Aktien Update – Highlight Communications AG

Komplexe und verschachtelte Unternehmensstrukturen kannte man von Leo Kirch. Da verwundert es wenig, dass dies auch bei Constantin Medien (WKN 914720, akt. Kurs 2,20 EUR) und deren Schweizer Tochter Highlight Communications (WKN 920299, akt. Kurs 5,11 EUR) der Fall ist, wo sich derzeit Kirchs ehemaliger Stellvertreter Dieter Hahn und Bernhard Burgener einen erbitterten Aktionärsstreit leisten.

Mit einer neuen Finte versucht nur der Highlight-Vorstand Burgener seinen Konkurrenten in der Schweiz auszubooten. So vermeldete Highlight heute eine Kapitalerhöhung, die wiederum vollumfänglich von der Highlight Event and Entertainment AG gezeichnet wurde. In Zukunft wird diese damit 25,0% an der Highlight Communications halten.

Die neuen Aktien wurden zum Preis von 5,20 EUR ausgegeben, in Summe wurden 15,75 Mio. Aktien für einen Emissionserlös von 81,9 Mio. EUR platziert.

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SI-Kommentar:

Eine neues Schlachtfeld im Aktionärsstreit bei Constantin/Highlight ist eröffnet: Mit der nun vermeldeten Kapitalerhöhung versucht Berhard Burgener seinem Widersacher Hahn und dessen Constantin Medien die Aktienmehrheit bei der Schweizer Highlight zu entreißen. Denn bedingt durch die Verwässerung würde Constantin anschließend nur mehr 45,4% (aktuell 60,5%) der Anteile halten.

In einem weiteren Schritt bereitet Highlight (möglicherweise zusammen mit der Holding Highlight Event and Entertainment AG) ein Übernahmeangebot für Constantin Medien vor. Sollte dies so kommen, wäre Burgener der künftige Herrscher über das „Constantin/Highlight-Imperium“. In diesem Fall würde es auch keinen Verkauf der Münchener Filmproduktion Constantin Film geben, wie es Hahn und sein CEO Fred Kogel umsetzen wollen.

Doch noch ist dieser Ausgang alles andere als sicher. Die Kapitalerhöhung wird von Seiten Hahns juristisch blockiert. Nach Auskunft von Highlight ist die Ausgabe der neu geschaffenen Aktien der Highlight Communications mit der Einzahlung des Ausgabebetrages und dem inzwischen erfolgten Feststellungsbeschluss des Verwaltungsrats aber bereits voll stimmberechtigt. Das Geld für die Beteiligung hatte sich Burgener erst kürzlich über eine Kapitalerhöhung bei der Highlight Event and Entertainment AG besorgt.

Für Constantin Aktionäre bleibt die Lage dennoch komfortabel: Denn wenn sich zwei streiten, freut sich häufig ein Dritter. In diesem Fall die Freefloat-Aktionäre der Münchener Constantin. Mit dem nun getätigten Schritt wird aus unserer Sicht immer klarer, dass auch Burgener bereit ist, ein Übernahmeangebot für Constantin vorzulegen. Dieter Hahn möchte Presseberichten zufolge dafür sogar eine „strukturierte Auktion“ durchführen, bei der mindestens 2,62 EUR je Constantin Aktie bezahlt werden. Mit dem nun angekündigten Schritt sollte solch eine Lösung zumindest wahrscheinlicher geworden sein.

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