Smart Investor 9/2015 – Editorial

RFNein, ich bin kein Rassist! Ich habe prinzipiell nichts gegen Einwanderung und ich mag die Bereicherung, die von anderen Kulturen ausgehen kann. Aber es ist für mich völlig unstrittig: Die derzeitige Flüchtlingspolitik ist eine einzige Katastrophe! Klar, das Asylrecht hat einen festen Platz in unserem Wertesystem – und auch völlig zu Recht. Allerdings wird nicht einmal einem von derzeit 20 eingereichten Asylanträgen stattgegeben. Das bedeutet, dass in den meisten Fällen keine Bedrohungs- bzw. Verfolgungssituation vorliegt – insbesondere bei den aus Ex-Jugoslawien stammenden Flüchtlingen, die derzeit den größten Anteil ausmachen. Anders ausgedrückt: 95% der derzeit Ankommenden sind Wirtschaftsflüchtlinge!

Wenn jemand seine Heimat verlässt, weil er woanders vermutlich besser leben kann, dann ist das nachvollziehbar. Wenn aber der deutsche Staat diese Menschen dann hier finanziell frei hält, dann kann ich das nicht mehr verstehen. Da werden völlig falsche Anreize gesetzt, die zum Missbrauch geradezu einladen.

Einige Politiker haben dies bereits begriffen, aber das Gros ist immer noch auf dem Gutmenschen-Trip und glaubt, die ganze Welt beglücken zu müssen – und das auch noch mit völlig ungeeigneten Mitteln.

Leider ist das nur ein Feld, auf dem die deutsche Politik derzeit auf Suizid-Kurs ist – aber eben dasjenige mit der derzeit höchsten Medienaufmerksamkeit. In unserer Geschichte „Suicide Kings“ ab S. 20 haben wir noch weitere Bereiche ausfindig gemacht, in denen unsere Politiker alle möglichen Ziele verfolgen mögen – nur eben nicht das Wohl desjenigen Volkes anstreben, dessen Vertreter sie sind. Ludwig Erhard, der als „Vater der Sozialen Marktwirtschaft“ verehrt wird, würde sich angesichts der heutigen politischen Fehlleistungen im Grabe rumdrehen. Ein Gespräch mit Dr. Ulrich Horstmann über diese herausragende Persönlichkeit finden Sie ab S. 26. Und dass es auch heute noch anders geht, das zeigt das Beispiel Island, welches wir ab S. 28 in unserer Rubrik „Lebensart & Kapital“ für Sie ergründen.

Solange die Wirtschaft läuft und genügend Geld vorhanden ist, lassen sich durchaus eine Zeitlang kostspielige Dummheiten finanzieren. Was aber, wenn sich das positive Umfeld verflüchtigt? In unserer Titelgeschichte ab S. 6 erarbeiten wir dieses Szenario und legen die Konsequenzen für die Wirtschaft dar. Wir gehen der Frage nach, ob am aufgeputschten Anleihenmarkt in naher Zukunft eine Blase platzen könnte.

Am Aktienmarkt war unserer Ansicht nach eine Blase im klassischen Sinne nicht gegeben. Dennoch verfielen die Kurse in den letzten Tagen geradezu sturzbachartig. Woran das liegt und was weiterhin zu erwarten ist, dem versuchen wir im „Großen Bild“ auf S. 44 nachzugehen.

Ich wünsche Ihnen viele Erkenntnisse beim Lesen der vorliegenden Ausgabe.

Herzlichst

Unterschrift

Ralf Flierl,
Chefredakteur