Musterdepot SIW 15/2017 vom 12.04.2017

Musterdepot

Am Ende ist doch noch ein Schnaps draufgekommen. Die Private Equity Investoren Bain Capital und Cinven bezahlen 66 EUR für die Aktie unseres Musterdepotwertes Stada (WKN 725180, akt. Kurs 64,36 EUR). Darin enthalten ist allerdings die von Stada für 2016 in Aussicht gestellte Dividende von 0,72 EUR, sodass sich netto ein Kaufpreis von 65,28 EUR ergibt. Insgesamt bezahlen die Bieter für den Bad Vilbelner Generikakonzern damit inklusive Schulden 5,3 Mrd. EUR. Die Transaktion ist eine der teuersten Akquisitionen eines Finanzinvestors in Deutschland. Das Angebot ist an die Bedingung geknüpft, dass Bain Capital und Cinven am Ende der Angebotsfrist mindestens 75% der Anteile an Stada halten. Daneben gibt es gewisse aufschiebende Bedingungen durch die ausstehenden kartellrechtlichen Genehmigungen. Wie wir bereits im Musterdepot vom 22.3. vorgerechnet haben, halten wir den gebotenen Preis für hoch attraktiv. Gleichzeitig sehen wir keine großen Hürden, die einem Übernahmeerfolg im Weg stehen könnten. Kartellrechtliche Auflagen dürfte es keine geben, denn die Käufer sind keine strategischen Investoren. Ein großer Teil der Aktionäre dürfte auf hohen Gewinnen sitzen und diese nun auch gerne realisieren. Angesichts der hohen Cash-Quote von knapp 40% in unserem Depot bleiben wir mit unseren 200 Aktien dennoch weiter investiert und sehen diese Position nun als rentablen Cash-Ersatz an. Immerhin steckt noch knapp 1% Kurschance und eine Dividendenrendite von rund 1,1% in der Aktie. Kommen die Bieter nicht sofort auf 90% der Anteile, ist bei einem Squeeze-Out sogar ein nochmals erhöhtes Angebot vorstellbar.

Trotz unserer zunehmend vorsichtigeren Sichtweise des Marktes wollen wir unsere Position beim Musterdepotwert Reckitt Benckiser (WKN A0M1W6, akt. Kurs: 89,24 EUR) um 100 Stück erhöhen. Das britische Unternehmen ist bestens aufgestellt und reduziert gleichzeitig unser Exposure im Euro- Raum. Wir ordern zur morgigen Eröffnung in Frankfurt mit einem Limit von 90,50 EUR. Der Depotanteil beträgt dann ca. 5%.

Relativ wenig ist über das Verhältnis von Mao zu Gold bekannt. Relativ klar ist jedoch die steigende Angst der Marktteilnehmer vor dem Sieg eines veritablen Maoisten bei der französischen Präsidentschaftswahl. So legten dort zuletzt die Umfragewerte des maoistisch angehauchten Kandidaten Jean-Luc Mélenchon deutlich zu. Zu dessen politischen Vorbildern zählen unter anderem Hugo Chavez (!) und Fidel Castro (!). Sollte es bei diesem Trend bleiben, ist eine Stichwahl zwischen ihm und Marine Le Pen durchaus im Bereich des Vorstellbaren. Maoist gegen Rechtssozialistin. Die Flucht in die Edelmetalle, die in den letzten Tagen zu beobachten war, ist wohl auch politisch motiviert.

Leider sind wir bei unserer Position in Klondex Mines in der letzten Woche zu einem ungünstigen Zeitpunkt ausgestoppt worden. Wir wollen allerdings unser Edelmetall-Engagemant wieder aufbauen, um unser Depot weiter sturmfest zu machen. Wir verdoppeln daher unseren Anteil an der kanadischen Silvercorp* (WKN A0EAS0, akt. Kurs: 3,68 EUR) und ordern zur morgigen Eröffnung in Frankfurt weitere 2.500 Stück mit einem Limit von 3,76 EUR. Die Position entspräche damit dann gut 5% unseres Depotvolumens.

Fonds-Musterdepot

Der Stopp-Loss für den db x-trackers MSCI Japan ETF (WKN DBX1MJ, akt. Kurs 49,36 EUR) bei 47,50 EUR bleibt nach wie vor für alle 300 Anteile im Markt. Der Stopp gilt auf Schlusskursbasis mit Ausführung am nächsten Handelstag.

 

* Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte (siehe ausführliche Erklärung)

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