Grafik der Woche – Am Anschlag

Für annähernd eine Generation an Anlegern kennen die weltweiten Rentenmärkte nur eine Richtung – nämlich nach oben. Denn mit stetig sinkenden Zinsniveaus wurden selbst mit den „sichersten“ Staatspapieren kontinuierliche Kursgewinne möglich. Anleihen, darunter eben auch deutsche Bundesanleihen brachten damit nicht nur sichere Coupons, sondern in Summe eine relativ attraktive Rendite.

Und all dies auch noch ohne große Schwankungen, wie der Chart des REXP-Index seit Anfang der 90er Jahre (siehe Chart) zeigt. So stand in den vergangenen 25 Jahren mit deutschen Bundesanleihen, die der deutsche Rentenindex enthält (REXP) enthält, eine jährliche Rendite von rund 6,1% p.a. zu Buche. Nicht schlecht, auch im Vergleich zum Aktienmarkt. Leider jedoch keine Betrachtung, die sich auf die Zukunft projizieren lässt.

Denn wir leben in einer völlig anderen Welt. Mit dem Erreichen des Nullzinsniveaus sind Bundesanleihen praktisch bis zum Anschlag angestiegen, mit verheerenden Konsequenzen. Denn vom heutigen Niveau lassen sich die zukünftigen Renditen sehr gut prognostizieren: Sie werden Null betragen – allerdings nur im optimistischsten Szenario, wenn es nicht zu einem Zinsanstieg kommt.

Für diesen Fall hat Philipp Vorndran vom Vermögensverwalter Flossbach von Storch schon einmal die möglichen Konsequenzen ausgerechnet. So würde ein Anstieg des Renditeniveaus auf 1,5% bereits einen Kursverlust von 7% mit sich bringen, ein Anstieg auf 2,25% sogar von satten 11%. Anleihen sind daher Risiken ohne Chancen, mehr als je zuvor. Dies muss Anlegern spätestens bei der Betrachtung dieser anschaulichen Grafik klar werden.

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