Aktien Update – K+S AG

Der Traum von einer Übernahme zu einem attraktiven Kaufpreis ist für die Aktionäre von K+S (WKN KSAG88, akt. Kurs 24,37 EUR) seit heute offiziell ausgeträumt, die kanadische Potash Corp macht einen Rückzieher. Seit der Vorlage des Angebotes, sämtliche K+S-Aktien zu 41,00 EUR je Anteilsschein übernehmen zu wollen, hätten sich die Aktien anderer Potash-Unternehmen jedoch um bis zu 40% reduziert. Angesichts dieser Marktbedingungen und der nach wie vor fehlenden Unterstützung durch das K+S-Management nehmen die Kanadier daher ihre Offerte zurück.

Diese war durchaus mit einigen Zugeständnissen an K+S verbunden gewesen. Dazu zählte unter anderem der Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen, ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Deutschland oder der Erhalt der deutschen AG als unabhängiges Tochterunternehmen. Daneben wurde dem Vorstand ein großzügiges Vergütungsmodell und Managementpositionen im kombinierten Konzern angeboten.

Mit der nun vollzogenen Kehrtwende ziehen sich die Kanadier nun ganz aus der Affäre, sie hatten offensichtlich Angst vor der eigenen Courage bekommen. Dass sie hiermit zumindest kurzfristig dem Willen ihrer eigenen Aktionäre folgen, zeigt die Entwicklung der Aktienkurse der beiden Unternehmen. Während K+S mit satten 20% im Minus notiert, stehen die Aktien von Potash Corp im vorbörslichen Handel rund 10% im Plus.

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SI-Einschätzung: Noch in der letzten Woche hatten K+S-Aktionäre neue Hoffnung auf einen erfolgreichen Abschluss der Übernahme, eine Woche später zerschlägt sich diese nun durch einen Rückzieher von Potash Corp. Mehrere Einflussfaktoren werden bei den Kanadiern zu dieser Entscheidung geführt haben. Darunter das negative Sentiment für Rohstoffe, die teurer und schwieriger werdende Refinanzierung der möglichen Übernahme und die ablehnende Haltung des K+S-Managements. Die Turbulenzen um den Rohstoffhändler Glencore in der letzten Woche dürften ebenfalls nicht positiv auf das Vorhaben gewirkt haben, schließlich wird dem Schweizer Unternehmen gerade seine hohe Verschuldung zum Verhängnis. Statt Wert zu schaffen hat K+S-CEO Norbert Steiner durch seine „Verzögerungstaktik“ nun erstmal Aktionärsvermögen vernichtet. Die Aktie steht nun statt der avisierten 41 EUR bei knapp über 24 EUR, rund 40% darunter.

Auf diesem Niveau ist der Kurs nun jedoch vermutlich eine Untertreibung. So sieht es auch Dr. Uwe Rathausky, Fondsmanager von der Gané AG: „Das Salz-Geschäft von K+S generiert einen stabilen Cashflow nach Investitionen von etwa 200 Mio. EUR im Jahr, das komplette Unternehmen wird nun jedoch mit lediglich rund 4,5 Mrd. EUR bewertet. Alleine die margenstarke Salz-Sparte sollte für einen großen Teil des derzeitigen Börsenwertes stehen.“ Auf CEO Norbert Steiner kommt dennoch jede Menge Arbeit zu. Denn er muss nun beweisen, dass er in Zukunft auch allein einen vergleichbaren Wert für die Aktionäre erzielen kann, wie er nun bei einem Verkauf sofort zu heben gewesen wäre. Mehr zu K+S lesen sie auch in unserem nächsten Heft (SI 11/2015), in dem wir uns detailliert mit der Potash-Branche beschäftigen.

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