Musterdepot SIW 17/2017 vom 26.04.2017

Musterdepot

Ende März hatten wir die letzte verbleibende Position in Aurelius-Aktien verkauft. Dennoch bleiben wir bei diesem Thema am Ball: Gestern holte die Münchener Beteiligungsgesellschaft mit der Meldung über den Verkauf der Beteiligung an Secop zum großen Gegenschlag gegen den Shortseller Gotham City Research aus. Aurelius hat das „Kronjuwel“ aus dem Portfolio für 185 Mio. EUR an die japanische Nidec-Gruppe abgegeben und wird damit einen Beteiligungsertrag von ca. 100 Mio. EUR realisieren. Gleichzeitig wird die Dividende auf 4,00 EUR verdoppelt (1 EUR Basisdividende zzgl. 3 EUR Partizipationsdividende je Aktie).

Und noch eine Meldung dürfte auf das Interesse der Börsianer gestoßen sein: CEO Dr. Dirk Markus kaufte laut Directors Dealings Aktien im Volumen von 5,7 Mio. EUR zum Kurs von 47,45 EUR, sein Vorstandskollege Gert Purkert Aktien im Gegenwert von 4,3 Mio. EUR zum gleichen Kurs. Ganz offensichtlich handelte es sich dabei um außerbörsliche Transaktionen.

Die Börse honorierte die gestrigen Meldungen mit einem wahren Kursfeuerwerk. Die zuvor ausgebombte Aktie legte im Tagesverlauf um mehr als 10% zu. Die Frage ist jedoch, ob nun bereits wieder zur Tagesordnung übergegangen werden kann. Denn der Verkauf von Secop hat einen Schönheitsfehler: Noch im Halbjahresbericht 2016 wurde Secop bei der Berechnung des NAV mit 256 Mio. EUR angesetzt. Mit dem nun realisierten Verkauf muss Aurelius darauf einen Abschlag von 30% hinnehmen – wohlgemerkt für eine der Perlen des Portfolios. Die gleichzeitig erhöhte Dividende stellt für die Aktionäre zudem kaum einen Mehrwert dar. Schließlich hat die dafür benötigte Liquidität auch bereits vor dem Verkauf von Secop auf den Konten von Aurelius gelegen. Im Grunde genommen ist dies also das Prinzip rechte Tasche/linke Tasche.

Was die Käufe durch den Vorstand betrifft, muss konstatiert werden: Das Management von Aurelius hat im Dezember 2016 Aktien für rund 169 Mio. EUR (!) zu Kursen von über 50 EUR verkauft. Nun haben Dr. Dirk Markus und Gert Purkert Aktien für zusammen 10 Mio. EUR zu einem etwas günstigeren Kurs wieder „zurückgekauft“. Ein wirklicher Vertrauensbeweis ist dies also nicht.

Bleibt abzuwarten, ob es in den nächsten Tagen weitere Directors Dealings geben wird. Daneben wird spannend werden, zu welchen Preisen künftige Exits der Beteiligungen erfolgen. Bereits im Aktien Update vor zwei Wochen haben wir vorgerechnet, was ein Discount von 30% auf das gesamte Portfolio bedeuten würde. In diesem Fall läge der Wert der Beteiligungen lediglich bei rund 32 EUR je Aktie. Ein Bewertungsansatz, den der gestrige Verkauf letztendlich bestätigte.

Neu aufnehmen wollen wir Aktien der französischen Beteiligungsgesellschaft Bolloré S.A. (WKN 875558, akt. Kurs: 3,72 EUR). Worum es bei diesem hoch interessanten Unternehmen genau geht, lesen Sie übrigens im neuen Smart Investor 5/2017. Wir ordern zur morgigen Eröffnung in Frankfurt 5.000 Stück mit einem Limit von 3,75 EUR, was knapp 6% des Depotvolumens entspricht.

Aufstocken wollen wir unsere Position in der Grenke AG (WKN A161N3, akt. Kurs: 178,50 EUR). Wir erwerben zur morgigen Eröffnung in Frankfurt weitere 40 Stück billigst, womit sich unser Depotbestand auf 130 Stück bzw. auf einen Depotanteil von ca. 6,4% erhöht.

Auch bei den B-Aktien von Bershire Hathaway (WKN A0YJQ2, akt. Kurs: 153,85 EUR) stocken wir auf. In der Vergangenheit erwiesen sich hier Rücksetzer wie aktuell oft als hervorragende (Nach-)Kaufgelegenheiten. Wir ordern 40 Stück billigst zur Eröffnung in Frankfurt. Unser Bestand steigt damit auf 150 Aktien (Depotanteil ca. 7,4%).

Fonds-Musterdepot

Der Stopp-Loss für den db x-trackers MSCI Japan ETF (WKN DBX1MJ, akt. Kurs 48,80 EUR) bei 47,50 EUR bleibt nach wie vor für alle 300 Anteile im Markt. Der Stopp gilt auf Schlusskursbasis mit Ausführung am nächsten Handelstag.

 

* Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte (siehe ausführliche Erklärung)

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