Grafik der Woche – It‘s the investments, stupid!

Berkshire

Nicht nur Analysten benutzen gerne sogenannte Peergroups, um die Bewertung eines Unternehmens vergleichbarer zu machen. Je ähnlicher, desto besser. Für die Versicherungs- und Rückversicherungsbranche gibt es dabei ein Unternehmen, das häufig übersehen wird: Berkshire Hathaway, die Holding des Value-Altmeisters Warren Buffett. Denn auch wenn Buffett vor allem für seine Aktieninvestments und Beteiligungen wie Coca-Cola oder American Express bekannt ist, rund 63% der Bilanzsumme von Berkshire Hathaway stammen aus dem Versicherungsgeschäft.

Mit der Autoversicherung GEICO sowie den Rückversicherungen General Re und Berkshire Re ist das Unternehmen in exakt denselben Feldern tätig wie die Münchener Rück. Umso frappierender fällt der langfristige Performance Vergleich der beiden Aktien aus. Während sich die Aktie des Konkurrenten aus München in den letzten 20 Jahren in etwa verdoppeln konnte, legte die Buffett-Aktie (hier die A-Aktie) ca. um den Faktor 7 zu.

Woran dies liegt? Tendenziell an den Investments, in denen die Prämien der Kunden der Berkshire-Versicherungen angelegt sind. Denn immerhin hat Berkshire über seine diversen Versicherungen Zugriff auf einen „Float“ von rund 88 Mrd. USD. Gelder, die irgendwann im Schadensfalle an die Versicherten ausbezahlt werden müssen, bis dahin jedoch gewinnbringend investiert werden können. Und hier ist Buffett eben ganz in seinem Element. Die Münchener Rück dagegen hatte auch zum Jahresende 2015 lediglich rund 5% ihrer Kapitalanlagen im Wert von ca.  215 Mrd. EUR in Aktien investiert, den größten Teil dagegen in Darlehen, Unternehmens- und vor allem Staatsanleihen – nicht gerade die größten Ertragsbringer in Zeiten von Minuszinsen.

Vor diesem Hintergrund ist jedoch die aktuelle Einschätzung von Buffett zur Versicherungsbranche hochinteressant. Denn insbesondere für den Rückversicherungsbereich ist das Orakel von Omaha für die nächsten Jahre relativ skeptisch. Warum dies so ist und welche Konsequenzen sich für Anleger daraus ergeben, lesen Sie im nächsten Smart Investor, in dem wir uns intensiv mit den Überlegungen von Buffett auseinandersetzen.

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