Musterdepot SIW 11/2017 vom 15.03.2017

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Der Schweizer Milch-Verarbeiter Hochdorf Holding (WKN A0MYT7, 290,47 EUR) konnte am Montag mit seinen Zahlen ziemlich exakt die Prognose des Marktes und der Analysten treffen. So konnte der Umsatz trotz eines leicht rückläufigen Volumens (-2,6%) bei der verarbeiteten Menge bei 551,5 Mio. EUR konstant gehalten werden. Das EBIT konnte dagegen um 11,5% auf 22,5 Mio. CHF, der Jahresüberschuss sogar um 49% auf 19,4 Mio. EUR gesteigert werden. Je Aktie ist damit ein Gewinn von 14,12 CHF angefallen. Die Dividende soll gemäß dem Vorschlag des Verwaltungsrates um 0,10 CHF auf 3,80 EUR erhöht werden. Beeindruckend ist jedoch das Wachstum bei der Babynahrung, wo trotz einer lediglich leicht gesteigerten Produktionsmenge (+2,3% auf 17.159 Tonnen) der Umsatz (+11,8% auf 123,4 Mio. CHF) deutlich gesteigert werden konnten. Angesichts eines gewissen Kapazitätsengpasses hat Hochdorf hier vor allem das Produktsortiment zugunsten höhermargiger Segmente verändert. Anleger sollten allerdings im Hinterkopf behalten, dass die Kapazität hier eigentlich bereits am absoluten Anschlag ist. Erst der Start des neuen Sprühturms in Sulgen mit weiteren bis zu 32.000 Tonnen (!) Kapazität wird ab dem zweiten Quartal 2018 für Entspannung sorgen. Im laufenden Jahr wird sich dagegen bereits die Akquisition von Pharmalys bemerkbar machen.

Mit dieser Transaktion hatte das Unternehmen die beschlossene Vorwärtsintegration realisiert und ist ab sofort mit eignen Marken im Endkundengeschäft in diversen Emerging Markets aktiv. Der größte Werttreiber für die Aktie wird daher in den nächsten Jahren der deutliche Umsatzzuwachs im Baby-Segment (auch durch die fast dreimal so hohe Kapazität) bei einer gleichzeitigen Ausweiterung der Wertschöpfung durch Pharmalys sein. Daneben könnte es durch punktuelle weitere Zukäufe zur Integration weiterer Marken kommen. Der Anspruch des ansonsten mehr als bescheiden auftretenden Schweizer Unternehmens hat es daher in sich: „Wir wollen einer der profitabelsten Nischenplayer im globalen Premium-Nahrungsmittelmarkt werden.“ Wenn Hochdorf auch nur die Hälfte davon schafft, dürfte der Kurs auch nach dem starken Kursanstieg des Vorjahres signifikantes Kurspotential haben. Für 2017 prognostiziert das Management einen Umsatz zwischen 635 und 670 Mio. CHF (+15% bis 21%) und eine EBIT-Marge zwischen 6,1 und 6,6%. Das EBIT dürfte also zwischen 39 und 44 Mio. CHF liegen und sich damit nahezu verdoppeln (!). Der Richtigkeit halber sei hier allerdings erwähnt, dass in diesen Zahlen auch die fremden Anteile aus den noch nicht im Besitz von Hochdorf befindlichen 49% an Pharmalys enthalten sind.

Trotz dieser hervorragenden Zahlen könnten wir uns in den nächsten Monaten einen seitwärts laufenden Kurs der Aktie vorstellen. Mit einem KGV von knapp 20 für 2017 ist die Aktie bereits relativ gut bezahlt. Ein weiterer Turbo im Ergebnis nach Steuern (und nach Minderheitsanteilen bei Pharmalys) wird sich vermutlich erst 2018 einstellen. Wir haben daher am 9.3. die Hälfte unserer Position zum Kurs von 283,00 EUR verkauft. Wir können uns allerdings gut vorstellen, die verbleibende Position später auch wieder aufzustocken.

Wie Sie sich vermutlich bereits gedacht hatten, ist uns in der letzten Woche bei unserem Limit zu Aurelius (WKN A0JK2A, akt. Kurs 66,43 EUR) ein Fehler passiert. Wir wollten unser Limit für 200 Stück auf 66,40 EUR nach oben anpassen, hatten dies aber nicht explizit so geschrieben. Nachdem der Kurs in der Zwischenzeit dieses Niveau erreicht hat, verkaufen wir zur morgigen Eröffnung 200 Stück bestens. 100 Aktien der Sanierungsholding bleiben damit in unserem Depot.

Ein Update zu einer weiteren Sanierungsholding, der Münchener Solvesta, könnten sie im Aktien Update vom Montag nachlesen. Die jüngste Meldung über den Verlustes von mehr als der Hälfte des Grundkapitals und die Herbeiführung der Pflichtwandlung der ausstehenden Wandelanleihen hatte hier am letzten Freitag die Börse geschockt. Lesen Sie hier mehr dazu.

Ebenfalls ausgeführt wurde unser Limit bei bet-at-home.com (WKN A0DNAY, akt. 110,15 EUR). Wir haben am 10.3. 120 Stück zum Schlusskurs von 106,00 EUR verkauft. 200 weitere Stücke bleiben in unserem Depot.

Mit dem Schlusskurs am letzten Mittwoch wurde auch der Stopp-Loss bei der dänischen Brod. Hartmann (WKN 870246, akt. 41,62 EUR) ausgelöst. Wir haben unsere komplette Position am 9.3 zum Kurs von 40,08 EUR verkauft. Hartmann hatte 8.3. schwache Zahlen für 2016 berichtet und einen verhaltenen Ausblick auf das laufende Jahr gegeben. Lesen Sie mehr dazu im nächsten Smart Investor, der Ende März erscheint.

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Der Stopp-Loss für den db x-trackers MSCI Japan ETF (WKN DBX1MJ, akt. Kurs 49,36 EUR) bei 47,50 EUR bleibt nach wie vor für alle 300 Anteile im Markt. Der Stopp gilt auf Schlusskursbasis mit Ausführung am nächsten Handelstag.

* Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte (siehe ausführliche Erklärung)

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