Aktien Update – Vossloh AG

Mit einer Ad-hoc-Mitteilung vom 3. März gibt die Vossloh AG bekannt, dass der derzeitige Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Dr. Hans M. Schabert, seinen Vertrag nach Ablauf am 31. März 2017 nicht verlängern wird. Schabert stand dem Unternehmen seit 2014 vor. Er war vom Großaktionär Heinz Hermann Thiele eingesetzt worden, um die Neuausrichtung des Unternehmens voranzutreiben.

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SI-Kommentar: Es ist zwar lediglich ein dezenter Hinweis, aber wer eins und eins zusammenzählt, kann aus der Meldung von Vossloh durchaus etwas herleiten. Denn möglicherweise ist die personelle Veränderung bereits vor dem Hintergrund einer stärkeren Integration von Vossloh in den Konzern des Großaktionärs Thiele zu sehen. Nach dem Verkauf des Lokomotiven-Geschäftes in Spanien steht nun auch der Verkauf der deutschen Fabriken dieser Sparte an. Die verbleibende Bahninfrastruktur-Sparte würde jedoch ideal zu Knorr-Bremse passen.

Offiziell gibt CEO Schabert familiäre Gründe für seinen Rückzug im nächsten Jahr an, möglicherweise ist der wahre Grund jedoch ein ganz anderer. Denn sollte Vossloh 2017 seine Eigenständigkeit verloren haben, ist möglicherweise auch kein Platz für einen eigenen unabhängigen Vorstandsvorsitzenden mehr. Dazu passt die gleichzeitige Bestätigung, dass der Vertrag mit den verbleibenden zwei Vorstandsmitgliedern um weitere drei Jahre verlängert wurde. Schließlich bräuchte es ja auch für diesen Fall eine Führungsmannschaft mit einer gewissen Kontinuität.

Mit einer möglichen Kapitalerhöhung könnte Thiele dem Ziel einer vollständigen Übernahme deutlich näher kommen, und dies zu einem augenblicklich attraktiven Kurs. Außenstehende Aktionäre können es ihm angesichts dieser Gemengelage nach tun. Die Aktie bleibt ein Value-Titel mit einem möglichen Katalysator für eine Neubewertung.

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