Aktien Update – Aurelius Equity Opportunities SE & Co. KGaA

Wenns läuft, dann läufs. Dies könnte man über die Münchener Beteiligungsgesellschaft Aurelius sagen, die in der letzten Woche den fünften Unternehmensverkauf in diesem Jahr abgeschlossen hat. In Summe dürfte dabei ein Verkaufserlös von ca. 100 Mio. EUR entstanden sein.

In der jüngsten Transaktion wurde der Werbevermarkter Publicitas im Rahmen eines  Management-Buyouts an das bestehende Management der Gruppe veräußert. Über die finanziellen Details wurde Stillschweigen vereinbart.

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SI-Kommentar: Das Jahr 2016 bestätigt abermals, dass das Geschäftsmodell von Aurelius mehr als intakt ist. Die Sanierungsholding kann mit einer eindrucksvollen Serie an Verkäufen erneut belegen, dass die Sanierung der Tochtergesellschaften gelingt. Im Durchschnitt konnte Aurelius in den letzten Jahren bei erfolgreichen Veräußerungen jeweils rund das 9fache des Kaufpreises bzw. investierten Kapitals erzielen. Grund genug, dass die Aktie zuletzt mit einer Prämie von ca. 30% zum inneren Wert (NAV) notierte.

Mit den in diesem Jahr gemeldeten Zukäufen – allen voran das Europa Geschäft des US-Konzerns Office Depot – sind allerdings bereits die Weichen gestellt, dass diese Prämie in Zukunft deutlich kleiner ausfallen dürfte. So sprach der CEO des Unternehmens, Dr. Dirk Markus, auf dem Eigenkapitalforum in Frankfurt vor zwei Wochen von einem Kaufpreis von einem symbolischen Euro gesprochen. Für ein Unternehmen, das rund 2 Mrd. EUR Umsatz erwirtschaftet, wohlgemerkt. Und Dr. Markus zeigt sich durchaus optimistisch, den größten Zukauf der Aurelius-Unternehmensgeschichte binnen zwölf bis 18 Monaten profitabel machen zu können. Gelingt dies, dürfte der NAV um mindestens 200 Mio. EUR zulegen, möglicherweise sogar deutlich mehr.

Gleichzeitig könnte die Office Depot-Transaktion quasi eine Blaupause dafür darstellen, wie Aurelius von der Trump-Wahl profitieren könnte: US-Unternehmen als Verkäufer, die sich auf ihr heimatliches Kerngeschäft fokussieren, und dazu ihre strauchelndes Europa-Aktivitäten aufgeben wollen. Die Münchener dürften dabei in den Führungsetagen vieler US-Konzerne bekannt sein und mit ihrer Schnelligkeit überzeugen. So wurde die gesamte Office Depot Transaktion in wenigen Wochen verhandelt. Aus fundamentaler Sicht spricht daher alles für die Aktie. Lediglich konjunkturelle Schwierigkeiten in Europa könnten den Konzern und seine Töchter unter Druck setzten.

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