Grafik der Woche – Zahlen, auf die die Fed blickt

Quelle: JP Morgan Asset Management

Glaubt man den Worten der Präsidentin der Federal Reserve, so will sich Janet Yellen auch weiterhin bei ihren geldpolitischen Entscheidungen stark an den volkswirtschaftlichen Daten orientieren. Was vor allem den Zahlen zum US-Arbeitsmarkt eine Schlüsselrolle zukommen lässt. Diese zeichnen zuletzt tatsächlich ein freundliches Bild, wohl auch deshalb gehen die Fed Fund Futures derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 80% von einem anstehenden Zinsschritt im Dezember aus.

Doch was kurzfristig positiv aussieht, lässt sich auf einer langen Zeitachse durchaus relativieren – so zu beobachten beim durchschnittlichen Lohnwachstum. Dieses ist im Gegensatz zur Arbeitslosenquote in den USA bislang noch immer auf einem Rekordtief.

Immer mehr Leute gehen also einer Beschäftigung nach, im Zweifelsfall aber einer relativ schlecht bezahlten. Hier macht sich zum Beispiel der Wegfall vieler gut bezahlter Jobs in der Öl- und Fracking-Industrie bemerkbar, die vermutlich nicht durch schlecht bezahlte Service-Jobs ersetzt werden konnten.

Noch sind keine November-Daten zum US-Arbeitsmarkt veröffentlicht, die Frage ist jedoch, ob sich hier die Dynamik aus dem Oktober (+2,5% im Jahresvergleich) fortsetzt. Ist dies der Fall, wird der Zinsschritt im Dezember tatsächlich wahrscheinlicher.

Für eine wirkliche Zinswende gibt der Arbeitsmarkt jedoch bislang noch nicht die entsprechende Dynamik her, dies kann man aus dem langfristigen Chart klar ablesen.

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