diesmal vom renommierten Makrosoziologen Prof. Ekkart Zimmermann (S. 22). Zwei Seiten später berichten wir über die jüngsten turbulenten Ereignisse bei der Hayek-Gesellschaft.

Je näher ein wie auch immer geartetes ungutes Ende des Euro-Spektakels rückt, desto mehr Menschen beschäftigen sich mit der Flucht aus diesem System. Und so erreichten uns in den letzten Wochen auch wieder vermehrt Anfragen zum Auswandern nach Nova Scotia/Kanada. Frank Eckhardt, unser Kooperationspartner vor Ort, gibt ab S. 32 einen kurzen Zwischenbericht über Neuschottland und im Speziellen über die Halbinsel Cape Breton. Denn für den einen oder anderen mag ein (zweites) Standbein im Ausland eine sinnvolle Maßnahme in diesen unruhigen Zeiten sein.

Diese Themen und noch viel mehr warten auf Sie in der vorliegenden Ausgabe.

Viel Spaß beim Lesen!