Aktien Update – mic AG

Der börsennotierte Münchener Frühphasen-Venture-Capital-Investor mic AG vermeldete Mitte August die Umplatzierung von ca. 2 Mio. Aktien, knapp 20% des ausstehenden Kapitals. Das Aktienpaket, das nach Auskunft von Claus-Georg Müller, dem Vorstandsvorsitzenden des Unternehmens, aus dem Besitz von Carsten Maschmeyer kam, sei bei mehreren internationalen Investoren platziert worden. Die neuen Ankeraktionäre, die sich langfristig bei dem Münchener Unternehmen engagieren wollen, seien vor allem eine schweizerische und eine niederländische Adresse. Maschmeyer wolle sich unterdessen auf Investments in Wachstumsunternehmen, statt der von der mic gehaltenen Frühphaseninvestments konzentrieren. Der Verkaufsdruck an der Börse in der mic-Aktie soll nach Auskunft von Müller damit nun entfallen, die außerbörsliche Umplatzierung habe für einen kursschonenden Verkauf gesorgt.

Für die neuen Aktionäre habe unterdessen auch der günstige Kurs der mic-Aktie für ein Investment gesprochen. „Neben den überzeugenden Wachstumsperspektiven der mic-Gruppe hat sich dabei auch das aktuell attraktive Bewertungsniveau als überzeugendes Investitionskriterium erwiesen,“ so Müller. Nach einer Sachkapitalerhöhung im Frühjahr beträgt die Eigenkapitalquote des Unternehmens nun rund 90%. Damals wurde ein Gesellschafterdarlehen des Hauptaktionärs mic Holding GmbH in neue Aktien umgewandelt. Der rechnerische Bezugspreis lag bei 2,00 je Aktie. Genau auf dem Niveau also, auf dem die Aktie nun auch nach der jüngsten Meldung notiert. Hinter der mic Holding steht maßgeblich der Vorstand des Unternehmens.

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SI-Kommentar: Statt durch operative Themen wurde der Kurs der mic-Aktie zuletzt vor allem durch die Verkäufe des einstigen Großaktionärs belastet. Mit dem nun erfolgten Verkauf des gesamten verbleibenden Paketes dürfte sich dies nun fundamental ändern. Zwar wurde in der Meldung des Unternehmens kein Verkaufspreis genannt, es ist jedoch zu vermuten, dass sich dieser in etwa am aktuellen Börsenkurs orientiert hat. Die neuen Ankeraktionäre dürften daher also ihre Beteiligung zum Schnäppchenpreis von unter 2,00 EUR je Aktie bekommen haben – immerhin ein Abschlag von mehr als 50% zum Buchwert.

mic besitzt rund 25 Beteiligungen an jungen Start-Up-Unternehmen, die sich primär mit Themen rund um das sogenannte „Internet of Things“ beschäftigen. Insgesamt bringt es die Gesellschaft damit auf ein Eigenkapital von mehr als 40 Mio. EUR (inklusive des erst im laufenden Jahr gewandelten Gesellschafterdarlehens), der Börsenwert liegt unterdessen bei lediglich rund 20 Mio. EUR. Für die Gesellschaft besteht also dringender Handlungsbedarf, die Werthaltigkeit der einzelnen Beteiligungen offensiver zu belegen.

Genau aus diesem Grund verfolgt der Vorstand eine klare Strategie: Mit separaten Börsennotierungen sogenannter Themen AGs – das heißt Tochtergesellschaften, die sich jeweils einem speziellen Investmentthema bzw. einer Branche widmen – soll der Wert des Portfolios gezeigt werden. Erst im Juli wurden die beiden Beteiligungen aus dem Bereich E-Health über eine Einbringung in die ehemalige NBIC Capital AG (jetzt Lifespot Capital AG) mittels eines sogenannten Cold-IPOs an die Börse gebracht. Parallel dazu ist mit der micData AG bereits eine zweite Tochter selbst notiert. 2016 soll mit dem Börsengang der 4industries AG der nächste Börsengang ins Haus stehen.

Die mic-Aktie könnte angesichts des nun stabilisierten Aktionärskreises und der Aussichten auf weitere IPOs aus dem Konzern nun wieder interessant werden, Anleger sollten das Papier im Blick behalten.

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