Smart Investor 4/2016 – Editorial

Wie oft habe ich mir schon anhören müssen, dass Smart Investor, und somit auch ich, von der Schwarzseherfraktion seien, dass wir nur den Untergang und das Negative vor Augen hätten.

Zur Klarstellung: Mehr als 80% unseres Heftes haben in der Regel mit konstruktiven Sachverhalten und Anlageideen zu tun. Wahr ist aber auch: Oftmals kommen wir nicht umhin, negative politische und gesellschaftliche Entwicklungen zu benennen. Einerseits, weil wir hoffen, zu einer Abkehr vom falschen Pfad beitragen zu können – was im Nachhinein natürlich als gescheitert gesehen werden muss. Andererseits, weil dies die Basis für weitergehende Vorschläge im Hinblick auf Kapitalschutz darstellt.

Denn ein Geldsystem, welches auf Betrug aufgebaut ist (im Fiat-Money-System schaffen Zentralbanken Geld aus dem Nichts!), muss irgendwann existenzielle Probleme bekommen. Der scheidende Vorstandsvorsitzende der weltgrößten Rückversicherung Munich Re prangert die Gelddruckorgie von Mario Draghi seit fast zehn Jahren als in die Irre führend an!

Die Sollbruchstellen für das Finanzsystem sind dabei gar nicht so schwer zu erkennen. Die europäische Bankenlandschaft ist völlig marode: So muss sich der einstige Branchenprimus Deutsche Bank aktuell zu sehr ungünstigen Bedingungen Kapital in gigantischem Ausmaß beschaffen. Warum wohl?

Und dass die EU noch lange zusammenhalten wird, glaubt nach dem Brexit ohnehin kaum noch jemand. In Frankreich, das auf eine schicksalhafte Wahl zugeht, konnte man zuletzt bürgerkriegsähnliche Zustände in den Straßen von Paris beobachten – allerdings ohne Berichterstattung durch unsere Mainstreammedien. Und die türkische Regierung provoziert das Abendland gerade bis aufs Blut – und hat dabei einige Druckmittel in der Hinterhand.

Smart Investor 4/2017

Von den USA, wo sich nahezu das gesamte Establishment gegen Präsident Donald Trump stellt, möchte ich hier gar nicht einmal weiter sprechen; die Welt ist drauf und dran, aus den Fugen zu geraten.

Vor diesem Hintergrund erscheint es uns sinnvoll, Informationen zu liefern, damit sich der interessierte Leser auf das Unausweichliche vorbereiten kann:

Eine Baisse, wie wir sie für dieses Jahr prognostizieren, dürfte viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischen. Wir erläutern im Großen Bild (S. 46), warum wir dieses Szenario für wahrscheinlich halten, und geben weiterhin Ratschläge, wie man sich davor schützt, insbesondere als Europäer (S. 72). Edelmetalle müssen in einem solchen Szenario keine schlechte Idee sein. In unserer Titelgeschichte finden Sie ein paar Anregungen dazu.

In diesem Zusammenhang möchte ich auf die 8. Mark Banco Anlegertagung mit dem Motto „Euro-Endspiel“ am 27. Mai in Hamburg hinweisen. Auf diesem eintägigen Seminar werden viele Themen behandelt werden, die für den kritischen Anleger von Bedeutung sind. Smart-Investor-Leser erhalten einen Preisnachlass. Das Programm und weitere Infos zu diesem Seminar finden Sie in der Anzeige auf S. 13.

Ich wünsche Ihnen viele neue Erkenntnisse beim Lesen

Herzlichst

Unterschrift

Ralf Flierl