Smart Investor 11/2015: Dummes Geschwätz von gestern?

RF„Manche unserer Gegner können es sich nicht verkneifen, uns in der Zuwanderungsdiskussion in die rechtsextreme Ecke zu rücken. Nur weil wir im Zusammenhang mit der Zuwanderung auf die Gefahr von Parallelgesellschaften aufmerksam machen. Das, liebe Freunde, ist der Gipfel der Verlogenheit. Und eine solche Scheinheiligkeit wird vor den Menschen wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen. Deswegen werden wir auch weiter eine geregelte Steuerung und Begrenzung von Zuwanderung fordern.“

Wer, glauben Sie, hat sich zu diesem Satz hinreißen lassen? Victor Orban? Marine Le Pen? Ein Vertreter der AfD? Horst Seehofer oder Peter Gauweiler? Nein, niemand davon. Es war – ja, Sie lesen richtig! – niemand anderes als Angela Merkel. Und zwar am 1. Dezember 2003, auf dem CDU-Parteitag in Leipzig – damals noch in der Opposition.

Was hat Merkel wohl dazu bewogen, ihre Meinung heute um 180 Grad zu drehen? Vermutlich das Chaos im Nahen Osten und die Gräueltaten des Islamischen Staates, vor denen viele Menschen nun fliehen. Und deswegen hat die Kanzlerin jüngst auch völlig richtig gesagt, dass wir die Ursachen der Flüchtlingsströme bekämpfen müssen – also all die Kriege, die seit mehreren Jahren im arabischen und nordafrikanischen Raum sowie am Balkan tob(t)en.

Dumm nur, dass Angela Merkel in verschiedenen Positionen noch bei jedem Krieg in den genannten Regionen unseren amerikanischen Freunden zugestimmt oder zumindest niemals ein Nein über die Lippen gebracht hat (wie einst Gerhard Schröder im Jahre 2003 vor dem Irakkrieg).

Und nun frage ich mich, ob man Angela Merkel überhaupt noch ernst nehmen kann? Ist es nicht so, dass sie anscheinend aus Launen heraus entscheidet? Heute so, morgen so!? Mal hü, mal hott? Wirklich schade, dass bei Anne Will, Günther Jauch und Frank Plasberg zwar durchaus ein paar interessante Teilaspekte besprochen, aber diese wirklich wesentlichen Fragen irgendwie dann doch nicht gestellt werden:

Mittlerweile erhält Merkel Brandbriefe von Bürgermeistern und CDU-Parteigenossen. Und auch höchste Stellen der Polizei und deren Gewerkschaft, des Bundeskriminalamts und des Verfassungsschutzes mahnen, dass die innere Sicherheit Deutschlands in Gefahr ist und unkontrollierte Unruhen drohen. Die Stimmung im Volk kippt ja schon seit einigen Wochen. Die Kanzlerin interessiert das alles aber nicht die Bohne.

Muss uns das in einem Investmentmagazin kümmern? Ich denke schon. Denn die aktuellen Flüchtlingsströme haben das Potenzial, Deutschland aus der Spur zu bringen. Und ohne Deutschland hat auch die EU fertig. Dies wird definitiv Auswirkungen auf die Märkte haben! Der US-Analyst Martin Armstrong deutete schon vor einigen Monaten ein „Peak Government“ an. Was das mit unserer derzeitigen Situation zu tun hat, das erfahren Sie ab S. 48.

Übrigens: Es gibt mittlerweile mehrere Internet-Plattformen, über die man sich Petitionen anschließen kann. Die größte dürfte www.abgeordneten-check.de sein, mit der Kampagne „Frau Merkel, treten Sie jetzt zurück!“. Vielleicht unterzeichnen Sie dort?

Mit herzlichen Grüßen in diesen schicksalshaften Zeiten

Unterschrift

 

 

Ralf Flierl, Chefredakteur