Löcher in der Matrix – Staat unter der Matratze

RTEmagicC_Matrix_mit_Loch„Griechen müssen ab 2016 „Geld unter der Matratze“ und „Schmuck“ beim Finanzamt angeben“ (www.gegenfrage.com, 2.12.2015)

Wer dachte, die Finanzielle Repression habe bereits ihre maximale Ausprägung erreicht, der irrt. Die griechische Regierung hat ein neues Gesetz verabschiedet, das die Bürger dazu verpflichtet, „zuhause gelagertes Bargeld, Schmuck und alle anderen Wertgegenstände in der Steuererklärung angeben“. Wenn sich Regierungen für die Wertgegenstände der Bürger interessieren, dann nur aus einem Grund – sie wollen etwas davon abhaben.

Vermutlich ist Ihnen diese Meldung in den großen Medien aber durchgerutscht, oder sollte man sagen, sie ist den großen Medien durchgerutscht? Oder Griechenland ist einfach zu unbedeutend, um über solche Petitessen zu berichten? Vielleicht will man den deutschen Michel aber auch nur nicht mit der Tatsache beunruhigen, dass in der EU die Attacken gegen das Privateigentum unvermindert weitergehen – Attacken mit denen die Auswirkungen einer katastrophalen Politik kaschiert werden sollen: „Die Rechnung bitte, für die Bürger am Nebentisch!“ Allerdings ist das Risiko, dass sich die Deutschen über solche Maßnahmen empören, ohnehin gering – es betrifft ja „nur“ die Griechen, denen es schon irgendwie recht geschehe. Zudem: Auf jeden Griechen, der solche Übergriffe des Staates mit einer neuen Vermeidungsstrategie beantwortet – Schweigen ist Gold –, dürften grundsätzlich fünf obrigkeitshörige Deutsche kommen, die uns wortreich erklären können, wie wichtig und „gerecht“ es sei, dass der Staat in jede Schublade und unter jede Matratze schaut.

Die eigentliche Finanzielle Repression findet allerdings nicht in Griechenland statt, sondern weiterhin in Frankfurt. EZB-Chef Draghi senkte gestern die „Strafzinsen“ – also jenen Zinssatz, den Banken auf Einlagen bei der EZB bezahlen müssen – von -0,2% auf -0,3%. Für die Sparer wird da in der Folge nichts mehr übrig bleiben, oder wie Robert Halver von der Baader Bank zuspitzte: „Es wird nie wieder Zinsen geben, mit denen man Altersvorsorge betreiben kann.“ Dass mit der Draghi-EZB die gleiche Institution den Zins künstlich absenkt, die auch versucht die Inflation anzuheizen, ist dann wohl die neue „One Stopp Solution“ für die Sparerenteignung – alles aus einer Hand. Ob Draghis Rechnung allerdings aufgehen wird, dass die Sparer ihr Geld konjunkturfördernd ausgeben, weil sich Sparen nicht mehr lohnt, darf bezweifelt werden. Möglicherweise gleichen sie die fehlenden Zinseinnahmen sogar durch eine höhere Sparleistung aus.

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