„The Big Short“

„The Big Short“, Regie: Adam McKay, Darsteller: Christian Bale, Ryan Gosling, Steve Carell, Marisa Tomei, Brad Pitt, Kinostart: 14.1.2016, Verleih: Paramount

Spätestens seit „The Wolf of Wall Street“ wissen wir, dass das Herz des weltweiten Finanzsystems als Schauplatz von Wahnsinn, Gier und Eitelkeiten durchaus das Zeug zu einer schwer unterhaltsamen Satire hat. Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio haben es seinerzeit vorgemacht, nun wollen „Saturday Night Live“-Regisseur Adam McKay und sein Starensemble diesen Erfolg mit ihrer temporeichen, ätzenden Finanzdramödie „The Big Short“ wiederholen.

Erzählt wird darin die wahre Geschichte des von Christian Bale verkörperten Hedgefonds-Managers Michael Burry, der bereits Anfang 2005 – und damit zu einer Zeit, als die US-Wirtschaft endgültig zum Wachstum zurückgekehrt schien – eine gewaltige Blase auf dem US-Häusermarkt erkannte, woraus er gigantische Risiken für Banken und Weltwirtschaft ableitete. Zusammen mit anderen Spekulanten beginnt er, im großen Stil auf den baldigen Kollaps des Finanzsystems zu wetten.

Auch wenn es zunächst danach aussah, dass Burry mit seiner kühnen Prognose nicht recht behalten sollte, so fuhr er am Ende doch Milliardengewinne für seine Anleger ein. Selbst in der Rückschau erscheint vieles, was McKay mit beißendem Spott, aber auch unmissverständlicher Kritik seziert, immer noch unglaublich. Gerade weil die Materie derart komplex ist, dass selbst Finanzprofis gelegentlich den Überblick verlieren, nutzt „The Big Short“ immer wieder kurze, originelle Einspieler, in denen unter anderem TV-Koch Anthony Bourdain oder Teenie-Star Selena Gomez (!) Fachbegriffe und Mechanismen der Finanzwelt anhand sehr intuitiver Beispiele erklären.

Dennoch bleibt der Film weniger leicht zugänglich als Scorseses Blockbuster. Dabei gelang McKay eine ebenso böse, schauspielerisch großartige Dekonstruktion des amerikanischen „Wirtschaftswunders“, die schon jetzt für so manchen Oscar gehandelt wird. Man lacht, schüttelt den Kopf über den ganzen Irrsinn und ballt die Faust in der Tasche.